Nahverkehr in Brandenburg
: Warum es kein Deutschlandticket nur für Rentner gibt

Wir haben beim Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung nachgefragt, warum es keinen Senioren-Rabatt auf das Deutschlandticket gibt.
Von
Lukas Böhl
Potsdam
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Deutschlandticket: ARCHIV - 12.06.2025, Niedersachsen, Hannover: Eine Person hält ein Smartphone in der Hand, auf dessen Display eine Information zum Kauf des Deutschlandtickets zu sehen ist, während sie vor einem Fahrkartenautomaten steht. (zu dpa: «Neues digitales Ticket soll Bus- und Bahnfahren vereinfachen») Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein vergünstigtes Deutschlandticket für Rentner soll es nicht geben.

Julian Stratenschulte/dpa

Für Rentner in Brandenburg wird es vorerst kein vergünstigtes Deutschlandticket geben. Das hat das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt. Die Landesregierung verweist auf die bereits bestehenden Zuschüsse für das Ticket und die angespannte Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs.

Brandenburg plant kein Deutschlandticket für Rentner

Auf Anfrage unserer Redaktion stellt das brandenburgische Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung klar, dass ein spezielles Deutschlandticket für Rentner derzeit nicht vorgesehen ist.

„Ein zusätzlich vergünstigtes Deutschlandticket für Rentnerinnen und Rentner ist in Brandenburg derzeit nicht geplant“, erklärt eine Pressesprecherin.

Der wichtigste Grund dafür sind die Kosten. Ein zusätzlicher Rabatt für Rentner müsste nach Angaben des Ministeriums dauerhaft aus dem Landeshaushalt finanziert werden. Dafür sieht die Landesregierung derzeit keinen Spielraum.

„Eine solche Ermäßigung würde dauerhaft zusätzliche Landesmittel erfordern“, so das Ministerium. Statt zusätzliche Vergünstigungen einzuführen, wolle das Land das vorhandene Nahverkehrsangebot sichern.

„Die verfügbaren Mittel müssen wir darauf konzentrieren, ein verlässliches Angebot mit Bussen und Bahnen zu sichern. Davon profitieren auch ältere Menschen“, erklärt die Sprecherin.

Ministerium hält Deutschlandticket bereits für stark vergünstigt

Das Land Brandenburg argumentiert außerdem, dass das Deutschlandticket schon heute erheblich bezuschusst werde. Auch Rentner könnten von dem bundesweit gültigen Angebot profitieren, ohne für jede Fahrt einen neuen Fahrschein kaufen zu müssen.

Nach Auffassung des Ministeriums handelt es sich deshalb bereits um ein günstiges Mobilitätsangebot, das älteren Menschen zu denselben Bedingungen wie anderen Fahrgästen offensteht.

Auch Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach hatte Ende September im Zusammenhang mit der angekündigten Preiserhöhung auf die bestehende Förderung hingewiesen. Das Deutschlandticket sei bereits stark rabattiert. Angesichts steigender Betriebskosten könnten die Länder zusätzliche finanzielle Belastungen nicht übernehmen.

Deutschlandticket wird 2027 teurer

Für Rentner in Brandenburg bedeutet die Entscheidung, dass sie weiterhin den regulären Preis bezahlen müssen. Dieser liegt 2026 bei 63 Euro monatlich. Ab Januar 2027 werden 66,80 Euro fällig – eine Erhöhung um 3,80 Euro pro Monat.

Auf ein ganzes Jahr gerechnet steigen die Kosten damit von 756 Euro auf 801,60 Euro. Das entspricht einer zusätzlichen Belastung von 45,60 Euro jährlich.