Ein knappes Jahr in der Corona-Pandemie ist die Kurzarbeit zum stabilisierenden Faktor auf dem Lausitzer Arbeitsmarkt geworden. Im Januar wurden rund 4500 Lausitzer zur Kurzarbeit gemeldet, teilte die Cottbuser Agentur für Arbeit am Freitag mit. Das bedeutet, dass viele Unternehmen auf Entlassungen verzichten, um ihr Personal nicht zu verlieren. „Die Betriebe halten dann ihr Personal, wenn sie eine Perspektive haben, dass es schnell wieder besser wird“, sagte Heinz-Wilhelm Müller, der Chef der Arbeitsagentur.
Aber dahinter steckt keine steigende Tendenz - im Gegenteil. Die Kurzarbeit ist schon wieder deutlich gesunken. Im April, auf dem Höhepunkt des ersten Lockdowns, wurden fast 40.000 Lausitzer zur Kurzarbeit gemeldet.

Lausitzer Firmen stellen kaum ein

Alles in allem sind die Auswirkungen des Lockdowns auf den Lausitzer Arbeitsmarkt moderat geblieben. So hat sich die Arbeitslosigkeit nur wenig erhöht. Die aktuelle Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent liegt nur einen halben Punkt höher als im Januar 2020.
Gestiegen ist indes der Anteil der Langzeitarbeitslosen. In diese Kategorie fallen aktuell knapp 8000 Personen - das sind 1500 mehr als im Vorjahr. „Diese große und größer werdende Gruppe bleibt unser Problembereich“, sagte Müller.
Zudem gibt es deutlich weniger Jobangebote. Zurzeit sind im Cottbuser Agenturbezirk knapp 5200 Stellen offen - das sind 600 weniger als im vorigen Januar. Die Lausitzer Unternehmen stellen momentan pandemiebedingt kaum neue Mitarbeiter ein. „Aber das wird sich im Frühjahr sicher ändern“, sagte Agenturchef Müller.