Razzia in Brandenburg und Berlin
: Polizei durchsucht Objekte bei mutmaßlichen Neonazis

UPDATE 6. Mai 2026, 9.15 Uhr: Seit dem Morgen laufen in zwölf Bundesländern Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten. Auch in Brandenburg und Berlin kommt es zu Einsätzen.
Von
dpa
Berlin
Jetzt in der App anhören

Seit dem Morgen laufen in mehreren Bundesländern Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten - auch in Berlin und Brandenburg. (Symbolfoto)

Carsten Rehder/dpa
  • Bundesweite Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremen – seit dem Morgen im Einsatz.
  • Berlin und Brandenburg: Polizei bestätigt Razzien, das BKA ist eingebunden.
  • Insgesamt in zwölf Bundesländern, nicht beteiligt sind vier: Baden-Württemberg, Thüringen, Hamburg, Bremen.
  • In NRW laufen Durchsuchungen in mehreren Städten, Details für Berlin/Brandenburg fehlen.
  • 36 Personen sollen „Jung und Stark“ oder „Deutsche Jugend voran“ angehören.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In zwölf Bundesländern laufen seit dem frühen Mittwochmorgen (6. Mai 2026) Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten. Neben Brandenburg und Berlin kommt es auch in Nordrhein-Westfalen zu Einsätzen - ausgenommen sind Baden-Württemberg, Thüringen, Hamburg und Bremen.

In Berlin werde an mehreren Orten durchsucht, bestätigte ein Sprecher der Polizei und verwies an das Bundeskriminalamt (BKA). In Brandenburg kommt es nach Angaben aus Sicherheitskreisen ebenfalls zu Durchsuchungen.

36 Personen werde die Bildung oder Mitgliedschaft in den kriminellen Vereinigungen „Jung und Stark“ sowie „Deutsche Jugend voran“ vorgeworfen, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Es bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten herausgehobene Mitglieder der beiden Gruppierungen seien, heißt es in einer Mitteilung der Behörde. Den meisten Beschuldigten werde Rädelsführerschaft zur Last gelegt. Gegen acht Beschuldigte werde auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Der jüngste Beschuldigte soll 16 Jahre alt sein. Es gebe nur Durchsuchungen, Festnahmen seien keine geplant, sagte die Sprecherin.

Gewalttaten gegen politische Gegner

Die Gruppen existieren nach Angaben der Bundesanwaltschaft seit Mitte 2024, sie seien bundesweit organisiert und haben in den Ländern Regionalgruppen. „Deutsche Jugend voran“ trete bisweilen unter dem Namen „Neue Deutsche Welle“ auf. Die Mitglieder vernetzten sich sowohl über soziale Medien als auch bei regelmäßigen Treffen. Dabei werde zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen.

„Einige Beschuldigte sollen dementsprechend Angehörige der linken Szene oder Personen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten. Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon“, hieß es.

Angriffe auf Paraden zum CSD

So gab es in den vergangenen Jahren etwa Störungen und Angriffe auf Paraden am Christopher Street Day, der den Rechten lesbischer, schwuler und anderer queerer Menschen gewidmet ist. Das Bundeskriminalamt (BKA) erklärte Mitte 2025: „Die Polizeibehörden aus Bund und Ländern beobachten seit etwa Mitte vergangenen Jahres, dass in der rechten Szene neue Jugendgruppen in Erscheinung getreten sind, die sich zunächst im virtuellen Raum gegründet haben.“ Diese träten inzwischen vermehrt durch Veranstaltungen, Störaktionen und Straftaten in Erscheinung.

Die größte dieser Gruppen war damals nach Angaben aus Sicherheitskreisen „Jung und Stark“ mit einer Anhängerzahl im mittleren dreistelligen Bereich. Die Anhängerzahl von „Deutsche Jugend voran“ wurde damals auf mehr als hundert geschätzt.

Weitere relevante Vereinigungen seien „Der Störtrupp“ sowie die Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“. Mutmaßliche Angehörige der „Letzten Verteidigungswelle“ stehen aktuell in Hamburg wegen mehrerer Gewalttaten vor Gericht.