Red Bull in Brandenburg
: Streit um Dosenwerk, Grüne Liga zieht erneut vor Gericht

Die Getränkehersteller Red Bull und Rauch wollen ihre Pläne für ein neues Dosenwerk im brandenburgischen Baruth/Mark vorantreiben. Doch der Widerstand hält an. Die Grüne Liga zieht erneut vor Gericht.
Von
dpa
Baruth/Mark
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Über Transportbänder in der Niederlassung der Rauch Fruchtsäfte Deutschland GmbH in Baruth/Mark werden verpackte Dosen mit frisch abgefüllten Energy-Drinks der Marke Red Bull transportiert. Der österreichische Fruchtsafthersteller Rauch betreibt zusammen mit Red Bull die ehemalige Brandenburger Urstromquelle in Baruth/Mark zur Getränkeproduktion. (zu dpa: «Grüne Liga geht rechtlich gegen Plan für Red-Bull-Werk vor»)

Patrick Pleul/dpa
  • Grüne Liga klagt erneut gegen Bebauungsplan für Red Bull/Rauch-Werksausbau in Baruth/Mark.
  • Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht eingereicht – Ziel ist, die geplante Waldrodung zu stoppen.
  • Gericht hatte im Februar den ersten Bebauungsplan für die Erweiterung bereits gestoppt.
  • Neuer Plan wurde laut Grüne Liga in einer Sonderausgabe des Amtsblatts veröffentlicht.
  • Unternehmen planen ein Dosenwerk und rund 3,3 Mrd. Dosen pro Jahr – Betriebsstart für 2028 vorgesehen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Grüne Liga Brandenburg geht auch gegen einen neuen Bebauungsplan für den Ausbau des Werks der Getränkehersteller Red Bull und Rauch juristisch vor. Das Umwelt-Netzwerk teilte mit, Rechtsmittel beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gegen den Plan in Baruth/Mark eingereicht zu haben. Der Eilantrag sei zwingend geboten, um die Rodung des betroffenen Waldes zu verhindern. 

Die Grüne Liga hatte schon einmal geklagt und damit das Projekt ausgebremst. Das Oberverwaltungsgericht stoppte im Februar den ersten Bebauungsplan für die Erweiterung des Industriestandorts in Baruth/Mark rund 50 Kilometer südlich von Berlin. Dort soll unter anderem ein neues Dosenwerk für die Energydrinks von Red Bull entstehen. Ein neuer Bebauungsplan sei vergangene Woche in einer Sonderausgabe des Amtsblattes der Stadt veröffentlicht worden, teilte die Grüne Liga mit.

„Aus unserer Sicht kann das Gericht bei der Prüfung der Rechtmäßigkeit des neuen Bebauungsplanes wie auch schon im Februar dieses Jahres zu keinem anderen Ergebnis kommen, da sonst irreversible Tatsachen geschaffen werden“, teilte der Vorsitzende der Grünen Liga Brandenburg, Heinz-Herwig Mascher, mit. Rechtsanwalt Tim Stähle: „Der Wald beherbergt geschützte Lebensstätten von Vögeln und Fledermäusen. Auch ist er CO2-Speicher. Erteilt die Behörde die Genehmigung für die Waldrodung, ist der Wald womöglich in wenigen Stunden Vergangenheit.“

Herstellung von Milliarden Dosen im Jahr geplant 

Das Unternehmen hat nach der Verzögerung wegen der Rechtsstreitigkeiten den Betriebsstart des Dosenwerks für 2028 geplant. Gegen die Erweiterung gibt es vor allem aufgrund des Wasserverbrauchs seit langem Protest. Die Unternehmen betonen stets, dass nicht mehr Wasser als bisher gebraucht werde.

Voraussichtlich sollen nach Firmenangaben rund 3,3 Milliarden Dosen pro Jahr für die Energydrinks hergestellt werden. Bislang werden die fertigen Dosen für die Abfüllung der Getränke in Baruth/Mark per Lkw zu dem Werk transportiert.