Im Verfahren um den Mord an der Cottbuser Rentnerin Gerda K. hatte der Verteidiger des Angeklagten immer wieder Vorwürfe gegen die Ermittlungsgarbeit der Polizei erhoben. Fehler bei der Spurensicherung waren ein Aspekt von mehreren gewesen, die zum Freispruch des Angeklagten geführt hatten.
Da das Verfahren offiziell noch immer nicht abgeschlossen ist, hat die Polizei sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Torsten Herbst, Sprecher des Polizeipräsidium vom Land Brandenburg teilt allerdings auf Rundschau-Nachfrage mit: „Ich darf Ihnen versichern, dass wir uns im Polizeipräsidium schon jetzt sehr genau ansehen, welche Kritikpunkte es im Verfahren an der Polizeiarbeit gegeben hat.“ Es läge im ureigenen Interesse der Polizei berechtigte Kritik anzunehmen und darauf basierend die Arbeit der Ermittler zu verbessern.

Noch keine schriftliche Urteilsbegründung

Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat mittlerweile Revision eingelegt. Eine Begründung dafür wird sie vorlegen, sobald die schriftliche Urteilsbegründung fertiggestellt ist.
Nach Auskunft von Susanne Becker, Sprecherin des Landgerichts Cottbus, kann dass allerdings noch einige Wochen dauern. Bis sich der Bundesgerichtshof mit dem Cottbuser Verfahren beschäftigt, werden also noch einige Monate vergehen.
Das Verfahren gegen den Angeklagten war wegen seines jugendlichen Alters unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt worden. Gutachter des Bundeskriminalamtes waren hinzugezogen worden, um die kriminaltechnische Arbeit der Polizei zu bewerten.