Uni-Medizin Cottbus: Erste Tarifrunde an neuer Uni-Klinik – Verdi zieht alle Register

An der neuen Uni-Klinik in Cottbus beginnen die ersten Tarifverhandlungen für die nicht ärztlichen Beschäftigten und Auszubildenden. Der Forderungskatalog von Verdi ist gepfeffert. Die Gewerkschaft zeigt sich kämpferisch und bereitet schon Warnstreiks vor. Die Mitarbeitenden des zuvor städtischen Carl Thiem-Klinikums (CTK) Cottbus hatten zuletzt auch gestreikt – und sich weitgehend durchgesetzt.
Michael Helbig (Archiv)- Erste Tarifverhandlungen an der Uni-Klinik Cottbus für rund 2350 nicht ärztliche Beschäftigte und 570 Azubis.
- Verdi fordert u.a. 12% Tariferhöhung, 500 Euro mehr Gehalt, verkürzte Arbeitszeit und bessere Schichtzulagen.
- Warnstreiks sind geplant; Verdi will Spitzenarbeitsbedingungen erreichen.
- Klinik-Vorstand bietet attraktive Gehälter und verhandelt im besten Interesse der Einrichtung.
- Gespräche beginnen am 21. Mai 2025.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
An der neuen Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) starten am Mittwoch (21. Mai 2025) die ersten Tarifverhandlungen für die rund 2350 nicht ärztlichen Beschäftigten und 570 Auszubildenden der Uni-Klinik. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) fordert „Spitzenarbeitsbedingungen für Spitzenmedizin in der Lausitz“. Das macht Ralf Franke, der Verdi-Verhandlungsführer, klar.
Aktuell liegen die Einkommen der Beschäftigten an der Uni-Klinik Lausitz bei 98,5 Prozent der Entgelte des Tarifvertrages für den Öffentlichen Dienst (TvÖD). Zuschläge werden in Cottbus noch leicht unter dem Niveau vergleichbarer Häuser im Osten gezahlt, die nicht ärztlichen Angestellten arbeiten zudem auch noch länger.
Tarifrunde an der Uni-Klinik in Cottbus: Das sind die Forderungen
Die Gewerkschaft fordert eine Tariferhöhung um zwölf Prozent, das monatliche Entgelt soll dabei um mindestens 500 Euro steigen. Bei einer verkürzten Arbeitszeit von derzeit 39 auf 38,5 Stunden und ab 1. Januar 2026 auf 38 Stunden – mit vollem Lohnausgleich. Auch bei den Schichtzulagen für die Arbeit in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen soll die Klinik-Leitung mehr zahlen. Und sie soll einen Urlaubstag mehr gewähren – statt 30 künftig 31 Tage. Für Mitarbeitende, die bei Personalnot auf den Stationen an freien Arbeitstagen kurzfristig einspringen, soll sich das pro zusätzlichem Dienst mit einer Zulage von 200 Euro auszahlen.
„Wenn wir in der Tarifrunde alle unsere Forderungen durchsetzen können, erreichen wir exakt das Niveau des TvÖD und wären bei Einzelleistungen teilweise noch besser als vergleichbare Uni-Kliniken“, erklärt Ralf Franke. Dies sei ein Gebot der Stunde für den weiteren Aufbau der Universitätsmedizin in Cottbus. Das Klinikum müsse Fachkräfte gewinnen. Das gelinge nur mit hervorragenden Arbeitsbedingungen.
In der Lausitz sind die Beschäftigten der Uni-Klinik Cottbus schon lange die Bestverdiener unter allen Krankenhäusern. Im Land Brandenburg zahlen nur das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam und die städtische Universitätsklinik Brandenburg/Havel noch besser, in Berlin die Charité und die Vivantes-Kliniken.
Verdi fordert mehr Geld für Fahrkarte der Azubis ins Berufsleben
Für die Auszubildenden der Uni-Klinik Cottbus wird gefordert, die monatlich Ausbildungsvergütung um 300 Euro aufzustocken sowie die Arbeits- und Urlaubszeiten wie bei den regulär Beschäftigten festzulegen. Das Azubi-Ticket im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) soll der Fachkräftenachwuchs weiterhin kostenlos bekommen. Wenn dieses wegfallen sollte, weil die Landesregierungen in Berlin und Potsdam ihre Finanzierungsanteile streichen, soll das Krankenhaus alternativ für freie Fahrt mit dem spendierten Deutschlandticket sorgen.
Verdi erwartet zudem die verbindliche Zusage, dass Auszubildende mit einem mindestens mit der Gesamtnote „befriedigend“ beendeten Abschluss in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden, so ein freier Arbeitsplatz in der Uni-Klinik zu besetzen ist.
Verdi macht Ernst in der ersten Tarifrunde an Uni-Klinik Cottbus
Der Forderungskatalog, den Verdi dem Vorstand des universitären Landeskrankenhauses jetzt abverlangt, ist auf der Basis von mehr als 500 Interviews mit nicht ärztlichen Beschäftigten und Auszubildenden der Medizinischen Universität Lausitz in Cottbus erarbeitet worden. Das betont der Verhandlungsführer der Gewerkschaft. Derzeit wird noch abschließend ergründet, wie stark die Rückendeckung für Ralf Franke im Krankenhaus jetzt tatsächlich ist.
Denn: Vorsorglich hat der Verdi-Bezirk Cottbus beim Bundesvorstand auch schon den Antrag auf Zustimmung für Warnstreiks gestellt. Darüber wird am Montag (26. Mai 2025) in Berlin beraten, bestätigt Franke. Der ist sehr optimistisch und sagt, die Gewerkschaft verzeichne auch in der Uni-Klinik neue Mitglieder. Mit dem Organisationsgrad aber könne Verdi trotzdem noch nicht zufrieden sein.
So geht der Vorstand der Uni-Klink Cottbus in die erste Tarifrunde
Der Vorstand der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem geht so in die Tarifrunde: „Die MUL-CT bietet mit ihrem Haustarifvertrag für die nicht ärztlich Beschäftigten im Vergleich zu den Flächentarifverträgen bereits attraktive Gehälter“, teilt der Vorstand mit. Natürlich verhandele das Unternehmen „im besten Interesse sowohl für die Beschäftigten, als auch für die MUL-CT als Einrichtung für Krankenversorgung, Forschung und Lehre“.
Die neue Uni-Klinik Lausitz befinde sich in der glücklichen Situation, dass Gelder aus dem Kohleausstiegsgesetz bis zum Jahr 2038 sicher sind. „Allerdings sind diese explizit vorgesehen für den Auf- und Ausbau von Forschung und Lehre. Für die Krankenversorgung gelten dieselben Finanzierungsmechanismen wie bisher“, informiert Klinik-Sprecher Rüdiger Hofmann weiter.
Bislang liegt noch kein Gegenangebot der Uni-Klinik Lausitz zu den Verdi-Forderungen vor. Das sagt auch der Verhandlungsführer der Gewerkschaft.

