Nach dem Ende der Weihnachtsferien sollen Berlins Kinder noch nicht zurück in die Schule, sondern zu Hause lernen. Aber das war für viele von ihnen gar nicht so einfach. Bei der Plattform Lernraum, die Zehntausende Schülerinnen und Schüler nutzen, hakte es wieder. Erneut war es nach Angaben von Nutzern stundenlang schwierig bis unmöglich, sich dort anzumelden.
Vor Weihnachten hatte es ähnliche Probleme schon einmal gegeben. Die Elternvertretung der Berliner Schülerinnen und Schüler kritisierte die Panne beim Start in das sogenannte schulisch angeleitete Lernen zu Hause. „Wir stehen am Anfang der Woche. Viele haben sich nach den Ferien einigermaßen motiviert und frisch vor den Computer gesetzt und dann festgestellt, das funktioniert alles nicht“, sagte Elternausschuss-Vorsitzender Norman Heise der Deutschen Presse-Agentur.
Gebrauchsanweisung für das Homeschooling Schule im Lockdown – so funktioniert’s

Cottbus

Eltern und Schüler beklagten sich auf Twitter, dass sie sich beim Lernraum nicht anmelden konnten oder lange Wartezeiten hatten. Bereits am Morgen teilte der Benutzer-Support mit: „Bei der Anmeldung dauert es etwas länger als normal.“ Das System laufe aber. Allerdings beschwerten sich auf dem Lernraum-Twitter-Account zahlreiche Nutzer auch später noch über erhebliche Probleme.

Plattform Lernraum funktioniert nicht

„Es funktioniert nicht - Punkt. Und es muss funktionieren - Punkt. Mehr kann man dazu aus Elternsicht nicht sagen“, sagte Heise. Der Elternvertreter erinnerte an die Situation vor den Weihnachtsferien, als viele Lernraum-Nutzer mehr als einen Tag lang erhebliche Schwierigkeiten hatten. Diesmal stelle sich die Situation ähnlich vertrackt oder noch schlimmer dar.
Der Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung, Martin Klesmann, erklärte: „Wir hatten unsere Dienstleister beauftragt, die Rechenleistungen so hochzufahren, dass die steigenden Nutzerzahlen aufgefangen werden können.“ Das Ziel sei gewesen, eine sichere Lastenverteilung für bis zu 120 000 Nutzer des Lernraums abzusichern.
„Dazu gab es auch zwischen den Jahren noch Videokonferenzen und fortlaufend Gespräche. Diese Kapazitäten sollen im Moment in ausreichender Form zur Verfügung gestellt werden“, sagte Klesmann. Außerdem habe Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) im Dezember 2020 die Möglichkeit eröffnet, den Schulen unbürokratisch zusätzlich die Lernplattform itslearning zur Verfügung zu stellen. „Dieses Angebot geht in Kürze an den Start.“

Wartung der Lernraum-Plattform unmittelbar vor Schulstart

Heise kritisierte außerdem, dass eine Wartung der Lernraum-Plattform unmittelbar vor dem Start angesetzt wurde: „Der Zeitpunkt für die Wartung war ungünstig, weil viele Lehrkräfte am Wochenende versucht haben, Unterlagen zu aktualisieren oder weitere hochzuladen, damit sie am Montag zur Verfügung stehen“, sagte er. Es hätte auch getestet werden müssen, ob die Plattform nach der Wartung funktioniert. Auf der Lernraum-Website wurde am Sonntag angekündigt: „Der Lernraum steht am 04.01.2021 ab 7:00 Uhr voll funktionstüchtig zur Verfügung.“

Berlin

Berlins CDU-Vorsitzender Kai Wegner kritisierte, das technische Unvermögen des Senats stehe symptomatisch für die „verkorkste“ rot-rot-grüne Bildungspolitik. „Während andere Bundesländer den Heimunterricht meistern, scheitert Berlin an der technischen Umsetzung“, so der CDU-Politiker. „Wegen des Infektionsgeschehens müssen wir Eltern und Schülern derzeit wieder viel Verantwortung übertragen. Da sollte es das Mindeste sein, dass in dieser Phase der Lernraum Berlin für alle Nutzer problemlos erreichbar ist.“

Wird der Lockdown für Schulen fortgesetzt?

Die Länderchefs beraten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), wie es angesichts der Pandemie-Lage mit den Schulen weitergehen soll. Voraussichtlich sollen sie länger als bislang geplant geschlossen bleiben. Dafür haben sich die Kultusminister der Länder in einer Schaltkonferenz ausgesprochen, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin mitteilte. Ursprünglich war ein Lockdown für die Schulen bis Ende dieser Woche vorgesehen.
Aufgrund des Infektionsgeschehens müssten unter Umständen die im Dezember beschlossenen Maßnahmen in Deutschland oder in einzelnen Ländern aber fortgeführt werden. Sollte es die Situation in einzelnen Ländern erlauben, sei die Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Stufen möglich, so die KMK.