Der wegen Brandstiftung an einer Turnhalle in Nauen im Landkreis Havelland verurteilte Neonazi Maik Schneider hat sich gestellt. Das berichtet die Märkische Allgemeine aus Potsdam. Wie sein Anwalt Sven-Oliver Milke bestätigte, habe sich Schneider am Donnerstagmittag in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Luckau-Duben im Landkreis Dahme-Spreewald gemeldet.
Brandanschlag in Brandenburg Ex-NPD-Politiker zu Haftstrafe verurteilt

Karlsruhe/Potsdam

Mit Fahrrad zur JVA Luckau-Duben angereist

Milke sagte, die Gefängnisleitung habe ihm dies bestätigt. Der 34-Jährige sei mit dem Fahrrad angereist, habe dieses am Fahrradständer vor der Anstalt angeschlossen und sich dann in die Hände der Justiz begeben.
Das Brandenburger Justizministerium bestätigte auf Anfrage, dass Schneider am Donnerstag in die JVA Luckau-Duben aufgenommen worden sei.
Schneider war zu seinem eigentlichen Haftantritt am 14. Juli nicht erschienen. Sein Anwalt hatte daraufhin einen Aufschub der Haft beantragt. Das lehnte das Gericht seinen Angaben zufolge ab.

Forderung von rund 2,9 Millionen Euro Schadenersatz

Schneider und seine beiden Komplizen haben nach Überzeugung des Gerichts am 24. August 2015 eine Turnhalle in Nauen im Landkreis Havelland, die als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen war, in Brand gesetzt. Dafür und für weitere Taten wurden sie zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Die leere Halle brannte komplett nieder. Für den Wiederaufbau fordert die Ostdeutsche Kommunalversicherung Schadenersatz in Höhe von insgesamt rund 2,9 Millionen Euro.

BGH bestätigte höchste Einzelstrafe von sieben Jahren und vier Monaten

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte im Februar die Gesamtfreiheitsstrafe für Schneider aufgehoben, die höchste Einzelstrafe von sieben Jahren und vier Monaten aber bestätigt. Dafür muss er jetzt die Haft antreten. Gleichzeitig hatte der BGH den Fall zurück an das Landgericht Potsdam verwiesen, weil er Fehler bei der Bildung der Gesamtstrafe sah.
Darüber muss nun neu entschieden werden. Die Hauptverhandlung vor dem Landgericht beginnt am 16. August in einem dritten Prozess.

Fall Schneider / Nauen zuletzt am Dienstag am Landgericht Potsdam verhandelt

Zuletzt hatte das Landgericht Potsdam am Dienstag in einem Schadensersatzprozess gegen Schneider und zwei Komplitzen wegen Brandstiftung an einer Turnhalle in Nauen im Havelland verhandelt.
Der klagende Gebäudeversicherer hatte einen Vergleich abgelehnt. Einer der Mittäter hatte der Ostdeutschen Kommunalversicherung angeboten, 10.000 Euro in monatlichen Raten von 50 Euro zu zahlen. Die Versicherung sei nicht auf das Angebot eingegangen.
Das Gericht will am 24. August dieses Jahres eine Entscheidung treffen, wie es weitergeht.