Drogen in Ludwigsfelde
: Zoll und Polizei sichern 30 Kilo Crystal Meth in Drogenlabor

UPDATE, 17.07.2026, 15.30 Uhr: Zollfahnder und Bundespolizisten rücken zu einem Drogenlabor in Ludwigsfelde aus. Ermittler stellten rund 30 Kilogramm Crystal Meth und fast 50 Liter mutmaßliche Methamphetamin-Base sicher.
Von
dpa
Ludwigsfelde
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Illegales Drogenlabor ausgehoben: HANDOUT - 17.07.2026, Brandenburg, Ludwigsfelde: Staatsanwaltschaft und Zollfahndungsamt haben ein illegales Drogenlabor in Ludwigsfelde ausgehoben. Dabei wurden rund 30 Kilogramm Methamphetamin sowie fast 50 Liter mutmaßliche Methamphetamin-Base aufgefunden und sichergestellt. Foto: ---/Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Drogen: Staatsanwaltschaft und Zollfahndungsamt haben ein illegales Drogenlabor in Ludwigsfelde ausgehoben. Dabei wurden rund 30 Kilogramm Methamphetamin sowie fast 50 Liter mutmaßliche Methamphetamin-Base aufgefunden und sichergestellt.

Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg/dpa
  • Zollfahnder und Bundespolizei durchsuchen in Ludwigsfelde ein mutmaßliches Drogenlabor.
  • Mehrere Verdächtige wurden vorläufig festgenommen, der Einsatz läuft weiterhin.
  • Spezialisten sichern Spuren in einer Lagerhalle – mit Schutzanzügen und schwerer Bewaffnung.
  • Welche Drogen und Stoffe betroffen sind, ist laut Zollfahndungsamt noch offen.
  • Die Staatsanwaltschaft Berlin leitet das Verfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zollfahnder und Bundespolizei haben ein großangelegtes Drogenlabor in einem Industriegebiet in Ludwigsfelde ausgehoben. Auch schwer bewaffnete Kräfte und Spezialisten für chemische Stoffe rückten aus. Die Durchsuchungen im Auftrag der Berliner Staatsanwaltschaft dauerten auch am Freitag noch an.

Nach ersten Erkenntnissen wurde dort vor allem Crystal Meth hergestellt, teilten Staatsanwaltschaft und Zollfahndung mit. In dem illegalen Drogenlabor nahe Berlin stellten Polizei und Zollfahnder rund 30 Kilogramm Crystal Meth sowie fast 50 Liter mutmaßliche Methamphetamin-Base sicher.

Mehrere Verdächtige seien vorläufig festgenommen worden, hieß es zunächst. Inzwischen ermitteln die Behörden gegen zwölf Männer im Alter von 19 bis 47 Jahren. Sechs von ihnen befinden sich den Angaben zufolge in Untersuchungshaft. Mutmaßlicher Anführer der Gruppe soll ein 21 Jahre alter Berliner sein, in dessen Wohnung weitere Drogen gefunden wurden.

Er soll drei Mexikaner im Alter zwischen 46 und 47 Jahren zur Herstellung der synthetischen Drogen engagiert haben. Die Männer wurden in dem Labor im Industriepark Ost in Ludwigsfelde festgenommen. Es gehe um organisierte Kriminalität, da seien keine Einzeltäter am Werk, hatte ein Sprecher des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg bereits am Mittwoch erklärt. „Es gehört Logistik und ein gewisses Know-how dazu.“

Spezialisten gingen mit Schutzanzügen in die Lagerhalle. Es wurden Spuren und Beweismittel gesichert. Die Chemiker analysieren die Chemikalien zur Herstellung synthetischer Drogen. „Wir sind gerade noch in der Sichtung und in der Bewertung“, sagte der Sprecher des Zollfahndungsamtes, Christian Lanninger am Donnerstag. Zuletzt standen die Räumung und Entsorgung von Restchemikalien durch Fachunternehmen im Vordergrund.

Drogen in Ludwigsfelde: Schwer bewaffnete Polizisten im Einsatz

Mehr als 250 Einsatzkräfte waren nach Behördenangaben an den Durchsuchungen beteiligt. Polizei und Zollfahndungsamt waren am Mittwoch mit einem Großaufgebot und schwer bewaffnet in dem Gewerbegebiet angerückt. Der Einsatz dauerte am Freitag an. Auch Kräfte des Technischen Hilfswerks kamen zum Einsatz, sowie eine analytische Taskforce, die eine mögliche Gefährdung durch chemische Stoffe und Dämpfe bewertet. Es gehe um die Sicherheit der Einsatzkräfte.

Ein Bereich von etwa 30 bis 40 Metern um die Halle im Industriepark Ost wurde weiträumig abgesperrt. Schwer bewaffnete Polizisten waren an der Gottlieb-Daimler-Straße postiert. Das Gebäude mit dem Drogenlabor ist ein zweistöckiger Bau in einem Gewerbegebiet mit modernen Firmen, aber auch älteren Hallen und Garagen, in denen verschiedene kleine Firmen arbeiten.

Einsatz gegen mutmaßliches Drogenlabor in Ludwigsfelde: 15.07.2026, Brandenburg, Ludwigsfelde: Bewaffnete Polizeibeamte sperren im Industriepark Ost den Zugang in der Gottlieb-Daimler-Straße zu einer Lagerhalle. Zoll, Polizei und Technisches Hilfswerk waren im Einsatz gegen ein mutmaßliches Drogenlabor. Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Drogen in Ludwigsfelde: Bewaffnete Polizeibeamte sperren im Industriepark Ost den Zugang in der Gottlieb-Daimler-Straße zu einer Lagerhalle. Zoll, Polizei und Technisches Hilfswerk waren im Einsatz gegen ein mutmaßliches Drogenlabor.

Soeren Stache/dpa

Das Industriegebiet Ludwigsfelde ist vor allem durch das Werk von Mercedes und als ein Standort des Triebwerksherstellers MTU bekannt.

Razzia und Durchsuchungen in Berlin und Brandenburg

Die Durchsuchungen erfolgen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin, wie Behördensprecher Alan Bauer sagte. Es werde wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Zu den Hintergründen machte der Sprecher der Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben.

Am Mittwoch hatten Polizei und Zollfahndungsamt im Zuge einer größeren Razzia nicht nur das Drogenlabor im Industriepark Ost in Ludwigsfelde durchsucht, sondern auch 13 weitere Geschäftsräume und Wohnungen der mutmaßlichen Drogenhändlerbande in Berlin und Brandenburg sowie ein Objekt in Baden-Württemberg.

Parallel zu der Durchsuchung in der Halle in Ludwigsfelde fanden die Ermittler in einer Berliner Wohnung fast 50 Kilogramm Cannabisprodukte, 32 Kilogramm des Narkosemittels Ketamin sowie drei Schusswaffen.

Auf die Spur der mutmaßlichen deutsch-mexikanischen Bande kamen die Fahnder durch Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Cannabisschmuggel im Februar 2026. Die Staatsanwaltschaft vermutet weitere Hintermänner.

Drogenlabor in Ludwigsfelde: erinnert an Vorfall in Nauen

Im vergangenen Herbst war in Nauen im Landkreis Havelland ein riesiges Drogenlabor ausgehoben worden. Die Einsatzkräfte waren damals mehrere Tage im Einsatz. Einen Zusammenhang zu dem Fall gebe es bei diesem Einsatz nicht, sagte der Sprecher des Zollfahndungsamtes. Nach seiner ersten Einschätzung habe das Labor in Ludwigsfelde nicht die gleiche Dimension wie in Nauen.

Die Entdeckung des Drogenlabors erinnert dennoch an die noch viel größere illegale Produktionsstätte für synthetische Drogen in Nauen. Damals wurden 400 Kilogramm Drogen in Kristallform und tonnenweise weitere Chemikalien gefunden. Die Untersuchung und Auflösung des Drogenlabors dauerte eine Woche.

Crystal Meth ist ein Aufputschmittel aus der chemischen Kategorie Methamphetamin mit sehr starker Wirkung und hohem Suchtfaktor. Zu den synthetisch hergestellten Drogen zählen außerdem etwa Speed, MDMA und Ecstasy-Pillen.