Streik in Brandenburg
: Pflegeheime und Kitas betroffen – Wohnpark Lausitzer Seenland geschlossen

Ein Warnstreik in Pflegeheimen und Kitas in Brandenburg am Montag (19.06.) führt dazu, dass Einrichtungen teilweise geschlossen sind. Welche Orte und Landkreise sind betroffen?
Von
dpa, cd
Senftenberg/Bernau
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In einigen Pflegeeinrichtungen und Kitas in Brandenburg bleiben am Montag die Türen geschlossen.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Mehr als 600 Beschäftigte in Kitas und Pflegeheimen treten am Montag (19.6.) in Teilen Brandenburgs in einen ganztätigen Warnstreik. Die Gewerkschaft Verdi hat zu dem Streik aufgerufen. In der Uckermark seien fünf Kitas, die ambulante Pflege und Tagespflege der Volkssolidarität betroffen, teilte Verdi am Sonntag mit.

In Bernau (Barnim) gehe es um das Seniorenzentrum Regine Hildebrandt und in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) um den Wohnpark Lausitzer Seenland. Die fünf Kitas der Volkssolidarität Uckermark blieben geschlossen.

Eltern in der Uckermark wurden über Schließung der Kita informiert

„Die Eltern der betroffenen Einrichtungen in der Uckermark wurden bereits Ende der Woche darüber informiert, dass die Kitas geschlossen bleiben“, erklärt Ralf Franke gegenüber diesem Nachrichtenportal. Es gebe dort auch keinen Notdienst.

Das sind die Kitas der Volkssolidarität, Verbandsbereich Oberhavel-Uckermark, die am Montag, 19.06., ganztags bestreikt werden und für die es keinen Notdienst gibt:

  • Kita „Abenteuerland“ in Tantow
  • Kita „Haus der kleinen Zwerge“ in Angermünde
  • Kita „Knirpsenland“ in Angermünde
  • Kita „Regenbogenhaus“ in Gartz
  • Kita „Kastanienbande“ in Schwedt.

Bei den Pflegeeinrichtungen müsse zumindest teilweise ein Notdienst eingerichtet werden. „Wir müssen insbesondere in der ambulanten Pflege die Betreuung der Patienten absichern, zum Beispiel wenn Pflegebedürftige mit Medikamenten oder Spritzen versorgt werden müssen“, sagt Franke. Und auch die den stationären Einrichtungen gebe es einen Pflegenotdienst und für die Versorgung in der Küche sei gesorgt. Für die Einrichtungen der Tagespflege gebe es allerdings keinen Notdienst, so der Gewerkschafter.

In Bernau ist am Montag eine Kundgebung geplant. Die Gewerkschaft will mit den Warnstreiks in der laufenden Tarifrunde Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Rund 3500 Beschäftigte von 29 Brandenburger Wohlfahrtsunternehmen und -verbänden fielen unter Verdi-Tarifverträge.

Forderung: Angleichung der Tarife an den öffentlichen Dienst

Bisher waren drei Verhandlungsrunden im Mai und Juni laut Gewerkschaft ohne Ergebnis. Verdi fordert für die Zeit ab 1. Januar 2024 eine Angleichung der Tarifregelungen und Entgelte an die Tarifregelungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst sowie die Zahlung eines Inflationsausgleiches für 2024.

Bei der Volkssolidarität Oberhavel-Uckermark sind rund 300 Menschen zum Warnstreik aufgerufen, bei der Gemeinnützigen Gesellschaft für Alten- und Behindertenpflege mbH (GGAB) in Bernau rund 200 und bei der ASB Altenpflegeheim in Senftenberg-Brieske rund 160 Menschen.

In den vergangenen Wochen wurde über die Kostenstruktur in der Pflege intensiv diskutiert. Zahlreiche Träger befürchten, dass sie die Löhne und Gehälter nicht mehr zahlen können. Freie Wohlfahrtsverbände in Brandenburg machen mobil, weil Kranken- und Pflegekassen die Kostensätze herunterrechnen, sind immer mehr ambulanten Pflegedienste in ihrer Existenz bedroht. Das sei allerdings für Verdi kein Grund, nicht zu streiken, so Ralf Franke. Er fordert die Tariflohnpflicht in der Altenpflege. Die Träger müssten sich allerdings darauf vorbereiten und mit den Pflegekassen entsprechende Kostensatzverhandlungen führen.