Club in Berlin
: Queerer Kultclub – SchwuZ meldet Insolvenz an

Es ist einer der ältesten queeren Clubs Deutschlands: Das SchwuZ in Berlin existiert seit rund 50 Jahren. Jetzt veröffentlichen die Betreiber eine ernste Nachricht.
Von
dpa
Berlin
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Im Queeren Nachtclub „SchwuZ“ steht in leuchtenden Buchstaben „Cheers Queers“.

Christophe Gateau/dpa
  • Der Berliner Club SchwuZ meldet Insolvenz an – drohende Zahlungsunfähigkeit als Grund.
  • SchwuZ, gegründet 1977, ist einer der ältesten queeren Clubs Deutschlands, seit 2013 in Neukölln.
  • Trotz Insolvenz bleibt der Betrieb vorerst bestehen – Zukunft hängt von Besucherzuspruch ab.
  • Club ruft via Instagram zur Unterstützung auf: „Komm vorbei. Tanz. Feiere!“
  • Grünen-Fraktion warnt: Berliner Clubkultur und queere Subkultur in ernster Gefahr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Berliner Club SchwuZ hat Insolvenz angemeldet. „Einer der größten queeren Clubs in Berlin, Deutschland – vielleicht Europa – steht auf der Kippe“, teilten die Betreiber am Donnerstag (1. August 2025) auf Instagram mit. Der Club habe wegen wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden müssen. „Nicht, weil wir bereits jetzt zahlungsunfähig sind, sondern weil wir es bald wären und wir nun die Reißleine ziehen müssen.“

Sie hätten versucht gegenzusteuern, durch Veränderungen bei Strukturen, beim Programm und die schmerzhafte Trennung von Mitarbeitern. Aber die wirtschaftliche Lage sei „noch ernster als gedacht“.

Berliner Club postet emotionalen Appell

Erst vor einer Woche hatten Menschen im Club den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Das SchwuZ – kurz für Schwulen-Zentrum – wurde im Jahr 1977 gegründet und ist seit einigen Jahren im Stadtteil Neukölln untergebracht. Trotz des Insolvenzantrags soll das Programm vorerst weitergehen.

„Das Insolvenzverfahren verschafft uns etwas Zeit. Ein paar wenige Wochen, um zu prüfen: Gibt es einen Weg in die Zukunft? Gemeinsam mit euch?“, hieß es in der Nachricht. „Ob es weitergehen kann, hängt auch von dir ab. Zeig, dass das SchwuZ gebraucht wird.“

Im Jahr 2013 zog der Club vom Mehringdamm in Kreuzberg nach Neukölln ins Rollbergviertel und in deutlich größere Räume, in die mehr als 1000 Menschen passen. Nun fordert das Schwuz seine Follower auf Instagram auf, den Club wieder öfter zu besuchen: „Komm vorbei. Tanz. Feiere! Teile diesen Post. Gemeinsam können wir bewirken, dass es weitergehen kann.“

Sorge um Berliner Clubkultur

Geschäftsführerin Katja Jäger bestätigte, es sei Insolvenz für die SchwuZ Club Verwaltungs GmbH und die SchwuZ Kulturveranstaltungs GmbH beantragt worden. Der Club ist ein wichtiger Ort der LGBTQIA+-Bewegung, also etwa für lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen.

„Mit dem SchwuZ kämpft einer der bedeutendsten queeren Clubs der Stadt ums Überleben“, teilte die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus mit. Einmal mehr werde deutlich, wie dramatisch die Lage für die Berliner Clubkultur inzwischen sei. Auch Berlins früherer Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) warnte, die queere Subkultur sei in ernster Gefahr.