Die Truppenverlegungen aus den USA nach Europa wurden bereits in der vergangenen Woche gebremst. Nun ist es offiziell: „Defender 2020“, das Mega-Manöver der US-Army in Europa ist beendet. „Als Reaktion auf die Ausbreitung des COVID-19 Virus und entsprechend der Weisung des Verteidigungsministeriums“ seien alle Truppenbewegungen in Europa gestoppt und das Manöver angepasst worden, teilt das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa am Montag mit.

Damit endet das größte Manöver der USA in Europa seit 25 Jahren recht unspektakulär. Statt der ursprünglich geplanten 20 000 wurden lediglich rund 6000 Soldaten über den Atlantik nach Europa verlegt. Auch die 20 000 Stück Ausrüstung - vom Panzer bis zum Transportfahrzeug - haben Europa nicht in Gänze erreicht. Die noch auf dem Atlantik befindlichen Schiffe haben die Order zum Umkehren erhalten.

Youtube Defender 2020: Was kommt mit dem Mega-Manöver der USA auf uns zu?

Defender 2020: Manöver-Teile in Deutschland abgesagt

Von den zahlreichen geplanten Manövern, die sich an „Defender 2020“ anschließen sollten, ist ein Großteil bereits abgesagt: Dynamic Front, Joint Warfighting Assessment, Saber, Strike und Swift Response - teils auf Druck der europäischen Natopartner. Das gilt auch in Deutschland. „Die in Deutschland vorgesehenen Übungsanteile auf dem Truppenübungsplatz Bergen (Niedersachsen) und Grafenwöhr (Bayern) entfallen“, teilt die Streitkräftebasis der Bundeswehr mit.

Die bereits in Europa befindliche US-Kampfbrigade werde gemeinsame Gefechtsübungen mit Natopartnern in Osteuropa im kleineren Rahmen abhalten. Für alle anderen Einheiten bereite man die Rückverlegung vor, teilt das Europakommando der US-Army mit. Aus Sorge um die Gesundheit der Soldaten und der Zivilbevölkerung.

Das bestätigt auch die Bundeswehr. „Die Unterstützungsleistung für Defender-Europe 20 im Rahmen des Host Nation Support wird durch die Bundeswehr sichergestellt. Sie orientiert sich an den veränderten Anforderungen einer Rückverlegung der an der Übung beteiligten US-Streitkräfte und weiterer Alliierter“, heißt es in einer Presseerklärung.

USA sehen Zweck von Defender 2020 dennoch erfüllt

Ihren Zweck hat die Groß-Übung dennoch erreicht. Es sei gelungen, im großen Stil Truppen und Material in Europa zu verlegen. Die US-Army spricht von 6000 Soldaten, 9000 Fahrzeugen aus den vorbereiteten Depots in Westeuropa und 3000 Fahrzeugen, die über den Atlantik transportiert wurden. Man habe auch, gemeinsam mit den Nato-Partnern, den Beweis erbracht, dass Einheiten innerhalb Europas rasch verlegt werden können.

Ähnlich optimistisch ist man bei der Bundeswehr. „Die mit der Verlegung umfangreicher alliierter Kräfte verbundenen Ausbildungsziele wurden bereits jetzt erreicht“, so die Einschätzung der Streitkräftebasis.

Defender 2020: Rollen wieder Panzerzüge durch die Lausitz?

Ob und wann die Rückverlegung der US-Truppen erneut durch die Lausitz führt, ist noch nicht bekannt. Auf dem Weg nach Polen waren Züge mit US-Panzern auch in Cottbus gesichtet worden. In Weißwasser hatte ein solcher Zug eine Brücke beschädigt. Die Details würden derzeit ausgearbeitet, teilt das Europakommando der US-Streitkräfte mit. Auch die am Manöver beteiligten Nato-Einheiten, etwa aus Großbritannien, werden zurückverlegt. „Das gemeinsame weitere Vorgehen in Deutschland wird zwischen den amerikanischen und deutschen Dienststellen eng abgestimmt“, teilt die Bundeswehr mit.

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