Tanken in Polen: Steuerrabatt soll bis Ende Mai verlängert werden

Fahrzeuge mit deutschen Kennzeichen stehen an einer Tankstelle im polnischen Slubice. Der Steuerrabatt soll bis Ende Mai verlängert werden.
Patrick Pleul/dpa- Polen verlängert die Steuersenkung auf Benzin und Diesel mindestens bis Ende Mai.
- Das Paket gilt nach erster Verlängerung bis 15. Mai weiter – Entscheidung danach offen.
- Die Mehrwertsteuer auf Treibstoffe wurde vorübergehend von 23 auf 8 Prozent gesenkt.
- Energiesteuer bleibt bis Ende Mai auf EU-Mindestniveau von knapp sieben Cent pro Liter.
- Es gilt ein täglich festgesetzter Kraftstoff-Maximalpreis, Verstöße werden mit Geldbußen geahndet.
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Polen will die Steuersenkung für Benzin und Diesel infolge des Iran-Kriegs ein weiteres Mal verlängern. Das Spritpreispaket, das nach einer ersten Verlängerung bis zum 15. Mai gilt, werde mindestens bis Ende des Monats beibehalten, sagte Finanzminister Andrzej Domanski nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP. „Was weiter kommt, werden wir sehen.“
Ende März 2026 hatte die Regierung in Warschau ein Spritpreispaket verabschiedet, um den Verbrauchern angesichts der gestiegenen Rohölpreise Erleichterung zu verschaffen. Die Mehrwertsteuer für Treibstoffe wurde vorübergehend von bislang 23 Prozent auf 8 Prozent gesenkt.
Tanken in Polen: Täglich festgesetzter Kraftstoff-Maximalpreis
Außerdem erhält der Energieminister die Möglichkeit, bis Ende Juni die Höhe der Energiesteuer (auch Verbrauchssteuer) auf Treibstoff zu reduzieren. Den Angaben zufolge bleibt es bis Ende Mai bei der bisherigen Senkung auf das nach EU-Recht zulässige Minimum von umgerechnet knapp sieben Cent pro Liter Benzin und Diesel.
Zudem gilt weiterhin ein maximaler Kraftstoff-Einzelhandelspreis an den Tankstellen, der täglich vom Energieminister auf der Grundlage der durchschnittlichen Großhandelspreise und der Betriebskosten der größten Lieferanten festgelegt wird. Verstöße können mit Geldbußen von umgerechnet bis zu 230.000 Euro geahndet werden.
377 Millionen Euro fehlen jeden Monat in der Staatskasse
Die vergleichsweise niedrigen Benzinpreise in Polen, von denen auch Brandenburger im Grenzgebiet profitieren, kosten den polnischen Steuerzahler auch Geld. 1,6 Milliarden Złoty, umgerechnet 377 Millionen Euro, fehlen durch das Spritpreispaket jeden Monat im polnischen Staatshaushalt, berichtete die Zeitung „Rzeczpospolita“. Zum Vergleich: Die geplanten Gesamteinnahmen im polnischen Staatshaushalt betragen für dieses Jahr rund 650 Milliarden Złoty. Der Effekt des Spritpreispakets sei laut Analysen der Regierung jedoch „eindeutig“, sagte Energieminister Miłosz Motyka: drei Milliarden Złoty (706 Millionen Euro) sparten die Autofahrer durch die Maßnahmen monatlich.
Die Bürger sparen an der Zapfsäule mehr ein, als die direkten Kosten für den Staat betragen, da das Paket die Inflation deckelt und die gesamte Wirtschaft ankurbelt. So fällt die Steuersenkung geringer aus als die endgültige Preissenkung an der Zapfsäule.
