Brand bei Jüterbog
: 116 Hektar Wald auf altem Truppenübungsplatz in Flammen

Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog lodert seit Tagen ein Waldbrand. Die Feuerwehr kann nur eingeschränkt eingreifen. Im Boden liegt überall alte Munition.
Von
Monika Wendel, dpa
Jüterbog
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Rauch steigt aus einem Waldgebiet bei Jüterbog auf. Seit ein paar Tagen brennt es im Landkreis Teltow-Fläming auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, der mit Munition belastet ist.

Manuel Genolet/dpa
  • Waldbrand bei Jüterbog weitet sich auf 116 Hektar aus – Gebiet mit alter Munition belastet.
  • Direkter Löscheinsatz ist zu gefährlich, Feuerwehr setzt auf 50 Meter breite Brandschutzstreifen.
  • Flammen bis zu einem Meter hoch, Drohnenvermessung ist für Montag angekündigt.
  • Wind könnte Ausbreitung fördern, Regen wird erst am Dienstag erwartet.
  • Hubschrauber oder Löschpanzer bleiben vorerst außen vor, Kosten und Verhältnismäßigkeit sprechen dagegen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der erste große Waldbrand im Jahr 2026  in Brandenburg hat sich auf einem mit Munition belasteten Gebiet bei Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) im Südwesten Brandenburgs rasch ausgebreitet. Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz war nach Angaben der Stadt zunächst eine Fläche von rund 113 Hektar betroffen. Inzwischen brennt das Feuer auf einer Fläche von 116 Hektar.

Wegen des Windes rechnet die Feuerwehr mit einer weiteren Ausdehnung in dem Gebiet, das ein Naturschutzgebiet mit seltenen Tierarten ist. Der Brand war am Freitag (1. Mai 2026) ausgebrochen. Zunächst waren 2,5 Hektar betroffen. Seit Tagen sind Rauchwolken zu sehen und der Qualm zu riechen. Bewohner umliegender Orte sind nicht in Gefahr.

Das Bittere: Die Feuerwehr muss es brennen lassen, weil ein direkter Löscheinsatz wegen der alten Munition im Boden zu gefährlich wäre. Die Einsatzkräfte müssen auf Abstand bleiben. „Es ist immer das gleiche Dilemma“, sagte Stadtbrandmeister Rico Walentin. Er kennt die Waldbrände auf ehemaligen Truppenübungsplätzen aus den vergangenen Jahren.

Im Jahr 2023 brannte es bei Jüterbog auf rund 700 Hektar. Die Stadt im Landkreis Teltow-Fläming liegt südlich von Berlin und an der Grenze zu Sachsen-Anhalt.

Einsatz ohne Spezialtechnik und Hubschrauber

Die Feuerwehr setzt in dem Waldbrandgebiet auf das angelegte Netz aus rund 50 Meter breiten Brandschutzstreifen. In diesen Schneisen gibt es wenig Bewuchs - also wenig brennbare Vegetation - und Wege aus Sand. Das Feuer läuft auf diese Streifen zu und geht dann von allein aus, wie Stadtbrandmeister Walentin erklärte. „Das funktioniert.“ Deshalb seien nur wenige Feuerwehrkräfte zur Sicherheit vor Ort. Die Flammen sind laut Feuerwehr maximal ein Meter hoch. Eine neue Vermessung der Brandfläche per Drohne soll am Montag (4. Mai 2026) folgen.

Der Waldbrand bei Jüterbog breitet sich immer weiter aus.

Manuel Genolet/dpa

Stadtbrandmeister Walentin hofft nun aber auf reichlich Regen. Niederschläge seien wohl erst am Dienstag (5. Mai 2026) zu erwarten, sagte er.

Auf die Anforderung eines Hubschraubers oder Löschpanzers, der in das mit Munition belastete Gebiet vordringen könnte, verzichtete die Einsatzleitung bislang. Ein Hubschrauber-Einsatz wäre teuer und nicht verhältnismäßig, sagte Walentin. Wirklich löschen lasse sich ein Brand nur vom Boden aus, zudem greife das System der Waldbrandschutzstreifen gut. 2023 waren Hubschrauber und ein Löschflugzeug bei Jüterbog im Einsatz.

Vom 19. Jahrhundert bis in die 1990er-Jahre wurde das Gelände laut der dort zuständigen Wildnisstiftung militärisch genutzt. Danach entwickelte sich die Natur weitgehend ungestört. Auf Teilen der Fläche wurde Munition geräumt, auch Wanderwege sind angelegt.

Das Feuer brach in einem Gebiet mit Birken, Kiefernwald und Heidekraut aus - nicht zum ersten Mal. Klassischen Wirtschaftswald und eine forstliche Nutzung gibt es in dem Naturschutzgebiet nicht. In der Nähe des brennenden Gebietes stehen Windkraftanlagen.

Rückzugsort für seltene Arten

Der Waldbrand auf dem tausende Hektar großen, ehemaligen Truppenübungsplatz „Altes Lager“ ist nach Einschätzung der Wildnisstiftung für Tiere fatal. „Da werden viele Tiere vernichtet“, sagte Antje Wurz vom geschäftsführenden Vorstand. Vögel, die am Boden brüten, könnten ihre Küken nicht retten. „Es ist außergewöhnlich, dass es so früh im Jahr einen solchen Waldbrand gibt“, meinte die Forstwissenschaftlerin Wurz. Warum es zu dem Feuer kam, ist unklar.

In den vergangenen 35 Jahren hätten sich seltene Arten auf dem ehemaligen Militärgelände angesiedelt, so die Wildnisstiftung. Darunter sind unter anderem Wildbienen, Heuschrecken und Eidechsen, die dort Rückzugsorte finden. Aber auch Brutvögel wie der seltene Wiedehopf haben dort ihren Lebensraum gefunden. 

„Waldökosysteme können sich erholen“, sagte Expertin Wurz. Aber es werde für die Natur schwieriger, je öfter es Brände auf derselben Fläche gebe. 

Woidke würdigt Engagement der Einsatzkräfte

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte den Einsatz der Feuerwehrleute beim Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog. „Die Waldbrandsaison beginnt - auf unsere Einsatzkräfte ist Verlass. Danke!“, sagte er laut einem Instagram-Beitrag der Staatskanzlei in Potsdam. Fast in ganz Brandenburg gilt wegen der Trockenheit und sommerlicher Temperaturen eine hohe Waldbrandgefahr.