Viele Verbraucher steigen in der Corona-Krise laut einer Umfrage nach wie vor ungern in Bus und Bahn. Fast zwei Drittel der Befragten sowohl in Berlin als auch in Brandenburg fühlen sich demnach im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) unwohler oder sogar deutlich unwohler als vor der Corona-Krise, wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) mitteilte.
Für die Untersuchung befragte der Verband gemeinsam mit dem Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) vom 25. November bis 6. Dezember rund 1000 Menschen in Berlin sowie 500 weitere in Brandenburg.
Jeweils mehr als die Hälfte der Befragten gab dabei an, den ÖPNV nach Möglichkeit zu meiden. Noch mehr fühlen sich zudem gestört, wenn Mitreisende in Bussen und Bahnen ihre Maske nicht richtig tragen. Dieser Aussage stimmten jeweils rund 70 Prozent der Befragten zu.

Fahrgäste wollen Maskenkontrollen im ÖPNV

„Konsequente Kontrollen sind den Menschen deshalb ein Anliegen“, sagte VBB-Chefin Susanne Henckel. Es habe bereits mehrere Aktionstage mit verstärkten Maskenkontrollen in den Fahrzeugen gegeben.
Die Fahrgastzahlen im ÖPNV waren während der Corona-Krise massiv eingebrochen. Im ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres habe sich die Nachfrage auf rund ein Drittel reduziert, sagte Henckel. Im zweiten Lockdown ab November vergangenen Jahres lag die Nachfrage etwas höher, bei rund 40 Prozent des Vorkrisen-Niveaus.
Gleichzeitig wurde das Angebot nahezu vollständig aufrechterhalten. Der VBB geht deshalb von massiven Einnahmeeinbußen für 2020 aus.
Bund und Länder hatten die Verkehrsunternehmen mit rund 5 Milliarden Euro unterstützt. Derzeit verhandeln alle Seiten über ein weiteres Hilfspaket.