Die Bundeswehr ist aktuell in 14 verschiedenen Ländern im Einsatz, in der Diskussion sind weitere Auslandsmissionen. „Der Preis, den die Soldaten dafür zahlen ist hoch. Vielleicht zu hoch“, sagt Jobst Viehweger, Fallmanager vom Bund Deutscher Einsatz-Veteranen. Viehweger betreut Männer und Frauen, die nach ihren Einsätzen an Posttraumatischen Belastungsstörungen leiden. Einige seiner Klienten leben in der Lausitz.

Sie leiden unter schweren psychischen Folgeschäden, die oft erst Jahre nach dem Einsatz zum Ausbruch kommen. „Oft sind die Soldaten dann schon längst aus dem Dienst ausgeschieden und müssen mühsam um die Anerkennung ihrer Krankheit als Wehrdienstbeschädigung kämpfen“, sagt Viehweger.

PTBS-Opfer leiden an Alpträumen und Schlafstörungen, Übelkeit, Durchfällen oder Rückenschmerzen. Sie bekommen Panikattacken oder Atemnot. Lautes Knallen, plötzliche Bewegungen oder der Geruch nach nach gegrilltem Fleisch lösen sogenannte Flashbacks aus – die Betroffenen werden urplötzlich in die Einsatzvergangenheit zurückgesetzt und spüren Todesangst.

Die Bundeswehr hat inzwischen auf die steigenden Fallzahlen reagiert. Es gibt eine anonyme Notfall-Hotline, PTBS-Beauftragte und Therapiekonzepte, die auch die Angehörigen mit einschließen. Der Buhnd der Einsatz-Veteranen aber fordert eine bessere Unterstützung der Opfer. Die Verfahren für die Anerkennung der Krankheit dauern zu lange, die Entschädigungszahlungen für die oft berufsunfähigen Betroffenen seien zu gering. „Dabei haben die Betroffenen weder die zeit noch die Kraft für lange juristische Auseinandersetzungen“, sagt Jobst Viehweger. Einer seiner Lausitzer Klienten hat Jahre gebraucht, um sich seiner Krankheit zu stellen.