„Bäume entern gegen Tesla!“ heißt der Twitteraccount, über den eine Gruppe am Montagmittag ihre Protestaktion in Grünheide publik gemacht hat. Ein Bild zeigt eine Plattform mit Plastiktüten in den Bäumen.

Die Polizei hat inzwischen bestätigt, dass sich Aktivisten auf den Bäumen befinden. Die Besetzer twittern inzwischen, dass sie von der Polizei aufgefordert wurden, den Wald zu verlassen. Eine Räumung stehe offenbar bevor.

Die selbsternannten Baumpiratinnen wenden sich gegen die Abholzung des Waldes und twittern zugelich Forderungen wie: „Kämpfe gegens Patriarchat und Ausbeutung von Mitlebewesen lassen sich nicht trennen! In solidarity with the kurdish resistance“.

Polizei setzt Spezialkräfte ein

Nach Informationen der MOZ hat die Polizei Spezialkräfte aus Potsdam eingesetzt, um die Aktion zu beenden. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera kreiste über dem Rodungsgelände. Eine Umweltschützerin sei inzwischen von einem Baum heruntergeklettert, wie ein Polizeisprecher sagte.

Am späten Nachmittag berichtet die Polizei dann, dass beide Frauen die Bäume verlassen haben. Die Aktion ist damit offenbar beendet.

Piraten distanzieren sich von Baumpiraten

Die Piratenpartei hat sich übrigens schon von der Aktion distanziert. „Wir möchten darauf hinweisen, dass diese Baumpiratinnen nichts mit uns zu tun haben und wir nicht nachvollziehen können, wie man die Nadelholzplantage mit einem gesunden Wald verwechseln kann. Diese Art Monokulturen in Brandenburg müssen ohnehin ersetzt werden“, schreibt die Partei ebenfalls via Twitter.

Streit vor Gericht geht weiter

Unterdessen geht der juristische Streit um das Waldstück weiter. Die Brandenburger Landesregierung zeigt sich trotz des vorläufigen Stopps optimistisch, dass die Rodung auf dem Gelände der geplanten Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla weitergehen kann. „Wir lassen uns davon erst mal nicht unter Druck setzen, wir sind auch in enger Abstimmung mit Tesla“, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Montag in Potsdam. Er sei davon überzeugt, dass die Behörden „einen guten Job“ gemacht hätten und das Oberverwaltungsgericht (OVG) dies anerkennen werde. Andernfalls werde geprüft, ob der Wald auch gerodet werden könne, nachdem die Vegetationsperiode schon begonnen habe.

Das OVG Berlin-Brandenburg hatte die Rodung von zunächst rund 90 Hektar des Geländes am vergangenen Wochenende gestoppt, nachdem der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg Beschwerde eingelegt hatte. Die Grüne Liga hält die Rodung für rechtswidrig, weil die Fabrik noch nicht abschließend genehmigt ist. Bis zu diesem Dienstag sind Einwendungen beim Gericht möglich. (mit dpa)