Essen Ostern 2023
: Von magischen Eiern bis Eselsohren – und am Ostersonntag wird geschlemmt

Heutzutage fasten nur noch wenige vor Ostern. Allgemein wird auf Alkohol, Süßigkeiten, Zigaretten und Fleisch verzichtet. Doch was darf man direkt vor Ostern essen und was nicht?
Von
Lisa Klopp-Jaber
Cottbus
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Ostern 2023: An Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag soll der Verzehr von grünem Gemüse und Kräutern gut für den Geldbeutel sein.

Andreas Arnold,dpa

Papst Gregor I. ordnete im Jahr 590 an, dass in der Fastenzeit vor Ostern keine warmblütigen Tiere gegessen werden durften. Ebenfalls verboten waren tierische Produkte wie Eier, Milch, Butter und Käse sowie Alkohol. Am Tag war nur eine Mahlzeit erlaubt. Die Fastenregeln änderten sich im Laufe der Jahrhunderte.

Doch wie sah es an den Tagen direkt vor Ostern mit den Speisen aus? Was man im Volksglauben essen durfte und was nicht.

Was man vor Ostern besser nicht essen sollte

Gründonnerstag

Im Spreewald musste man am Gründonnerstag fasten, wenn man von Fieber und Zahnschmerzen verschont bleiben wollte.

Karfreitag

Früher sowie heute gilt ein Verzicht auf Fleisch am Karfreitag. Mancherorts wurde damals am Karfreitag sogar von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefastet. Der Verzehr von Fleisch sollte zu Warzen an den Händen führen. Wenn man Linsen oder Erbsen aß, sollte man Geschwüre am ganzen Körper bekommen. Selbst das Trinken von Wasser am Karfreitag führte im Volksglauben im Sommer zu vielen Mückenstichen.

Was man vor und zu Ostern essen darf

Gründonnerstag

Eiern, die in der Osterzeit gelegt wurden, wurden magische Kräfte nachgesagt. Eier, die am Gründonnerstag gelegt wurden, sollten, laut Wolfram Hennies, vor vielen Krankheiten schützen.

Es wurde meist grünes Gemüse und Kräuter gegessen, denn das sollte den Geldbeutel füllen. Oft wurde eine Suppe aus mindestens sieben Kräutern oder Eier gekocht. Dazu wurde frischer Schnittlauch serviert. Andernorts, wie beispielsweise in der Prignitz, wurden gerne Pfannkuchen gefüllt mit Schnittlauch gegessen. Im Havelland waren Spiegeleier mit Spinat und grüne Bohnen sehr beliebt. Spinat, Rüben und Honig schützten vor ungewollten Eselsohren. Neun frische Kräuter sollten zu einem langen Leben verhelfen, einer alten Bauernweisheit zufolge.

Karfreitag

Anstatt Fleisch wurden damals wie heute Eierspeisen und Fischgerichte wie zum Beispiel Bierfisch gegessen.

Ostersonntag

Das Osterwasser, was vor Sonnenaufgang von schweigenden Mädchen und Frauen geschöpft wurde, hatte eine heilende Wirkung und brachte Reinheit und Schönheit.

In manchen Teilen Brandenburgs wurde am Morgen des Ostersonntags der „Osterappel“ auf nüchternen Magen gegessen, um für den Rest des Jahres gesund zu bleiben.

Ansonsten ist es jahrhundertealte Tradition, am Ostersonntag zu schlemmen, was das Zeug hält. Braten, Fleischspeisen, Kuchen und andere süße Speisen durften auf der Festtafel nicht fehlen.