Schäden durch Unwetter
: Im Kreis Bautzen – volle Keller und Dach mit Solaranlage abgerissen

Update 16:57 Uhr - Ein heftiges Unwetter richtete im Landkreis Bautzen erhebliche Schäden an. Orkanartige Windböen knickten Bäume, die auf Autos und Straßen stürzten. Das war längst nicht alles.
Von
Hans Still,
Veikko Rößler
Hoyerswerda
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Im Landkreis Bautzen haben Gewitter und Sturm teils schwere Schäden verursacht. Wie hier in Lauta erging es einigen Ortschaften.

Jenny Pohl /Blaulichtreport Lausitz

Über Gebiete im Süden Brandenburgs und in Nordsachen sind am Montagabend (14. August 2023) teils schwere Gewitter mit Sturmböen und Hagel gezogen.

In Hosena bei Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) kollidierte eine Rangierlok mit einem durch den Sturm umgestürzten Baum, der Lokführer blieb dabei unverletzt. In Neu Zauche bei Lübben sind drei Menschen durch einen Blitz verletzt worden. Eine Person musste danach im Krankenhaus weiterbehandelt werden.

„Wir hatten 40 Einsätze, die sich die ganze Nacht über hinzogen“, resümiert am Dienstagmorgen Michel Gerlach von der Leitstelle Lausitz in Cottbus. Die Feuerwehren hatten ebenfalls mit umgeknickten Bäumen und abgebrochenen Ästen zu tun.

Bernsdorf und Schwepnitz im Zentrum des Unwetters

Das Unwetter war heftig und dauerte in den Landkreisen Bautzen und Oberspreewald-Lausitz gerade einmal 30 Minuten: Eine kräftige Gewitterzelle sorgte in der Zeit von 19.45 bis 20.15 Uhr für immerhin rund 60 Einsätze der Feuerwehren.

Gewitter, orkanartige Böen, teilweise auch Hagel, ließ die Feuerwehren im Minutentakt ausrücken. Im Zentrum des Unwetters lagen die Gemeinden Bernsdorf und Schwepnitz, so die Einschätzung von Dirk Reich, Schichtführer der Leitstelle in Hoyerswerda. Aber auch Elsterheide und Lauta waren betroffen. Bäume und Äste stürzten auf Pkw, beispielsweise in Bernsdorf am Waldbad. Ebenso in Schwepnitz. Auch Dächer wurden von Bäumen und Ästen getroffen. Zahlreiche Wege und Straßen waren zeitweise versperrt.

Dach mit Solaranlage in Wiednitz abgedeckt

In Wiednitz deckten die orkanartigen Böen das Dach eines Stalls samt PV-Anlage ab, der Schaden dürfte entsprechend hoch sein. „Wir hatten außerdem Wassereinbrüche in Kellern, wir mussten zeitweise Straßen sperren, weil Bäume umgestürzt oder Äste abgebrochen waren“, so Dirk Reich. Teilweise war sogar in einzelnen Orten der Strom ausgefallen.

Reich zufolge dauerten die Aufräumarbeiten bis in die Morgenstunden. Feuerwehren und die Straßenmeisterei waren noch am Dienstag zu mindestens 20 weiteren Einsätze ausgerückt, um die Schäden abschließend zu beseitigen. Dazu gehören vor allem Baumfäll- und Beräumungsarbeiten.

In der Stadt Hoyerswerda musste die Feuerwehr zu insgesamt zehn Einsätzen ausrücken. Dabei ging es vor allem um Bäume und Äste, die Dächer getroffen hatten oder auf Straßen und Wegen lagen, wie Benny Bastisch von der Hauptfeuerwache der Stadt mitteilte.

Nach Angaben der Rettungskräfte wurden in den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Bautzen durch das Unwetter keine Menschen verletzt.