BVG in Berlin
: Testpersonen für autonomes Fahren gesucht

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) schicken in Berlin erstmals autonom fahrende Autos auf öffentliche Straßen. Noch im Sommer 2026 sollen erste Fahrgäste unterwegs sein.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Dieser VW-Kleinbus der BVG in Berlin fährt ohne Fahrer.

Einer dieser autonomen VW-Kleinbusse wird demnächst für die BVG Fahrgäste fahrerlos durch Berlin befördern.

BVG/Florian Bündig
  • BVG testet autonome Kleinbusse in Berlin – erste Fahrgäste sollen im Sommer 2026 fahren.
  • Testgebiet NoWeL4: Teile von Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf.
  • Fünf VW ID. Buzz AD mit Sensorik fahren Level 4, Sicherheitsperson sitzt noch vorn.
  • Shuttles bedienen rund 80 Haltepunkte, Buchung per App, Betrieb Mo–Fr 9 bis 16 Uhr.
  • Testpersonen können sich bewerben, kostenlose Fahrten; Barrierefreiheit folgt erst später.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es sind weder Mercedes noch Tesla, sondern die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die in der Hauptstadt Berlin erstmals autonome Autos auf öffentliche Straßen bringen.

Die ersten Fahrzeuge, bei denen kein Mensch mehr am Steuer sitzen muss, sind schon im Berliner Nordwesten unterwegs. Allerdings noch ohne Fahrgäste. Die Testfahrten-Premiere mit Fahrgästen soll aber noch vor der Jahresmitte 2026 erfolgen, heißt es von der BVG.

Beim autonomen Fahren handelt es sich um das Forschungsprojekt NoWeL4, welches die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt unterstützt, erklärt deren Sprecherin Petra Nelken auf Nachfrage.

BVG in Berlin: Autonomes Fahren von Spandau bis Charlottenburg

NoWeL4 steht für Nord-Westraum Level 4. Fünf VW-Kleinbusse werden in einem etwa 15 Quadratkilometer großen Testgebiet mit Fahrgästen unterwegs sein. „Es umfasst Teile von Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf“, erklärt Nelken. Genauer gesagt werden die autonom fahrenden Autos in dem Gebiet zwischen der Altstadt Spandau und dem Jakob-Kaiser-Platz in Charlottenburg-Wilmersdorf unterwegs sein.

Die Shuttles bewegen sich frei im definierten Gebiet und bedienen bei Bedarf rund 80 Bushaltestellen und virtuelle Haltepunkte. Anders als bei den Vorgängerprojekten in Berlin sind die neuen Fahrzeuge fähig, auf dem Autonomielevel 4 zu fahren. Dieses Level ist die Voraussetzung für einen komplett fahrerlosen Betrieb.

„Ein Mensch auf dem ,Fahrersitz‘ ist während der Testfahrten nur noch zur Sicherheit an Bord, um die Abläufe zu kontrollieren und im Notfall einzugreifen“, erklärt Nelken. Laut BVG sind die schwarzen Kleinbusse des Typs VW ID. Buzz AD mit modernster Sensorik ausgestattet: 13 Kameras, neun Entfernungsmesser und fünf Radarsensoren sorgen für einen 360-Grad-Blick und ermöglichen sicheres Fahren bei jedem Wetter.

Die Fahrzeuge werden zusätzlich aus einer Leitstelle fernüberwacht. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Verkehr im Rahmen der Förderrichtlinie „Autonomes und vernetztes Fahren in öffentlichen Verkehren“ mit insgesamt 9,5 Millionen Euro gefördert.

Testpersonen gesucht: Erlaubnis für autonomes Fahren

Die rechtliche Grundlage zur Nutzung autonomer Fahrzeuge in Deutschland bieten das Gesetz zum autonomen Fahren sowie die Verordnung zur Genehmigung und zum Betrieb von Kraftfahrzeugen mit autonomer Fahrfunktion in festgelegten Betriebsbereichen.

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat dafür diversen Herstellern jeweils eine bundesweit geltende Erprobungsgenehmigung erteilt, die es ermöglicht, autonome Fahrzeuge und deren Entwicklungsstufen auch in Berlin einzusetzen.

„Das Testgebiet im öffentlichen Straßenland ist damit um ein Vielfaches größer als bei bisherigen Projekten“, heißt es von der BVG. Bislang wurden seit 2018 autonom fahrende Mini-Busse unter anderem auf dem weitläufigen, aber klar abgegrenzten Campus der Universitätsklinik Charité in Mitte getestet.

Nach der jetzigen Testphase im öffentlichen Straßenland, die 2027 endet, soll das autonome Fahren zum festen Bestandteil der Hauptstadt-Mobilität werden. Wenn alles gut geht, plant die BVG nach eigenen Angaben Fahrzeugzahlen bis in den fünfstelligen Bereich.

Autome Shuttels für Testpersonen kostenlos

Mit der neuen Flotte soll der klassische Nahverkehr mit flexiblen, autonomen Angeboten verknüpft werden. Ziel ist es, Berliner und Pendler auf der letzten Meile in den Randbezirken besser anzubinden.

In der Pilotphase ist der Kreis der Fahrgäste noch begrenzt. Wer Lust hat, kann sich als Testperson bewerben. „Die Vorbereitungen für den Betrieb laufen und machen gute Fortschritte“, sagt BVG-Sprecher Markus Falkner. „Wir informieren rechtzeitig, bevor es losgeht.“ Details  will die BVG demnächst veröffentlichen.

Die Shuttles fahren dabei nach Bedarf und Nachfrage, und nicht nach Fahrplan. Die Buchung erfolgt per App, die den nächstgelegenen Haltepunkt anzeigt und zum Ziel leitet. Die Betriebszeiten sind Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr. Die Nutzung ist für Testpersonen kostenlos.

Die Fahrzeuge sind im Testbetrieb noch nicht für Rollstuhlfahrer geeignet. „Die Entwicklung barrierefreier Lösungen ist jedoch ein erklärtes Ziel für den späteren Regelbetrieb“, betont die BVG.

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