Die Industrie -und Handelskammern (IHK) in Potsdam und Cottbus haben darauf hingewiesen, dass selbstgefertigte Stoffmasken nicht mit Atemschutzmasken gleichzusetzen sind. Der selbstgenähte Mund- und Nasenschutz erfülle nicht die hohen Anforderungen, die an „echte“ Schutzmasken gestellt werden, hieß es am Freitag in einer Mitteilung der IHK Potsdam. Die Kammer in Cottbus schloss sich der Erklärung an. Selbstgenähte Masken dürften nicht als „Schutzmasken“ beworben werden, dies könne als unzulässige Werbung für ein Medizinprodukt gewertet und somit abgemahnt werden. Darüber hinaus drohten Straf- und Bußgeldverfahren.

Abmahnung wegen irreführender Werbung

Zudem dürfe nach Angaben der IHK nicht der Eindruck erweckt werden, dass die Masken Schutz vor dem Corona-Virus böten, denn auch diese Aussage könne als irreführende Werbung abgemahnt werden. Die Kammern raten deshalb, auf das Wort „Schutz“ verzichten.

Weil vielerorts ein Mangel an Schutzmasken besteht, werden Behelfsmasken hergestellt. In Oranienburg etwa nähen nach Angaben der Stadt derzeit zehn Mitarbeiter gemeinsam mit der Caritas Stoffmasken, um insbesondere städtische Allgemeinarztpraxen zu versorgen. Aktuell würden rund 200 Masken pro Tag hergestellt und gegen ein geringes Entgelt weitergeben. In Frankfurt (Oder) nähen nach Angaben der Caritas viele Privatpersonen inzwischen zu Hause Behelfsmasken, weitere würden aber gebraucht. Diese könnten im CVJM Haus abgegeben werden, teilte der Verband mit. Von dort aus würden sie über die Initiative „FF-Hilft“ an Menschen mit Bedarf verteilt.

Das Amt Burg (Spreewald) rief Einwohner zum Nähen von Behelfsmasken auf. Beispielsweise benötige das Rehazentrum etwa 1000 Stück. Auch andere Einrichtungen wie Arztpraxen und Kitas hätten Bedarf, teilte das Amt mit. Zur Herstellung sollten ausschließlich Stoffe aus 100 Prozent Baumwolle verwendet werden, um eine Reinigung mit mindestens 60 Grad zu gewährleisten.