Newscamp Brandenburg 2025: Schüler lernen und berichten über Social Media und KI

Zwei Schülerinnen erproben Virtual-Reality-Brillen beim Newscamp in Frankfurt. Damit erleben sie 360-Grad-Video-Produktionen des MOZ-Video-Teams. Bei der Veranstaltung ging es um modernen Journalismus und die Herausforderungen durch Social Media und Künstliche Intelligenz.
Marc Schütz- 300 Schüler aus 14 Schulen besuchten das Newscamp 2025 in Frankfurt (Oder).
- Themen: moderner Journalismus, Social Media, KI, Fake News und Desinformation.
- Workshops boten u.a. Drohnensteuerung, VR-Brillen und KI-gestützte Bildanalyse.
- Schüler kritisierten extreme Meinungen und Hass auf Plattformen wie TikTok.
- KI wird häufig für Schulaufgaben genutzt, z.B. für Übersetzungen oder Korrekturen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Bahnhof Frankfurt (Oder) ist bereits am Morgen großer Trubel. Größer als sonst. Mehrere Schulklassen aus Brandenburg sind mit dem RE1 kurz nach neun eingetroffen. Auf dem Vorplatz befinden sich weitere Schülergruppen aus dem Umland. Warum rund 14 Schulklassen in die Grenzstadt kommen und was sie über soziale Medien und KI-Nutzung sagen.
Mehr als 300 Jugendliche von 14 Schulen haben am Mittwoch (25. Juni) am Newscamp teilgenommen, welches zum zweiten Mal auf dem Gelände der Märkischen Oderzeitung sowie an der Europa-Universität Viadrina und im rbb-Studio im Oderturm stattfand.
Im Spannungsverhältnis zwischen moderner Berichterstattung und dem Phänomen von Desinformationskampagnen und KI-Deepfakes konnten die Schüler sich mit Journalismus, sozialen Medien und Medienkonsum auseinandersetzen. Gemeinsam mit der Lausitzer Rundschau, dem öffentlichen Rundfunk und weiteren Partnern wurden dazu Workshops und Info-Points eingerichtet.
Schüler steuern Drohne über Frankfurt
Nach einem bewölkten Himmel am Morgen klarte es in Frankfurt zum Mittag zunehmend auf. Es wurde sommerlich warm auf dem Platz vor dem Druckhaus, wo es eine Vielzahl an Ständen, Workshops und Infoveranstaltungen gab. Großer Beliebtheit erfreut sich der Stand des Video-Teams der MOZ.

Die Sparkasse Oder-Spree hat das Newscamp 2025 in Frankfurt (Oder) mit ermöglicht.
Sparkasse Oder-SpreeJugendliche üben sich hier unter anderem im Bedienen einer Fernsehkamera und im Steuern eine Drohne, die hoch über den Dächern des Medienhauses im Himmel schwebt. Auch einem 17-jährigen Schüler aus Frankfurt hat der Stand besonders gefallen. Das erklärt sich auch aus seinen Hobbys. Er würde privat Drohnen fliegen und durch das Erstellen von Videos und deren Bearbeitung etwas Geld verdienen.
Doch das Newscamp bot wesentlich mehr. Der 15-jährigen Arne und sein 16-jähriger Schulkamerad Jeremy erinnern sich an die Stände, bei denen ihr Wissen über Falschnachrichten und Künstliche Intelligenz (KI) gefragt war. Eine Aufgabe war es, Bildmaterial danach zu bewerten, ob es sich um KI-Fakes handeln würde oder nicht. Den Beiden sei das Unterscheiden leichtgefallen. Das sei jedoch nicht allen so ergangen. Einige Teilnehmer berichten zudem, dass ihnen selbst derartige Bilder schon auf der Social-Media-Plattform TikTok begegnet seien. Das Problematische daran: Viele nutzen die Plattform, um sich zu informieren.
Dass sozialen Medien, Künstliche Intelligenz, Falschnachrichten und im Netz verbreitete Extrempositionen Teil des Alltages der Jugendlichen sind, bildete für eine Lehrerin aus Frankfurt die Motivation, mit ihren Schülern zum Newscamp zu kommen. Das Thema Medien und Medienbildung würde an Schulen zu wenig aufgegriffen werden, so die Lehrerin. Neben den Möglichkeiten, welche sich den Schülern durch die neuen Medien und KI-Modelle eröffnen, bräuchte es eine stärkere Aufklärung über die Gefahren, welche damit verbunden sind.
Neben einem unkritischen Umgang mit Inhalten aus dem Netz sieht sie die politischen Echokammern der sozialen Medien, in welche ihre Schüler teilweise eintauchen, problematisch. Sie setzt darauf, dass das Newscamp ihre Schüler ein Stück weit sensibilisiert.
TikTok, Instagram & Co: Echokammern extremer Meinung
Dass es auf TikTok, Instagram und Co. Echokammern mit extremen Meinungen gibt, beobachten auch einige der befragten Jugendlichen. So berichtet Pius (14) aus Petershagen, dass auf den Plattformen „sehr viele extreme Meinungen“ anzutreffen seien.
Er sei davon immer wieder überrascht. Dabei werden ihm durch den Algorithmus Videos von rechtsextremen Positionen angezeigt, wie auch Beiträge linksextremer Influencer. Dem 17-jährigen Schüler aus Frankfurt fällt dabei auf, dass es auf TikTok auch viele Hasskommentare gibt, gerade dann, wenn die Videos politisch sind.
Auch deshalb waren sich fast alle der Schülerinnen und Schüler in einem Punkt einig: Plattformen wie TikTok brauchen eine Altersbeschränkung. Während manche die Altersgrenze auf 14 Jahre heraufsetzen würden, plädierten andere für eine Altersgrenze von 16 Jahren. Marissa, Lucy und Sofie (alle 13 und aus Grünheide) argumentieren, dass immer mehr Erst- und Zweitklässler im Schulbus nur noch vorm Handy hängen würden und durch TikTok scrollen. Das sei zu früh. Andere verweisen auf Videos mit sexualisierten oder gewalttätigen Inhalten.
Und in noch einem Punkt scheinen sich fast alle Schüler einig zu sein: Dass KI ihnen im Schulalltag nutzt. Sei es um die Rechtschreibung eines Aufsatzes zu kontrollieren oder um sich einen Text übersetzen zu lassen. Fast alle der befragten Schülerinnen und Schüler nutzten verschieden KI-Modelle für ihre Aufgaben.

Die Sparkasse Oder-Spree hat das Newscamp 2025 mit ermöglicht.
Sparkasse Oder-SpreeWie mit den KI-Werkzeugen umgegangen werden sollte, worauf zu achten ist, was die Modelle können und was nicht, auch darüber wurde mit den Schülern beim Newscamp gesprochen. Die Nähe der Themen zu der Realität der Jugendlichen hatte Wirkung: Die Rückmeldung der Schülerinnen und Schüler war ausgesprochen positiv.




Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und viele andere fordern, dass es für die sozialen Medien ein Mindestalter geben sollte. Ist das sinnvoll? Da sind unsere Redakteure unterschiedlicher Ansicht.