Brandenburg bereitet sich auf die Ankunft afghanischer Ortskräfte vor, die nach der Machtübernahme der Taliban ausgeflogen worden sind. In der Nacht seien zwei Maschinen im Rhein-Main-Gebiet gelandet, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Donnerstag im rbb-Inforadio. Im Laufe des Morgens würden dann „etwas über 100 Ortskräfte mit einem Konvoi der Bundeswehr“, mit Bussen, bis nach Doberlug-Kirchhain gefahren. Die Menschen könnten dann nachmittags oder abends eintreffen.
„Wir müssen damit rechnen, dass es sich um traumatisierte, teilweise schwerst traumatisierte Menschen handelt“, sagte Stübgen. „Die haben in den letzten Tagen und Wochen Dinge erlebt, die wir uns gar nicht vorstellen können.“ Sie müssten erstmal zur Ruhe kommen können.

Was erwartet die Afghanen in Doberlug-Kirchhain?

Bei der Erstversorgung sollen Menschen zum Beispiel ein Hygienepaket und andere Dinge bekommen, die sie benötigen, etwa Windeln für Kleinkinder, Kleidung und Medizin. Die Personen kämen dann drei Tage in Quarantäne, sagte Stübgen. Sie würden voraussichtlich bis Dienstag in Doberlug-Kirchhain bleiben und dann in die Bundesländer verteilt. Die Bundeswehr hatte in dieser Woche ihre Rettungsaktion begonnen.
Zunächst werde sich darum gekümmert, die Menschen herauszuholen, die am meisten gefährdet seien - das seien Ortskräfte und deren Angehörige, sagte Stübgen. Es seien zudem wahrscheinlich Flüchtlinge unterwegs, die zunächst in Nachbarländern aufschlagen. Hier sei es von „entscheidender Bedeutung“, dass die Europäische Union und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR Geld zur Verfügung stellten, um Auffanglager „heimatnah“ bereitzustellen.

Wieviele Flüchtlinge will Brandenburg aufnehmen?

Zur Frage, ob Brandenburg schon sagen könne, wie viele afghanische Flüchtlinge es aufnehmen könnte, sagte Stübgen, als Innenminister hätten sie darüber beraten und vereinbart, dass zunächst nicht jedes Land nun vorpresche und eigene Kontingente nenne. „Entscheidend ist, dass der Bund jetzt sagt: Was machen wir?“ Er habe für Brandenburg eine Aufnahmebereitschaft signalisiert, sagte Stübgen. „Und wir wissen auch, dass wir Kapazitäten haben.“