Stromausfall in Berlin: Warum die Dunkelheit zur Gefahr werden kann

Immer noch sind Zehntausende Menschen in Berlin ohne Strom. Viele haben ihre Häuser und Wohnungen wegen der Kälte verlassen.
Christophe Gateau/dpa- Anhaltender Stromausfall in Berlin: Noch 25.500 Haushalte und 1.200 Gewerbe ohne Strom (Stand Dienstag).
- Polizei verstärkt Präsenz in betroffenen Vierteln, 450 Einsatzkräfte im Einsatz, darunter Bundespolizei.
- Einbruchsschutz: Mobile Wachen und Lichtmasten sollen Sicherheit erhöhen, mutmaßliches Tatwerkzeug beschlagnahmt.
- Notrufe teilweise nicht möglich, da Stromausfall auch Mobilfunknetze beeinträchtigt.
- Brandanschlag auf Kabelbrücke in Lichterfelde: Linksextremistische „Vulkangruppe“ bekannte sich zur Tat.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wo Dunkelheit herrscht, haben Kriminelle leichteres Spiel - durch den anhaltenden Stromausfall in Berlin sind derzeit viele Häuser und Wohnungen in den betroffenen Vierteln verlassen. Wo kein Strom ist, funktionieren auch keine Alarmanlagen.
Kommt durch den Blackout nun vermehrt zu Einbrüchen, Diebstählen und Plünderungen? Derzeit liege dazu bisher keine belastbare Statistik vor. „Aufgrund der frühen Dunkelheit können sich jedoch vermehrt Tatgelegenheiten ergeben“, sagt ein Sprecher der Polizei auf Anfrage.
Die Beamten zeigen in den betroffenen Kiezen seit dem Brandanschlag eine deutlich erhöhte Präsenz. Laut Polizeisprecher werden dabei zusätzlich weitere Ermittlerinnen und Ermittler eingesetzt, auch um Einbrüche zu verhindern. „So konnte bereits ein Transporter angehalten und mutmaßliches Tatwerkzeug beschlagnahmt werden“, so der Sprecher.
Polizisten verhindern Einbruch in Berlin
Nach einem Zeugenhinweis durchsuchten die Polizisten in einer Einfamilienhaussiedlung in Zehlendorf in der Nacht zu Sonntag einen weißen Kastenwagen. Bei der Überprüfung habe sich herausgestellt, dass der zur Fahndung ausgeschrieben war. Im Kofferraum lag Werkzeug, das sich für Einbrüche eignet, unter anderem ein hydraulischer Spreizer.
Um den Südwesten gegen Einbrüche und Diebstahl abzusichern, werden laut Polizei in den Abendstunden zunächst zusätzlich 300 Einsatzkräfte eingesetzt. „Mit Einzug der Dunkelheit ist unsere technische Einsatzeinheit mit Lichtmasten an verschiedenen Orten präsent, um mehr Sicherheit und Sichtbarkeit für die Bevölkerung zu schaffen“, erklärt der Polizei-Sprecher. Am Dienstag (6.1.) hieß es dann von der Polizei, dass man Unterstützung durch die Bundespolizei habe und mittlerweile mit 450 Polizisten und Polizistinnen im Einsatz sei.
Zu diesen Orten gehören die S-Bahnhöfe Wannsee und Mexikoplatz, die Ecke Spanische Allee/Potsdamer Chaussee sowie der Polizeiabschnitt 43. Des Weiteren wurden mobile Wachen zu bestimmten Tageszeiten an folgenden Orten eingerichtet:
- Zehlendorf-Mitte, Potsdamer Straße/Teltower Damm/Clayallee (9:30 und 14:30 Uhr)
- Cole-Sports-Center, Hüttenweg 43 (7 bis 15:30 Uhr)
- Zinnowwald-Grundschule, Wilskistraße 78 (14 und 20 Uhr)
- Rathaus Wannsee, Königstraße/Chausseestraße, (14 und 20 Uhr)
Teilweise auch kein Notruf in Berlin möglich
Denn problematisch ist auch, dass von dem Stromausfall immer noch teilweise das Handynetz betroffen sein kann, was dann Notrufe unmöglich macht.
Auch Mobilfunkanbieter brauchen Strom für den Betrieb ihrer Netze. Alleine bei Vodafone betraf der Stromausfall ursprünglich 39 Mobilfunkstationen und drei lokale Netzknotenpunkte. Die Telefonanbieter sind aber ebenfalls mit Hochdruck dabei, ihre Mobilfunkstationen unter anderem mit Notstromaggregaten nach und nach wieder funktionsfähig zu machen.
Von dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Lichterfelde am Sonnabend, zu dem sich die linksextremistische „Vulkangruppe“ bekannte, waren ursprünglich rund 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten betroffen.
Die Gebiete und Straßenzüge nach und nach wieder ans Netz zu bekommen, könnte nach Angaben der Berliner Behörden bis Donnerstag andauern. Laut Stromnetz Berlin waren bis zum Dienstagnachmittag noch rund 25.500 Haushalte und 1200 Gewerbe in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde von der Versorgung abgeschnitten.


