Wegen der deutschlandweiten Lockerungen der Corona-Reiseeinschränkungen würden sich mutmaßlich viele Menschen für Kurztrips mit dem Auto im Inland entscheiden, teilt der ADAC mit. Besonders am Freitag, Samstag und Montag seien Verzögerungen deshalb vorprogrammiert.
Stauschwerpunkte sind demnach besonders die Großräume Hamburg, Berlin, Köln, München und Frankfurt, die Fernstraßen zur Nord- und Ostsee und diverse Autobahnen. Weil das sonst an Sonn- und Feiertagen übliche Lkw-Fahrverbot zur Sicherstellung der Versorgung in der Corona-Krise vorerst aufgehoben ist, müssen sich Autofahrer außerdem an allen Reisetagen auf Lastwagenverkehr auf den Straßen einstellen.
Wer lange Staus umgehen will, fährt demnach am besten freitags erst am späteren Abend los oder ab Samstagmittag. Am Montag nehme der Rückreiseverkehr dann voraussichtlich ab dem späteren Nachmittag wieder zu, empfiehlt der ADAC.

Grenzkontrollen auf der A12

Wegen der Grenzkontrollen könne es vor allem auf der Autobahn 12 zu Staus kommen, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Am Vormittag gab es demnach bereits einen kürzeren Lkw-Stau, man rechne am Abend und ab Samstag aber mit längeren Staus wie bereits an Himmelfahrt. Eine Rückreisewelle polnischer Arbeitnehmer hatte zu Autoschlangen vor der Grenze geführt.
Auch auf der A 10 und A 24 sollen Reisende mehr Zeit einplanen - viele Menschen machten sich auf diesen Autobahnen voraussichtlich in Richtung Küste auf, heißt es vom ADAC.

Neue kilometerlange Baustelle auf der A2

Als besondere Bremse könnte sich die Autobahn 2 bei Magdeburg erweisen. Dort werde offiziell zwar erst vom Dienstag nach Pfingsten an gebaut. Wegen der nötigen Vorbereitungen gebe es zwischen den Abfahrten Lostau und Kreuz Magdeburg aber bereits jetzt bei beiden Fahrtrichtungen je eine Spur weniger.
Die Baustelle an der Autobahn 2 bei Magdeburg wird für Autofahrer jedoch weit über das Pfingstwochenende hinaus zur Staufalle. Vom 2. Juni an wird die A2 in Richtung Hannover zwischen den Abfahrten Lostau und Kreuz Magdeburg komplett gesperrt, wie das Verkehrsministerium mitteilte. Autofahrer müssen sich in beiden Richtungen die Fahrspuren teilen, die sonst dem Verkehr nach Berlin vorbehalten sind. Zudem müsse wegen Spannungsrissen auch eine nahe gelegene Brücke über die Elbe bei Hohenwarte saniert werden.
Während die Abfahrt Magdeburg Zentrum auch während der Bauarbeiten nutzbar sei, müssten Autofahrer bei Abfahrt Magdeburg-Kannenstieg Umwege in Kauf nehmen. Wer sie nutzen will, müsse bis zum Kreuz Magdeburg fahren, dort abfahren und wenden.

Wo es auf der A9 und A14 eng werden kann

Auch auf den wichtigen Nord-Süd-Verbindungen A9 und A14 gebe es mehrere Baustellen, die zu Staufallen werden könnten. Als Beispiel nannte der ADAC die Fahrbahnsanierung an der A9 zwischen Dessau-Süd und Bitterfeld-Wolfen sowie an der Autobahn 14 zwischen Schönebeck und dem Rastplatz Dreihöhenberge. In Sachsen-Anhalt falle das Ende des Pfingstwochenendes mit dem Ende der zweiwöchigen Pfingstferien zusammen, was am Montag ab Mittag zu einem erhöhten Rückreiseverkehr führen könnte, hieß es.

Ferienbeginn in Bayern und Baden Württemberg

Auch in Bayern und Baden-Württemberg kann es wegen beginnender Ferien enger auf den Straßen enger werden.
Neben den Strecken von und zu den deutschen Küsten und den Autobahnen rund um die Ballungsräume Hamburg, Berlin, Köln und München könnte es laut ADAC besonders auf folgenden Strecken zu Staus kommen:
  • A 1 Hamburg - Bremen - Dortmund - Köln
  • A 2 Oberhausen - Dortmund - Hannover - Berlin
  • A 3 Oberhausen - Frankfurt - Würzburg - Nürnberg - Passau
  • A 4 Kirchheimer Dreieck - Erfurt - Dresden
  • A 5 Hattenbacher Dreieck - Frankfurt - Karlsruhe - Basel
  • A 6 Kaiserslautern - Mannheim - Heilbronn - Nürnberg
  • A 7 Hamburg - Flensburg und Hamburg - Hannover - Würzburg - Ulm - Füssen/Reutte
  • A 8 Karlsruhe - Stuttgart - München - Salzburg
  • A 9 Berlin - Halle/Leipzig - Nürnberg - München
  • A 61 Mönchengladbach - Koblenz - Ludwigshafen
  • A 81 Stuttgart – Singen
  • A 93 Inntaldreieck - Kufstein
  • A 95 München – Garmisch-Partenkirchen
Die Einreise nach Frankreich, Österreich und in die Schweiz ist dagegen weiterhin nur mit triftigem Grund erlaubt und wird stichprobenartig kontrolliert. Die Grenzen nach Polen und in die Tschechische Republik bleiben im Regelfall für Autoreisende komplett geschlossen. Eine allgemeine Warnung des Auswärtigen Amtes für touristische Auslandsreisen gilt noch.