Die meisten Menschen haben jetzt ein Impfangebot erhalten, jede Person die sich gegen Corona impfen lassen will, könnte das tun. Dennoch entscheiden sich viele Menschen noch dagegen – vor allem in Sachsen ist die Impfquote niedrig. Lediglich 55,5 Prozent der Bürgerinnen und Bürger im Freistaat sind vollständig geimpft. In Brandenburg liegt die Impfquote etwas höher. Hier waren am 12. Oktober 59,4 Prozent vollständig geimpft.
Der Druck soll sich auf Ungeimpfte aber nun erhöhen. Seit 11. Oktober sind Corona-Schnelltests kostenpflichtig.
  • Was kosten die Corona-Tests seit dem 11. Oktober?
  • Wer hat noch Anspruch auf kostenlose Tests?
  • Wo werden überall Tests in Brandenburg und Sachsen benötigt?

Kostenpflichtige Tests: Warum kosten sie jetzt Geld?

Ungeimpfte werden für Verdienstausfälle wegen einer angeordneten Corona-Quarantäne im Normalfall nicht mehr entschädigt. Einen bundesweit einheitlichen Starttermin gibt es nicht, aber die Bundesländer wollen diese Regelung im Laufe des Oktobers umsetzen. Im Bund-Länder-Beschluss ist der 1. November 2021 als spätester Termin vorgesehen. Seit 11. Oktober müssen Schnelltests, die Ungeimpfte oft beim Zugang zu Restaurants oder Veranstaltungen brauchen, in der Regel selbst bezahlt werden.
Die Regierung will damit den Druck auf Impfunwillige erhöhen. Wer sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen will, obwohl für ihn ein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht, muss nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die finanziellen Konsequenzen tragen.
Der Gesundheitsminister betonte, dass 95 Prozent der Covid-19-Intensivpatienten ungeimpft seien. Das Pflegepersonal habe dadurch „sehr viel Mühe und Belastung, die nicht nötig wäre“. Es bleibe dennoch dabei, dass nicht nach dem Warum der Erkrankung gefragt werde und jeder behandelt werde, stellte Spahn klar.

Was kosten Corona Schnell-Tests in Brandenburg und Sachsen?

Was der Schnelltest genau kosten wird, kann nicht vorhergesagt werden. Denn: Die Hersteller können die Preise natürlich selbst setzen. Geschätzt werden die Kosten aber zwischen 15 und 30 Euro pro Test. Teststellen-Betreiber konnten pro Test 18 Euro abrechnen. Im Sommer, als die Tests weniger nachgefragt wurden, wurde das Geld aber auf 12,50 Euro gekürzt.
Der Bund bezahlt seit März für jeden Bürger und jede Bürgerin mindestens einen Schnelltest pro Woche. Die Kosten belaufen sich dafür bei über drei Milliarden Euro.

Ausnahmen bei kostenpflichtigen Corona-Tests: Wer ist ausgenommen?

Grundsätzlich darf sich jede Person weiterhin einmal wöchentlich kostenlos testen lassen, wer keine Impfung bekommen kann. Das betrifft folgende Personengruppen:
  • Kinder unter zwölf Jahren
  • Personen, die aus medizinischen Gründen keine Impfung bekommen können
  • Schwangere in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft
  • Personen, die wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne sind und zur Beendigung der Isolation einen negativen Test brauchen
  • Bis zum 31. Dezember: Alle Minderjährigen und alle Schwangere, alle Studierende aus dem Ausland, die mit nicht-anerkannten Impfstoffen geimpft wurden
  • Studienteilnehmer zur Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen

3G und 2G in Sachsen und Brandenburg: Wo werden Tests benötigt?

Seit Mitte des Monats September gelten in Brandenburg und Sachsen gilt neue Corona-Verordnungen. Damit wurde das sogenannte 2G-Optionsmodell eingeführt. Das bedeutet, dass bestimmte Branchen und Bereiche entscheiden können, ob sie den Zugang nur für Geimpfte und Genesene ermöglichen. In diesen Fällen reicht ein Corona-Test nicht aus.
Viel üblicher ist in Brandenburg und Sachsen aber das 3G-Modell: Wer geimpft, genesen oder getestet ist, kann an bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens teilnehmen. 3G gilt in der Regel für Innenräume.
Abhängig von der Inzidenzstufe im jeweiligen Stadt- oder Landkreis gelten in beiden Bundesländern für Einrichtungen und Angebote bestimmte Corona-Beschränkungen. Der 3G-Grundsatz, bei dem nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zutritt haben, gilt ab einer Inzidenz von über 20 in Brandenburg und in Sachsen ab einem Wert von über 35.
Ab Mitte Oktober wird die Testpflicht in Brandenburg jedoch gelockert – dann wird die relevante Inzidenz für regelmäßige Testungen von 20 auf 35 steigen. Näheres dazu gibt es hier:
Das gilt sowohl für die Gastronomie als auch für Beherbergungsbetriebe wie Hotels.
Genaueres zur Corona-Schutzverordnung in Sachsen lest ihr hier nach: