Foodie-Podcast aus Brandenburg: Warum das Brot in der DDR anders schmeckte

Björn Wiese hat ein Buch über sein Handwerk geschrieben. Im Podcast spricht er darüber, wie sich der Beruf des Bäckers verändert hat, denn Brot gebacken haben schon sein Vater und Großvater.
Elisabeth Voigt- Podcast fragt Bäckermeister Björn Wiese: Warum schmeckte DDR-Brot anders als heute?
- Drei Generationen Bäcker in Eberswalde, Erfahrungen von Großvater, Vater und ihm selbst.
- DDR-Zeit: staatliche Vorgaben, Materialzuteilung, „Mehlstütze“ – Brötchen kostete fünf Pfennig.
- Heute arbeitet Wiese mit Natursauerteig, regionalem Mehl und enger Vernetzung mit Landwirt und Müller.
- Buch „Opa Herbert – Ein Brot backt aus“ erschienen, Roggen-Schrot-Brot mit gleichem Namen in der Backstube.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wieso schmeckte Brot früher anders als heute? Wie hat sich das Handwerk des Bäckers über drei Generationen verändert? Bäckermeister Björn Wiese aus Eberswalde kann davon erzählen. Denn er hat erlebt, wie schon sein Vater und sein Großvater in der Backstube in Eberswalde wirkten.
Passend zum Thema hat Wiese im Aufland Verlag das Buch „Opa Herbert – ein Brot backt aus“ veröffentlicht. Wie war es, 1939 eine Bäckerlehre anzufangen, also im Zweiten Weltkrieg? Sein Großvater hat es ihm verraten. Sein Vater wiederum hat die Bäckerei in DDR-Zeiten geleitet.
Im Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden“ erfahren wir, die Food-Reporterinnen Elisabeth Voigt und Sandra Ketterer, wie sich Brot, Brötchen und auch der Geschmack von Kundinnen und Kunden im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.
Bäcker aus Brandenburg: Brot aus regionalem Mehl
Mit dem Podcast tauchen wir ein in Geschichten übers Essen, berichten über tolle Food-Orte oder Berufe im Lebensmittel-Handwerk im Land Brandenburg. Er erscheint seit Mai 2025 alle 14 Tage auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube und anderen relevanten Plattformen.
Wiese versucht heute, handwerklich aus Natursauerteig zu backen, eng vernetzt mit einem Landwirt und einem Müller seines Vertrauens. Im Bäckerhandwerk geht es jetzt um andere Probleme, die nicht minder kompliziert sind als früher. Regionaler Anbau, Vernetzung und Klimaproblematik beschäftigen den Bäcker.
Die Idee, so ein Buch zu schreiben, habe er schon länger gehabt, sagt Wiese. „Aber Bücher schreiben kann ich als Bäcker nicht“, meint er. Jedenfalls nicht allein. Als ihn Hubert Wiggering angesprochen habe, sei das etwas anderes gewesen. Im Rahmen seiner Professur als Landwissenschaftler an der Universität Potsdam befasst dieser sich mit Konzepten zur nachhaltigen Entwicklung und Nutzung von Land.
Ein Brötchen in der DDR kostete fünf Pfennig
In der DDR musste sich sein Vater den staatlichen Preis- und Sortimentsvorschriften unterwerfen, erinnert sich Wiese. Material wurde zugeteilt, Preise festgesetzt, Grundnahrungsmittel bezuschusst – zum Beispiel durch die „Mehlstütze“. „Ein Brötchen in der DDR kostete bis zur Wiedervereinigung fünf Pfennig, egal ob es von einem privaten Bäcker oder einem staatlichen Unternehmen hergestellt wurde“, so der Bäcker.
Drei Generationen Bäckerei-Handwerk
Das Buch von Hubert Wiggering und Björn Wiese „Opa Herbert – Ein Brot backt aus“ mit Illustrationen von Sophia Schrade ist im Aufland Verlag erschienen und kostet 19,90 Euro. Erhältlich ist es über den Verlag oder in der Bäckerei Wiese, Friedrich-Ebert-Straße 13, 16225 Eberswalde.
Wenn man sich zurückerinnere, denke man vor allem an die schönen Dinge, weiß er. „Wir hatten nicht die Mehlqualitäten wie heute, aber auch kein Backmittel – beides im Gemenge macht den Unterschied aus“, meint Wiese.
Durch die Scheibe seiner Backstube in Eberswalde können Kunden heute zusehen, wie die Brote geknetet und dann frisch im Steinbackofen gebacken werden. Auch das Roggen-Schrot-Brot, das wie das Buch „Opa Herbert“ heißt, entsteht dort. Wir testen im Podcast natürlich auch, wie es schmeckt.

