Geiselnahme in Berlin: Mann hielt Frau in Supermarkt als Geisel, Täter überwältigt

Einsatzkräfte stehen vor einem Supermarkt neben einer verletzten Person auf einer Trage. In dem Supermarkt im Süden Berlins hielt ein Mann seit dem späten Freitagabend (10.07.2026) eine Frau als Geisel. Die Geiselnahme wurde durch die Polizei beendet.
picture alliance/dpa/Carsten Koall- In Berlin-Marienfelde hält seit spätem Freitagabend ein Mann eine Frau in einem Rewe-Markt fest.
- Die Polizei ist im Großeinsatz – das SEK steht vor dem Gebäude, der Bereich ist weiträumig abgesperrt.
- Kurz nach 22 Uhr brachte der Täter die Frau in seine Gewalt und bedrohte sie, so die Polizei.
- Beamte haben Kontakt zum Geiselnehmer, Hintergründe sind bislang unbekannt.
- Beschäftigte warteten hinter der Absperrung, Rettungsdienst gab Decken aus; Straßen blieben nachts leer.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In einem Supermarkt im Süden Berlins hielt ein Mann seit dem späten Freitagabend (10. Juli) eine Frau als Geisel. Kurz nach 22 Uhr hatte der Täter die Frau in dem Rewe-Markt im Stadtteil Marienfelde in seine Gewalt gebracht und bedroht, wie Polizeisprecher Stefan Petersen-Schümann der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Gegen 9.30 Uhr am Samstag teilte die Polizei mit, dass die Geiselnahme beendet sei. „Der Täter ist überwältigt und die Geisel befreit“, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Nach Polizeiangaben sei die Lage ohne den Einsatz von Schusswaffen beendet worden. Gegen 9.20 Uhr sei der Zugriff erfolgt, sagte Polizeisprecher Florian Nath.
„Spezialeinsatzkräfte haben den Täter überwältigen und die festgehaltene Frau befreien können“, so Nath. „Die Frau ist wahrscheinlich durch ein Martyrium gegangen“, so Nath. Weitere Angaben zu ihrem Zustand konnte er zunächst nicht machen. „Glücklicherweise ist hier niemand größer zu Schaden gekommen. Es gibt keine schwereren Verletzungen, die laut aktuellem Stand zu beklagen wären“, ergänzte er.
Polizei setzt Taser gegen Geiselnehmer in Berlin ein
Dabei sei ein sogenannter Taser eingesetzt worden. Bei dem Zugriff von Spezialeinsatzkräften ist der mutmaßliche Geiselnehmer nach Polizeiangaben leicht verletzt worden und wurde in eine Klinik eingeliefert. Auch die befreite Frau, die mehr als elf Stunden gefangen gehalten wurde, kam in ein Krankenhaus. Nach ersten Angaben des Sprechers steht sie unter Schock.
Der Mann hatte die Frau kurz nach 22.00 Uhr am Freitagabend in dem Rewe-Markt im Stadtteil Marienfelde in seine Gewalt gebracht und bedroht. Zu dem Mann gab es bislang keine näheren Angaben.
„Wir haben Kontakt zu dem Geiselnehmer, zu dem Mann“, sagte Petersen-Schümann noch am Samstag um 4.30 Uhr. Der Mann habe verschiedene Forderungen gestellt. „Das waren Impulsforderungen, die sich im schwer nachvollziehbaren Bereich abgespielt haben“, so ein Polizeisprecher. Sie hätten kein „akribischen Tatplan widergespiegelt“. Über die Hintergründe der Tat war zunächst nichts bekannt. Nach ersten Erkenntnissen sollen der Mann und die Geisel vor der Tat in keiner Beziehung zueinander gestanden haben. Die Polizei betonte, dass für Anwohner keine Gefahr bestanden habe.
Supermarkt in Berlin-Marienfelde großräumig abgesperrt
Der Supermarkt war während der Geiselname großräumig abgesperrt, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) war ebenfalls vor dem Gebäude positioniert. Zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungswagen und die Feuerwehr waren vor Ort. Am frühen Morgen stellten die Beamten eine Leiter ans Gebäude und verschafften sich einen Blick in den Markt, wie ein dpa-Reporter beobachtete.
Hinter der Absperrung, mit Blick auf den Markt, harrten einige Angestellte des Supermarkts aus. Sie hatten dünne Stoffdecken umgelegt, die ihnen der Rettungsdienst bereitgestellt hatte. Nach dpa-Informationen befanden sie sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Laden.
In der Nacht waren die Straßen rund um den Tatort nahezu menschenleer. Nur vereinzelte Passanten waren unterwegs. Neben dem Supermarkt, der auf der Hildburghauser Straße, an der Ecke zum Tirschenreuther Ring liegt, befindet sich eine Tankstelle.
Marienfelde liegt im Bezirk Tempelhof-Schöneberg am südlichen Rand der Hauptstadt, weit entfernt vom Berliner Stadtgeschehen. Es ist eine ruhige Wohngegend, geprägt von Einfamilienhäusern und mehrstöckigen Wohnbauten. In der Gegend befinden sich mehrere Schulen und Kindertagesstätten.
Mitarbeiter über Geiselnahme in Berlin: „Ich bin geschockt“
Ein Mitarbeiter des Rewe-Supermarkts hatte in den Morgenstunden geschildert, wie er die seit Stunden andauernde Geiselnahme am Freitagabend aus nächster Nähe miterlebt hat. „Ich bin geschockt“, sagte der 22-Jährige zu mehreren Journalisten. Seinen Schilderungen zufolge war der Supermarkt am Freitagabend kurz vor der Schließung. Er habe die übrigen Kunden rausschicken wollen, als ein Mann ein Messer gezogen habe. „Das Messer war schon sehr groß“, berichtet er.
Er arbeite als Minijobber in der Filiale. „Ich habe nicht viel gesehen, es ist alles sehr schnell passiert. Man konnte auch nicht viel erkennen.“ Das „funkelnde Messer“ habe er aber gesehen. Er sei dann mit einer anderen Mitarbeiterin rausgelaufen und habe die Polizei gerufen.
Die Frau, die sich seit etwa 22.00 Uhr in der Gewalt des Mannes befand, ist nach Angaben des 22-Jährigen eine Mitarbeiterin. „Sie war einfach am falschen Ort zum falschen Zeitpunkt“, sagte er. „Ich wünsche, dass alles gut ist, dass sie nicht verletzt ist, dass alles gut ausgeht.“ Ihm gehe es zum Glück gut. Die Polizei bestätigte das Statement des Mitarbeiters mit Berufung auf den laufenden Einsatz zum Zeitpunkt der Aussage nicht.










