Flughafen BER Schönefeld
: Landebahnen werden wirklich umbenannt – kurioser Grund

Die beiden Startbahnen am Flughafen BER in Schönefeld bekommen neue Bezeichnungen. IT-Systeme und Kataster müssen angepasst werden. Das ist der Grund.
Von
Mathias Hausding
Schönefeld
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06 statt 07: Mitarbeiter des Flughafens BER entfernen am 1. Oktober 2024 Klebeband, nachdem sie mit Farbe die neue Bezeichnung auf die Landebahn gesprüht haben.

Jörg Carstensen/dpa

Es mutet zunächst an wie ein April-Scherz zur falschen Jahreszeit: Die beiden Start- und Landebahnen des Flughafens Berlin-Brandenburg werden umbenannt. Grund ist die Bewegung des Erdmagnetfeldes.

Genau gesagt ändern sich zum 3. Oktober 2024 die Bezeichnungen für die in der Navigation notwendigen Startbahnkennungen – englisch „Runway Designator“. Die Nordbahn 25R/07L am BER in Schönefeld wird zur 24R/06L und die Südbahn 07R/25L wird zur 06R/24L.

Wie der Flughafen am Dienstag (1. Oktober) mitteilt, macht die ständige Bewegung des Magnetfeldes der Erde die Anpassung notwendig. „Dadurch verschiebt sich der Nordpol jährlich um mehrere Kilometer“, erklärt die Pressestelle des BER. Alle Start- und Landebahnen weltweit seien an der Kompassrose ausgerichtet.

Vorbereitungen am BER haben 2023 begonnen

„Die genauen Gradzahlen ergeben sich aus dem Winkel der jeweiligen Bahn im Verhältnis zum geomagnetischen Nordpol.“ Wird die Abweichung zu groß, legt die Flugsicherung eine Namensänderung fest. Das betrifft alle Flughäfen weltweit zu unterschiedlichen Zeiten. Die An- und Abflugrouten ändern sich durch die neue Namensgebung aber nicht.

„Auch wenn der Unterschied nur klein zu sein scheint, ist er elementar für das Miteinander sämtlicher Prozesspartner auf dem Vorfeld und in der Luft“, betont der Flughafen. Die Startbahnkennungen seien bereits im Anflug auf den Flughafen deutlich zu sehen. Die Neumarkierung der Start- und Landebahnen sowie der Austausch von Schildern auf den Vorfeldern und Rollwegen laufen bereits seit dem 25. September.

Bereits 2023 begannen die Vorbereitungen für die Umstellung im engen Austausch mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) und den Airlines. Die Umbenennung muss in sämtlichen relevanten Dokumenten, IT-Systemen und Katastern hinterlegt werden. Auch das installierte Instrumentenlandesystem auf dem BER-Gelände sowie meteorologische Anlagen erhalten Updates. Es bleibt aber dabei, dass die eine Piste die Nordbahn ist und die andere die Südbahn.