RS-Virus: Was ist das für ein Erreger?

Das RS-Virus steht als Abkürzung für das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Es nistet sich in den obersten Zellschichten des Schleimhautgewebes der Atemwege ein und vermehrt sich dort. Von dort kann es weitere Schäden an Bronchien und in der Lunge geben. In den meisten Fällen von RS-Virus-Befall regenereiren sich die Schleimhäute in vier bis acht Wochen wieder von selbst, ohne, dass laut Robert-Koch-Institut (RKI) eine Behandlung nötig wird.

Wo und wann kommt das RS-Virus vor?

Das RSV ist laut RKI ein weltweit verbreiteter Erreger von akuten Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege in jedem Lebensalter und einer der bedeutendsten Erreger von Atemwegsinfektionen bei Säuglingen, insbesondere Frühgeborenen und Kleinkindern. RSV-Infektionen ähneln der Influenza. Ihre Verbreitung in der Bevölkerung wurde laut RKI lange Zeit unterbewertet. Nach aktuellen Schätzungen kommen RSV-Atemwegserkrankungen demnach weltweit mit einer Inzidenz von 48,5 Fällen und 5,6 schweren Fällen pro 1000 Kindern im ersten Lebensjahr vor.
In Mitteleuropa ist die Inzidenz von November bis April am höchsten, in den übrigen Monaten kommen sporadische Infektionen vor. Der Gipfel der RSV-Saison erstreckt sich über etwa 4 bis 8 Wochen und liegt meist im Januar und Februar, seltener auch im November und Dezember.
Nahezu jeder Mensch hatte schon Kontakt mit dem RS-Virus. Nach RKI-Angaben haben innerhalb des 1. Lebensjahres 50 bis 70 Prozent und bis zum Ende des 2. Lebensjahres nahezu alle Kinder mindestens eine Infektion mit RSV durchgemacht. Die Infektionen treten bei Frauen und Männern gleichermaßen auf. Schwere Erkrankungen mit RSV, die mit einem Krankenhausanufenthalt verbunden sind, betreffen bei Kindern etwa doppelt so oft Jungen wie Mädchen.

Wie läuft die Infektion mit dem RS-Virus ab?

Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch Tröpfcheninfektion. Die schleimhautähnliche Gewebeschicht an den Augenlidern und die Nasenschleimhäute sind meist das Einfallstor für die Viren. Experten gehen davon aus, dass zudem eine Übertragung auch indirekt über kontaminierte Hände, Gegenstände und Oberflächen möglich ist. Nach Untersuchungen überlebt das RS-Virus auf Händen 20 Minuten, 45 Minuten etwa auf Papierhandtüchern und Baumwollkitteln und bis zu mehreren Stunden auf Einmalhandschuhen, auf Stethoskopen und auf Kunststoffoberflächen.

RS-Virus: Inkubationszeit und Ansteckungsfähigkeit

Das RS-Virus hat laut RKI eine Inkubationszeit von zwei bis acht Tagen, üblicherweise sind es fünf Tage. Infizierte Personen können schon einen Tag nach der Ansteckung infektiös sein, selbst wenn sie selbst noch keine Symptome aufweisen. Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit beträgt in der Regel 3 bis 8 Tage. Einzelne Personengruppe wie Neugeborene können das Virus allerdings auch über mehrere Wochen, im Einzelfall über Monate verbreiten.

Welche Symptome zeigt eine Erkrankung mit dem RS-Virus?

  • Husten
  • Schnupfen
  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Atemschwierigkeiten
  • Luftnot
  • Trinkverweigerung
  • Erbrechen
  • Reflux (Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre)
  • Sauerstoffmangel im Blut

RS-Virus: Nachweis und Behandlung

Nachgewiesen wird das RS-Virus über einen PCR-Test. Laut Robert-Koch-Institut gibt es derzeit keine direkte wirksame Behandlungsmöglichkeit bei einer RSV-Infektion. Die Therapie ist demnach ausgerichtet auf die Behandlung der einzelnen Symptome und besteht in ausreichender Flüssigkeitszufuhr zur Freihalten der Atemwege. Je nach Schwere der Erkrankung und Zustand des Patienten können Sauerstoffgaben, Atemunterstützung und Beatmung notwendig werden. Antibiotika helfen bei einer Infektionen mit dem RS-Virus laut RKI nicht. Es gibt aktuell auch keinen zugelassenen Impfstoff.
Zur Vorbeugung von Ansteckungen empfehlen Experten regelmäßiges Händewaschen, hygienisches Husten und Niesen sowie die Reinigung eventuell kontaminierter Gegenstände.