Neue Angebote in Berlin: Comedy, Zirkus, Erlebniswelt – Neues vom Potsdamer Platz

Am Bahnhof Potsdamer Platz kann man sich im temporären Armani-Studio während der Berlinale schminken lassen. Aber auch unabhängig von den Filmfestspielen gibt neue Attraktionen.
Maria Neuendorff- Der Potsdamer Platz in Berlin lockt mit neuen Attraktionen, darunter ein Comedy-Club und interaktive Kunst.
- Comedy-Club "Punch Line Club" öffnet am 22. März mit "Two Jews"; Michael Mittermeier im November.
- Cirque du Soleil feiert im Oktober im Musical-Theater Weltpremiere; erste permanente Show in Europa.
- "The Playce" bietet Spielparadiese wie "Gamestate" und "Lane 7" mit Bowling und Indoor-Minigolf.
- Mattel-Flagship-Store "Mission. Play" eröffnet im September 2025.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Bahnhof Potsdamer Platz in Berlin-Mitte hat Armani sein temporäres Schminkstudio gleich neben einer großen Leinwand aufgebaut. Wer die Stars auf dem roten Teppich live sehen will, muss nur die Alte Potsdamer Straße zum Musical-Theater hinaufschlendern, das sich dieser Tage wieder in ein glitzerndes Premieren-Kino verwandelt hat.
Doch was ist, wenn nach dem Fest die Filmfans wieder abziehen? Wird der Potsdamer Platz, den man schon so oft totgesagt hat, dann wieder nach Sonnenuntergang verwaist sein? Was das Musical-Theater anbelangt, so gibt es gute Nachrichten zu vermelden: Im März will Comedian Michael Mittermeier im Untergeschoss eine neue Comedy-Bühne eröffnen. Im „Punch Line Club“ mit rund 850 Plätzen sollen deutschsprachige sowie internationale Stand-up-Stars ihre Programme präsentieren.
Berlin – neuer Comedy-Club öffnet im März
Den Anfang machen am 22. März „Two Jews“ mit tiefschwarzem Humor über jüdische Identität und toxische Männlichkeit. Am 30. März wird Phil Rosenthal, preisgekrönter Schöpfer der Netflix-Show „Somebody Feed Phil“, erwartet, die mit einer Mischung aus Essen, Reisen und Humor weltbekannt wurde.
Comedy-Legende Michael Mittermeier, der als eine Art Kurator für den Club in der Hauptstadt fungiert, wird selbst erst im November auf der Bühne stehen. Kurz vorher soll Ende Oktober im großen Saal des Theaters der Cirque du Soleil seine Weltpremiere feiern. „Es wird die erste permanente Show in Europa sein“, sagt Roger Goyk, Chef Einzelhandelsleasing von Brookfield Property Partners.
Der kanadische Immobilieninvestor hat 2015 insgesamt 17 Gebäude, zehn Straßen und zwei Plätze am Potsdamer Platz gekauft und das Areal mit rund 170.000 Quadratmetern Gesamtfläche jenseits des Sonycenters behutsam weiterentwickelt.
Zu den Maßnahmen gehörten neben der neuen Fußgängerzone vor allem der Umbau der Arkaden und die Rekrutierung neuer Center-Gastronomie. Das Caffè e Gelato, The Barn und das vor kurzem eröffnete Café K EL&N haben seit dem Umbau ihre Terrassen auch nach außen verlegt und sollen so noch mehr Kunden ins Center ziehen. „Inzwischen gibt es so gut wie keinen Leerstand“, sagt Goyk.

Die einstigen Potsdamer Platz Arkaden in Berlin wurden in den vergangenen Jahren umgebaut und heißen heute „The Playce".
Maria NeuendorffFür internationale Marken sei der Potsdamer Platz aufgrund seiner Lage zwischen City West und City Ost interessant. „Eigentlich ist der Potsdamer Platz das Zentrum von Berlin.“
Doch nur Einkaufen und Essen reichen nicht mehr aus, um eine Mall am Laufen zu halten. Schon der neue Name „The Playce“ – ein Wortspiel aus dem Englischen aus „Play“ und „Place“ – verrät, wo die Reise hingehen soll. Mit dem „Gamestate“ und dem 2024 eröffneten „Lane 7“ befinden sich zwei große Spielparadiese im Center, die von Bowling über Arkaden-Computerspiele bis zu Indoor-Minigolf eine große Palette bedienen. Dazu werden im klubartigen „Lane 7“ Cocktails serviert.
Für Familien mit Kindern könnte das neue „Entertainment-Center“ des Spielzeugherstellers Mattel eine Anlaufstelle werden. Die Eröffnung des über 4.400 Quadratmeter großen Flagship-Stores verzögert sich, weil Mattel eine Erlebniswelt-Eröffnung in den arabischen Emiraten vorgezogen hat. Laut Centermanagement werden Familien in der Berliner Ausgabe von „Mission. Play“ ab September 2025 nicht nur einkaufen, sondern selbst bunte Bausteine von MegaBloks stapeln, mit Hot Wheels-Miniautos gegeneinander antreten oder Barbie physisch und digital neu entdecken können.
Eine eigene interaktive Welt ist das kürzlich eröffnete „The Upside Down“. Vier interaktive Räume sowie vier Karaoke-Räume laden dazu ein, in verschieden, zum Teil auf dem Kopf stehenden Kulissen, die verrücktesten Selfies zu machen. Die Tickets gibt es ab 20 Euro.
Potsdamer Platz Berlin – interaktives Kunstwerk
Kostenfrei ist eine bunte Box, die Besucher am Nordeingang bis Mitte März zum immersiven Kunsterlebnis einlädt. „Leave your shame here – Lass deine Scham hier“, steht in bunten Lettern auf dem multisensorischen Werk der Londoner Künstlerin Annie Frost Nicholson. Wer den mit LED-Monitoren ausgestatteten Kiosk betritt, kann über eine Retro-Tastatur aus den 80er Jahren seine Gedanken und Gefühle eingeben.
Alles wird von einer opernhaften Klangkulisse begleitet. „Das System analysiert den emotionalen Zustand der Teilnehmer und visualisiert ihre Gefühle durch eine sorgfältig konzipierte Farbspektrums-Karte“, heißt es zur sogenannten Juicy Booth.

Im kürzlich eröffneten „The Upside Down“ am Potsdamer Platz in Berlin geht es um Fotos in Kulissen mit optischen Täuschungen sowie Karaoke.
Maria NeuendorffIn der Box, die täglich von 9 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet ist, sollen Besucher die derzeitigen Krisen für etwa zehn Minuten vergessen können, ist der Anspruch. „Die Juicy Booth schafft einen Moment der Stille, eine weltliche Meditation über das Dasein und eine kleine Dosis Frieden in einer sonst oft herausfordernden Welt“, erklärte die Künstlerin Annie Frost Nicholson am Mittwoch (19. Februar) zur Eröffnung.
Mit solch innovativer Straßen-Kunst soll wohl auch ein jüngeres Publikum am Potsdamer Platz gehalten werden, auch nachdem Jung-Hollywood-Stars wie Timothee Chalamet und Robert Pattinson schon wieder den Berlinale Teppich verlassen haben.

„The Upside Down" im Einkaufszentrum am Potsdamer Platz in Berlin lockt mit Räumen für besondere Fotos.
BreaktheframestudioBesonders beliebt bei allen Altersklassen scheint derzeit die Manifesto-Markthalle zu sein. Mit den internationalen Streetfood-Gerichten, die an Bistros und Bars ab 12 Euro pro Speise geordert werden können, darf man sich in Sitzgelegenheiten auf zwei Etagen pflanzen.
Besonders beliebt sind die mit Kissen ausgelegten breiten Stufen vor einem großen Bildschirm, an dem sonntags Kinderfilme und derzeit der eine oder andere Berlinale-Streifen gezeigt werden. Am Sonntag, 23. Februar, 19 Uhr, wird live die Berlinale Abschiedszeremonie übertragen.
Großes Kino für den Magen findet sich noch an anderen Ecken des Platzes. Das Vox im Grand Hyatt Hotel begeistert mit seiner Sushi-Bar und offener asiatischer Showküche. Raffinierte mediterrane Gerichte in einem türkisch-französischen Mix sowie anspruchsvolle Cocktails gibt es im „LOU the Parrot“. Damit in dem edlen Restaurant trotz gehobenen Ambientes und entsprechender Preise eine lockere Atmosphäre herrscht, legt freitags und samstags ein DJ Pop-Musik auf.



