Videosprechstunden
: Patienten wollen digitale Angebote

Die neue Chefin der AOK Nordost kommt aus Cottbus. Für den ländlichen Raum setzt sie auch auf ungewöhnliche Innovationen, wie Videosprechstunden.
Von
Hajo Zenker
Potsdam/Cottbus
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Daniela Teichert ⇥

Foto: Andrea Katheder/AOK Nordost

Frau Teichert, die Digitalisierung ist ins Gerede gekommen, weil sich Unbefugte Zugang zur Datenautobahn des Gesundheitswesens verschaffen konnten. Ein Rückschlag?

Die Digitalisierung soll ja auch die medizinische Versorgung im ländlichen Raum verbessern.

Gesundheitsminister Spahn legt ja ein hohes Tempo vor, die elektronische Patientenakte etwa soll 2021 starten. Ist der Termin zu halten?

Stichwort Krankenhäuser: In Ballungsräumen gibt es viel zu viele, auf dem Land zu wenige. Was müsste man an der Struktur ändern?

Warum?

Die Krankenkassen sind in die Miesen gerutscht, weitere große Kostensteigerungen sind abzusehen. Wie wird sich das auf Ihre Beiträge auswirken?

Wird Ihnen in diesem Zusammenhang angst und bange vor der Zwei-Millionen-Spritze und ähnlich teuren Medikamenten in der Zukunft?

Seit 1. Januar sind Sie die Chefin. Gibt es ein Projekt, das Sie sofort anpacken möchten?

Es wird ja oft beklagt, dass es zu wenige Frauen und zu wenige Ostdeutsche in Führungspositionen gibt. Nun sind Sie auch noch beides. Hatten Sie es schwerer? Oder hat das für Sie gar keine Rolle gespielt?

Zur Person

Daniela Teichert, Jahrgang 1972, ist seit mehr als 25 Jahren für die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) tätig. Ihre Berufslaufbahn startete sie 1990 nach ihrer Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten in Cottbus bei der damaligen AOK Brandenburg, wo sie bereits mit 22 Jahren erste Führungsaufgaben übernahm. Nach Ihrem Gesundheits- und Sozialökonomie-Studium war Teichert in weiteren Leitungsfunktionen tätig. Seit April 2016 war sie Mitglied der Geschäftsleitung, seit Jahresbeginn ist sie Vorstandsvorsitzende der 2011 entstandenen AOK Nordost. Daniela Teichert ist verheiratet und hat zwei Kinder.