Was ist über den Corona-Fall bei Tropical Islands bekannt?

Ein mit dem Coronavirus infizierter Mann hat sich vergangene Woche für mehrere Tage im Erlebnisbad Tropical Islands in Krausnick aufgehalten. Der Mann stand mit einem ebenfalls infizierten Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen in Kontakt. Demnach hat er mit drei weiteren Erwachsenen und einem Kind das Erlebnisbad zwischen dem 20. und 23. Februar besucht. Der Landkreis Heinsberg informierte die Gesundheitsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald, wie Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher auf einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz in Potsdam bestätigt.

Welche Kontakte hatte der Infizierte bei seinem Besuch im Tropical Islands?

Nach eigenen Angaben habe die Gruppe um den Infizierten vornehmlich die große Badehalle aufgesucht. Im Sauna- und Wellnessbereich hätten sie sich hingegen nicht aufgehalten.

Mit anderen Badegästen soll auch kein Kontakt bestanden haben, nur mit den Mitarbeitern von Tropical Islands, so die Landesgesundheitsministerin. Die 91 Mitarbeiter des Badeparks zeigten demnach bislang keine Symptome.

Hat der Corona-Fall Auswirkungen auf den Badebetrieb bei Tropical Islands?

Nein. Am Donnerstagabend erklärte das Unternehmen gegenüber der RUNDSCHAU, dass der Betrieb uneingeschränkt weitergeht.

Wie hoch ist jetzt die Ansteckungsgefahr im Tropical Islands?

„Unsere bisherigen Prüfungen haben ergeben, dass kein erhöhtes Ansteckungsrisiko bestanden hat“, teilte das zuständige Gesundheitsamt Dahme-Spreewald am Donnerstag mit. „Augenblicklich tendiert die Ansteckungsgefahr gegen null.“ Das bestätigt auch ein Sprecher des Brandenburgischen Gesundheitsministeriums. „Die Charité hat anhand der Schilderungen des Infizierten eine Risikobewertung vorgenommen und ist zu dem Schluss gekommen, dass sich in der riesigen Freilufthalle eventuelle Viren nicht verbreiten können.“

Pro Jahr besuchten rund 1,2 Millionen Menschen den den Freizeitpark. Er befindet sich seit dem Jahr 2004 in der ehemaligen Cargolifter-Werfthalle, die als größte freitragende Halle der Welt gilt. Die Besucher kommen überwiegend aus Deutschland, Polen, Tschechien, Dänemark und den Niederlanden. Im Tropical Island sind etwa 640 Mitarbeiter beschäftigt. Dazu kommen noch einmal 100 externe Mitarbeiter.
© Foto: Patrick Pleul

Wie viele Besucher hatte Tropical Islands an den betreffenden Tagen?

In den betreffenden Tagen vom 20. Bis 23. Februar hatte Tropical Islands pro Tag 3500 bis 4000 Besucher. Das sagte eine Tropical-Islands-Sprecherin gegenüber der Bild. In diese Zeit hatte unter anderem das Bundesland Sachsen Winterferien. Tropical Islands hat nach eigenen Angaben pro Jahr etwa 1,2 Millionen Gäste.

Was ist mit den Mitarbeitern von Tropical Islands?

Das Kreisgesundheitsamt Dahme-Spreewald führt in Abstimmung mit dem Landesgesundheitsministerium und dem hauseigenen Gesundheits- und Hygieneteam des Tropical Islands am Freitag Tests auf den Coronavirus bei knapp hundert Ferienressort-Mitarbeitern durch, die vergangene Woche potentiell mit dem infizierten Familienvater aus NRW in Kontakt gestanden haben. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers wird am Montag mit den Ergebnissen der Tests gerechnet. Die Mitarbeiter, die an den betreffenden Tagen Dienst hatte, sind derzeit freigestellt.

Wohin können sich Bürger zum Thema Corona mit ihren Fragen wenden?

Das örtliche Gesundheitsamt hat für alle Fragen von Bürgern zum Erreger ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist den Angaben zufolge täglich zwischen 8 und 22 Uhr unter 03375/262146 erreichbar.

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus allgemein?

Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland schätzen die Experten aktuell als gering bis mäßig ein. Das Virus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten und Sprechen. Der Ursprung des neuartigen Virus liegt in China. Nach einer kürzlich von Chinas Gesundheitsbehörde vorgestellten Analyse sterben dort 2,3 Prozent der mit Sars-CoV-2 Infizierten, darunter sind bisher vor allem alte Menschen mit Vorerkrankungen.

Welche Symptome verursacht das neue Coronavirus?

Die meisten Menschen haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Hinzukommen können Fieber, Husten und Atemprobleme, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich.

Nach Angaben der chinesischen Gesundheitsbehörde komme es bei mehr als 80 Prozent der Infizierten zu milden Infektionsverläufen, knapp 14 Prozent erkranken schwer. Bei knapp fünf Prozent komme es zu lebensbedrohlichen Auswirkungen wie Atemstillstand, septischem Schock oder Multiorganversagen.

Die Inkubationszeit - der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen - beträgt nach derzeitigem Stand meist 2 bis 14 Tage. Das ist der Grund dafür, dass Verdachtsfälle zwei Wochen isoliert werden.

Wie lässt sich die neue Lungenkrankheit behandeln?

Eine spezielle Therapie für die Erkrankung Covid-19 gibt es nicht. Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt: mit fiebersenkenden Mitteln, der Therapie etwaiger bakterieller Zusatzinfektionen und mitunter mechanischer Beatmung. In Einzelfällen werden auch antivirale Medikamente getestet.

Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?

Grundsätzlich sollten alle Menschen wie bei Grippe und anderen Atemwegsinfektionen auf eine umfassende Händehygiene, eine korrekte Hustenetikette sowie Abstand zu möglichen Erkrankten achten, teilten die Behörden mit. Dadurch könne die Ansteckungsgefahr verringert werden. Für einen besseren Schutz vor Komplikationen im Fall einer Infektion mit dem neuen Coronavirus empfiehlt die Berliner Gesundheitsverwaltung älteren und vorerkrankten Menschen darüber hinaus Impfungen gegen Keuchhusten und Pneumokokken.

Kann ich mich anstecken, wenn ich ein Paket aus China bekomme?

Grundsätzlich sei unklar, wie lange das Virus auf Oberflächen überlebt, sagt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Studien legten nahe, dass es einige Stunden oder Tage seien - abhängig von Bedingungen wie Oberfläche, Temperatur oder Feuchtigkeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Infizierter Waren mit dem Virus verunreinigt, stuft die Behörde als gering ein. Auch das Risiko, dass sich ein Empfänger über ein Paket ansteckt, das auf dem Transport unterschiedlichen Bedingungen und Temperaturen ausgesetzt ist, sei gering. (mit dpa)