Hamas in Berlin
: Haftbefehle nach Festnahme von mutmaßlichen Mitgliedern erlassen

Update 2.10.2025: Drei Männer sollen für die Hamas Waffen für Anschläge auf israelische und jüdische Einrichtungen beschafft haben. Das Bundeskriminalamt hat sie in Berlin festgenommen. Nun wurde gegen einen Beschuldigten Haftbefehl erlassen.
Von
dpa
Karlsruhe/Berlin
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Die Bundesanwaltschaft hat in Berlin drei Männer festnehmen lassen. Sie sollen mutmaßlich Mitglieder der Terrororganisation Hamas sein. (Archivbild)

Christoph Schmidt/dpa
  • Drei mutmaßliche Hamas-Mitglieder in Berlin festgenommen.
  • Verdacht: Planung von Anschlägen auf jüdische oder israelische Ziele in Deutschland.
  • Ermittlungen: Beschaffung von Waffen für mögliche Mordanschläge.
  • Festnahmen durch die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitgeteilt.
  • Artikel wird mit neuen Informationen aktualisiert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach der Festnahme von drei mutmaßlichen Hamas-Mitgliedern in Berlin sind zwei der Beschuldigten in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof erließ jeweils Haftbefehl und setzte diese in Vollzug, wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft mitteilte. Im Laufe des Tages sollte auch der dritte Beschuldigte dem Richter in Karlsruhe vorgeführt werden.

Beamte des Bundeskriminalamts hatten die drei Männer am Mittwoch in Berlin vorläufig festgenommen. Durchsuchungen gab es auch in Leipzig, wo einer der Beschuldigten wohnte, sowie bei einem vierten, nicht festgenommenen Beschuldigten in Oberhausen in Nordrhein-Westfalen.

Waffen und Munition „in erheblichem Umfang“ gefunden

Bei den Festgenommenen handelt es sich den Angaben zufolge um einen 36-jährigen deutschen Staatsangehörigen, der im Libanon geboren wurde, sowie um einen im Libanon geborenen 43-Jährigen, dessen Staatsangehörigkeit zunächst unklar war. Außerdem ist ein 44-jähriger Deutscher, der aus Syrien stammt, betroffen. Die drei Männer sollen laut der Mitteilung spätestens seit dem Sommer 2025 Schusswaffen und Munition besorgt haben.

Als sogenannte Auslandsoperateure der islamistischen Terrororganisation Hamas sollen die Festgenommenen laut Bundesanwaltschaft von Deutschland aus unter anderem ein Sturmgewehr, Pistolen und Munition beschafft haben. „Die Waffen sollten der Hamas für Mordanschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland dienen“, so die Behörde.

Bei der Festnahme hätten die Einsatzkräfte diverse Waffen gefunden - „darunter ein Sturmgewehr AK 47 sowie mehrere Pistolen, und Munition in erheblichem Umfang“, teilte die Bundesanwaltschaft weiter mit. Die oberste Anklagebehörde in Deutschland werde morgen beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs Anträge auf den Erlass von Haftbefehlen stellen.

Hamas verantwortlich für Massaker in Israel

Erklärtes Ziel der Hamas ist die Vernichtung des Staates Israel und die Errichtung eines islamischen Gottesstaates im Nahen Osten. Die Organisation ist verantwortlich für den Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 Menschen als Geiseln genommen wurden. Die beispiellose Attacke löste den Gaza-Krieg aus.

Es ist nicht die erste Festnahme von mutmaßlichen Hamas-Mitgliedern durch die Bundesanwaltschaft. Im Dezember 2023 hatte sie beispielsweise drei Männer in Berlin und einen im niederländischen Rotterdam festnehmen lassen. Sie waren nach früheren Angaben seit Jahren als Auslandsoperateure der Terrororganisation tätig und „nahmen innerhalb der Vereinigung wichtige Positionen mit unmittelbarer Anbindung an Führungskräfte des militärischen Flügels ein“. Sie sollen unter anderem nach Waffendepots der Vereinigung gesucht haben. Der Prozess am Kammergericht Berlin läuft noch.

Bundesinnenminister Dobrindt: Konkrete Bedrohungslage

Nach den Worten von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt wurde eine terroristische Bedrohungslage abgewendet. „Wir gehen davon aus, dass diese Bedrohungslage konkret war“, sagte der CSU-Politiker am Mittwochabend in Brüssel. Er sprach von verdichteten Anschlagsplänen. In den vergangenen Monaten sei nicht eindeutig klar gewesen, gegen welche Personen, Veranstaltung oder Einrichtung sich die Anschlagspläne richteten. Aber es sei gut möglich, dass sich das jetzt im Laufe der Ermittlungen ändere.

Die Hamas bestritt jegliche Verbindung zu den Verdächtigen. „Die Behauptung, dass die Festgenommenen Verbindungen zur Hamas haben, entbehrt jeder Grundlage und zielt darauf ab, den Ruf der Bewegung zu beschmutzen und die Sympathie des deutschen Volkes für unser palästinensisches Volk zu untergraben“, hieß es in einer Mitteilung der Terrorgruppe. „Die Hamas betont, dass es stets ihre Politik war und weiterhin bleibt, ihren Kampf gegen die zionistische Besatzung ausschließlich auf Palästina zu beschränken.“