U-Bahn in Berlin
: BVG startet Probebohrungen für Verlängerung der U8

Das Bahn-Netz in Berlin wächst: Jetzt nimmt die Verlängerung der U-Bahn-Linie 8 vom U- und S-Bahnhof Wittenau ins Märkische Viertel Gestalt an. Diese neuen Bahnhöfe sind geplant.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Die U-Bahn der Linie 8 fährt in die Station Wittenau ein. (zu dpa: «Berliner Senat will U-Bahn ins Märkische Viertel») +++ dpa-Bildfunk +++

Die U-Bahn der Linie 8 fährt in die Station Wittenau in Berlin ein. Noch ist dort Endstation. Das soll sich in Zukunft ändern.

picture alliance/dpa | Fabian Sommer
  • Berlin plant die Verlängerung der U8 von Wittenau ins Märkische Viertel – erste Bohrungen starten.
  • Geplante Strecke: 2,8 Kilometer unter dem Wilhelmsruher Damm bis zum Senftenberger Ring.
  • Vier Stationen sind vorgesehen: Märkisches Zentrum, Treuenbrietzer Straße, Wesendorfer Straße, Senftenberger Ring.
  • Ziel ist eine direkte Anbindung der Großsiedlung, wo heute acht Buslinien oft im Stau stehen.
  • Förderung von bis zu 75 Prozent möglich, Zeitplan fehlt. Parallel wird die U3-Verlängerung diskutiert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Senat in Berlin treibt den U-Bahn-Ausbau voran. Jetzt werden bei der Verlängerung der U8 vom S- und U-Bahnhof Wittenau ins Märkische Viertel am nördlichen Stadtrand Nägel mit Köpfen gemacht.

„Nachdem die zuständige Senatsverwaltung den offiziellen Planungsauftrag erteilt hat, starten nun die ersten Baugrunduntersuchungen entlang der geplanten Trasse“, teilt die BVG mit. Dazu hat sie am Mittwoch (1.7.) zu einem Pressetermin auf die Baustelle am U-Bahnhof Wittenau an die künftige Strecke eingeladen.

Die 2,8 Kilometer lange Trasse soll von Wittenau unter dem Wilhelmsruher Damm bis zum Senftenberger Ring im Zentrum des Märkischen Viertels verlaufen. Insgesamt sind vier neue Stationen geplant: „Märkisches Zentrum“, „Treuenbrietzer Straße“, „Wesendorfer Straße“ und „Senftenberger Ring“.

Direkte U-Bahn-Anbindung für Großsiedlung

„Ergänzend ist im Anschluss an die Strecke der Bau einer neuen unterirdischen Aufstellanlage vorgesehen“, teilt die BVG Projekt GmbH mit, eine 100-prozentige Tochter der Berliner Verkehrsbetriebe. Sie hat schon den U5-Lückenschluss geplant und vollendet.

Seit dem Bau des Märkischen Viertels in den 1960er Jahren ist eine U-Bahn-Anbindung vorgesehen. Die letzte Verlängerung der U8 wurde 1994 jedoch nur bis zum S-Bahnhof Wittenau gebaut. Bisher erreichen sowohl die S- und U-Bahnen als auch die Tram nur den äußersten Rand der Großsiedlung, in der rund 47.000 Menschen leben.

Für eine direkte Anbindung ins Märkische Viertel sorgen derzeit acht Buslinien, welche laut BVG täglich von rund 30.000 Fahrgästen genutzt werden. „Durch die ringförmige Straßeninfrastruktur innerhalb des Märkischen Viertel lassen sich die nächstgelegenen Verkehrsknotenpunkte jedoch nur über Umwege erreichen“, heißt es in der Projekt-Beschreibung des Unternehmens. Zudem stünden die Busse oft im Stau, weshalb die Anwohner nicht selten über 20 Minuten bräuchten, um vom S- und U-Bahnhof Wittenau an die eigene Haustür zu gelangen.

Welches Verkehrsmittel und welche Trassenführung das Viertel letztendlich am besten erschließen, wurde zuvor im Rahmen der Nutzen-Kosten-Untersuchung ermittelt, hieß es von Deutschlands größtem Verkehrsunternehmen.

Da man mit der Untersuchung einen volkswirtschaftlichen Nutzen der U-Bahn-Verlängerung nachweisen konnte, könne es eine Förderung von bis zu 75 Prozent der Kosten vom Bund geben. Nachdem die Ergebnisse mit der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt beraten worden waren, hatte der Senat im April 2026 die Verlängerung der U8 beschlossen.

Einen Zeitplan gibt es noch nicht. Als nächstes stünden die Vorplanungen an. Dabei würden Konzepte zur Bauablaufplanung, zu Umweltaspekten und zur Einbindung in die Stadt- und Verkehrsstruktur sowie eine Kostenschätzung erarbeitet.

Danach werde erneut über die Weiterführung des Projekts entschieden. Die U8-Verlängerung ist nicht der einzige U-Bahn-Neubau. In Zehlendorf steht die Verlängerung der U3 vom U-Bahnhof Krumme Lanke zum S-Bahnhof Mexiko Platz an. Doch auch fehlen Baurecht und finale Finanzierung.

Der rund 1,3 Kilometer lange Abschnitt ist vor Ort heftig umstritten. „Die U3-Verlängerung zerstört die Natur, beschädigt das historische Stadtbild und wird auf lange Zeit eine unzumutbare und schwerwiegende Belastung und Beeinträchtigung unseres Kiezes verursachen“, heißt es von der Bürgerinitiative „Rettet den Mexikoplatz“, die seit Jahren den Stopp der Pläne fordert.

Tram hat höheren Kosten-Nutzen-Wert
Christfried Tschepe
Vorsitzender des Berliner Fahrgastverband IGEB

Der Berliner Fahrgastverband IGEB findet die U-Bahn-Verlängerung im Südwesten Berlins sinnvoller als die im Norden. „Die U-Bahn ist vor allem ein Verkehrsmittel für hochverdichtete Innenstädte“, erklärt der Vorsitzende Christfried Tschepe.

„Eine Verlängerung am Stadtrand ist in der Regel nur sinnvoll, wenn die Endstation das Umsteigen auf eine andere S- oder U-Bahn-Linie ermöglicht und damit eine Netzwirkung erzielt wird, wie bei der geplanten U3-Verlängerung Krumme Lanke.“

Den U-Bahn-Weiterbau ins Märkische Viertel sieht der Fahrgastverband eher kritisch. „Es gibt in Berlin viele Projekte bei S-Bahn, U-Bahn und vor allem bei der Straßenbahn mit sehr viel höherem Nutzen-Kosten-Wert und sehr viel mehr Fahrgästen, die profitieren würden“, betont Tschepe.

Angesichts knapper Mittel in Berlin und bei den Fördermitteln des Bundes sollten in den nächsten zehn Jahren prioritär Straßenbahn-Verlängerungen realisiert werden, findet Tschepe. An erster Stelle nennt er die Tram-Verlängerung vom U-Bahnhof Turmstraße zum S- und U-Bahnhof Jungfernheide – „mit sehr vielen Fahrgästen und sehr hoher Netzwirkung.“

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