Susanna Karawanskij hat einen neuen Job. Nur wenige Wochen nach dem Ende der rot-roten Landesregierung in Brandenburg wechselt die Linken-Politikerin nach Erfurt. Karawanskij wird dort Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Zuvor war die Sächsin Sozialministerin in Potsdam.

Ein Karriereschritt ist das kaum. Mit dem Wechsel nach Thüringen steigt die 38-jährige Linke eine Stufe ab. Von der Ministerin zur Staatssekretärin – dieser Fall dürfte in der deutschen Verwaltungsgeschichte ziemlich einzigartig sein. Warum macht Susanna Karawanskij das?

Sozialministerin wird Staatssekretärin für Verkehr

Die gelernte Politikwissenschaftlerin aus Leipzig hat eine bemerkenswerte Karriere gemacht - wenn auch mit vielen Unterbrechungen. Seit mehr als zehn Jahren gehört Karawanskij zum Führungskreis der Linken in Sachsen. 2013 gelang ihr über die Landesliste der Sprung in den Bundestag. Der Wiedereinzug 2017 gelang Karawanskij nicht, zu schlecht schnitt ihre Partei bei der Bundestagswahl ab.

Im September 2018 bot sich eine neue Chance in Brandenburg, als dort die linke Sozialministerin gehen musste. Diana Golze stolperte über den Lunapharm-Skandal – die Nachfolgerin rekrutierte der brandenburgische Landesverband von den Genossen in Sachsen. Susanna Karawanskij hielt sich 14 Monate im Amt. Nach der Regierungsbildung im November war auch für Karawanskij Schluss. Das Ministerium ging an die Grünen - die neue Chefin im Sozialressort heißt Ursula Nonnemacher.

Susanna Karawanskijs Comeback ereignete am vorigen Mittwoch, als sie von Ramelow in Erfurt die Ernennungsurkunde als Staatssekretärin empfing. Das sei „neues berufliches Kapitel“ für sie, erklärte die Ex-Ministerin dazu. Ihre neuen Themen sind Verkehr, Bau und Demografie. Möglich aber, dass es dabei nicht lange bleibt.

Staatssekretärin in Wartestellung

Denn die eben vereidigte Regierung in Erfurt wird nicht von Dauer sein. Schon im April nächsten Jahres soll es im Freistaat Neuwahlen geben, darauf haben sich die Landtagsfraktionen nach dem Wahldebakel im Februar geeinigt. Wenn die Umfragewerte der Linken bis dahin weiter steigen, wären danach wohl mehr Ministerien für die Partei drin. Dann wäre die Ex-Ministerin aus Brandenburg in einer guten Position für einen neuerlichen Ministerjob.

Das Sozialministerium in Erfurt hat die 51-jährige Heike Werner inne. Auch sie ist eine Linke aus Sachsen.