Flughafen BER: Billigflieger Ryanair kündigt Rückzug vom Hauptstadtflughafen an

Flugzeuge der irischen Fluggesellschaft Ryanair begegnen sich am Flughafen BER. Der Billigflieger schließt bald seine BER-Basis.
Jörg Carstensen/dpa- Ryanair halbiert ab Winter das Angebot am BER und zieht sieben stationierte Jets ab.
- Begründung des Unternehmens: angekündigte Gebührenerhöhungen 2027 bis 2029 und bereits gestiegene Entgelte.
- Der Flughafenbetreiber widerspricht und spricht von laufenden Verhandlungen über Entgelte.
- Die BER-Basis soll zum 24. Oktober 2026 schließen – Berlin bleibt mit externen Flugzeugen angebunden.
- Strecken wie Bologna, Tallinn und Pisa entfallen, große Routen wie London werden stark reduziert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der irische Billigflieger Ryanair will zum Winter die Hälfte des Flugangebots am Hauptstadtflughafen BER reduzieren und seine sieben dort stationierten Flugzeuge abziehen. „Diese Entscheidung ist eine direkte Folge der jüngsten Ankündigung des Berliner Flughafens, die Gebühren im Zeitraum von 2027 bis 2029 erneut um weitere zehn Prozent zu erhöhen“, teilte Ryanair mit.
Dies geschehe, nachdem die ohnehin hohen Flughafenentgelte seit der Coronapandemie bereits um 50 Prozent gestiegen seien. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) wies dies zurück. „Eine derartige Erhöhung der Flughafenentgelte ist nicht vorgesehen“, betonte ein Sprecher. Von der Ankündigung der Fluggesellschaft sei die Geschäftsführung überrascht. Derzeit befänden sich beide Seiten in Verhandlungen über die Entgelte.
Ryanair kündigte gleichwohl an, die Basis am BER zum 24. Oktober 2026 zu schließen. Berlin werde zwar weiterhin angeflogen, jedoch mit außerhalb Deutschlands stationierten Flugzeugen. Das Verkehrsaufkommen von Ryanair am Flughafen BER reduziere sich 2027 damit um rund die Hälfte von 4,5 auf 2,2 Millionen Passagiere.
Wegfall von Verbindungen
Wegfallen sollen Verbindungen nach Bologna, Tallinn oder Pisa. Größere Verbindungen etwa nach London sollen drastisch reduziert werden.
Die sieben Flugzeuge will Ryanair an kostengünstigere Flughäfen in Ländern ohne Luftverkehrsteuer verlagern. „Alle Flugbesatzungsmitglieder haben die Möglichkeit, alternative Positionen innerhalb des Ryanair-Netzwerks in ganz Europa zu erhalten“, teilte das Unternehmen weiter mit. Das betreffe rund 210 Piloten und Crewmitglieder, die in Berlin lebten und von dort ihre Dienste anträten.
Die Fluggesellschaft baut derzeit an dem Standort einen eigenen Wartungshangar. Dieses Projekt sei von der Ankündigung nicht betroffen und soll fortgeführt werden, hieß es.
Kritik der Gewerkschaft
Airline-Chef Eddie Wilson erklärte: „Der deutsche Luftverkehr ist nicht wettbewerbsfähig. Die Regierung räumt dies selbst ein, dennoch fehlt eine klare Strategie zur Senkung der Luftverkehrsteuer und überhöhter Flughafenentgelte.“ Weitere Einschnitte im Angebot aus Deutschland seien absehbar.
Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Pläne von Ryanair als „rein profitorientierte Unternehmensstrategie“. „Beschäftigte werden wie eine beliebige Verfügungsmasse behandelt, während das Unternehmen seine Standortentscheidungen an kurzfristigen Renditeinteressen ausrichtet“, teilte der Bundesfachgruppenleiter Luftverkehr, Dennis Dacke, mit.
Schon öfter Reduzierungen am BER
Schon in den vergangenen Jahren hatte die Fluggesellschaft wiederholt Einschnitte am BER angekündigt und dies mit den hohen Gebühren begründet. Diese gelten in ganz Deutschland als besonders hoch im internationalen Vergleich. Auch Easyjet hatte vor einigen Jahren eine Flottenreduzierung am BER verkündet.
Das Passagieraufkommen am BER hat sich in den Jahren nach der Pandemie nur langsam erholt. Im vergangenen Jahr reisten rund 26 Millionen Fluggäste über Schönefeld, das waren gut zehn Millionen weniger als im Rekordjahr 2019.

