In Deutschland sind nach einer Mitteilung des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erstmals Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Hausschweinen in Brandenburg aufgetreten. Dies habe das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) am Donnerstag nachgewiesen. Bislang war diese Schweinepest in Deutschland nur bei Wildschweinen aufgetreten.
Die positiv getesteten Schweine stammen demnach aus einem Bio-Betrieb im Landkreis Spree-Neiße und einer Kleinst-Haltung im Landkreis Märkisch-Oderland. Damit liegen auch die Fälle bei Hausschweinen in den bereits von der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen betroffenen Landkreisen nahe der polnischen Grenze. Um die betroffenen Betriebe sollen jetzt Schutzzonen und Überwachungszonen eingerichtet werden. Sämtliche Tiere in den beiden Beständen würden getötet und unschädlich beseitigt.

Landkreis Spree-Neiße richtet Restriktionszonen ein

Wie der Landkreis Spree-Neiße mitteilt, wurde der Fall entdeckt, nachdem ein Hausschwein starb, dass asymptotische Anzeichen aufwies. Deshalb wurde eine Untersuchung der Todesursache aufgenommen. Der Amtstierarzt veranlasste die unverzügliche Sperrung der betroffenen Anlage. In der Anlage befinden sich etwa 200 Schweine.
Im Krisenstab des Landkreis Spree-Neiße wurden weitere nunmehr erforderliche Maßnahmen besprochen. Bereits am Donnerstag, 15. Juli, hat der Landkreis mit der Allgemeinverfügung die Einrichtung von Restriktionszonen vorgenommen und bekanntgeben. Die Einschränkungen umfassen unter anderem ein Betretungs- und Ernteverbot.
Zahlreiche Freiwillige sind weiterhin auf der Suche nach Überresten von Wildschweinen. Alle Funde werden beprobt und fachmännisch entsorgt. Bisher wurden im Landkreis insgesamt 286 Wildschweinfunde registriert. Davon sind 107 Fälle positiv auf den Virus der Afrikanischen Schweinepest untersucht worden. 36 dieser betroffenen Fälle wurden bei Jerischke, 71 in der Nähe des Ortes Sembten aufgefunden.

Fast 1270 Fälle von Afrikanische Schweinepest in Brandenburg nachgewiesen

„Wichtig ist nun, dass wir zügig die Ursache für den Eintrag in die Schweinebestände finden, damit wir wissen, welchen Weg das Virus genommen hat“, teilte Brandenburgs Landesministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) mit. „Dass die Fälle offenbar schnell gefunden wurden zeigt, dass das Tierseuchenmonitoring funktioniert.“
Seit bald einem Jahr grassiert das Virus auch in Deutschland, betroffen waren bislang allerdings nur Wildschweine. Fast 1270 Fälle wurden laut Ministerium allein in Brandenburg nachgewiesen. Die Schweinepest ist für Menschen ungefährlich. Für Schweine ist das hochansteckende Virus aber in der Regel unheilbar und tödlich. Eine Impfung gibt es bislang nicht.
Landwirte und Masttierhalter fürchteten daher schon lange, dass die Krankheit von den Wildtieren auch auf Nutzschweine übergreifen würde. Die Seuche hat sich über Osteuropa nach Deutschland ausgebreitet.
Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben deshalb bislang einen rund 670 Kilometer langen ASP-Schutzzaun nach Polen und Osteuropa gebaut. Ein zweiter Zaun ist in Planung. Nonnemacher appellierte an die Landwirte, „die strengen Biosicherheitsmaßnahmen strikt weiter einzuhalten, gerade auch in Kleinstbetrieben, um weitere Ausbrüche in Hausschweinehaltungen zu verhindern“.