An sieben Tagen im Jahr 1991 wird Hoyerswerda bundesweit als synonym für den Fremdenhass. Ein Streit zwischen Vertragsarbeitern und Neonazis wird zum Fanal für eine Woche voller Ausschreitungen. Mit den Folgen kämpfen Stadt und Bewohner bis heute. Eine Lausitzer Geschichte.
2014: Hoyerswerda schafft nach langen Diskussionen einen Ort des Gedenkens für die fremdenfeindlichen Übergriffe des Jahres 1991. Die Stele steht in der Neustadt – in Sichtweite des Hauses in der Albert-Schweitzer-Straße, vor dem die Ausschreitungen begannen.
Robert Michael
September 1991: Asylbewerber können den Hass nicht verstehen, der ihnen besonders in den neuen Bundesländern entgegengebracht wird. Mit einem Streit zwischen jungen Rechtsradikalen und vietnamesischen Zigarettenverkäufern beginnen am 17. September 1991 die fremdenfeindlichen Übergriffe in Hoyerswerda.
Thomas Lehmann
September 1991: Randale vor dem damaligen Asylbewerberheim in der Hoyerswerdaer Thomas-Müntzer-Straße. Am 23. September entschieden die Behörden, die Menschen aus Hoyerswerda wegzubringen. Der Mob hatte gewonnen.
Rüdiger Joel
2013: Die Eingänge Albert-Schweitzer-Straße 18/19 werden abgerissen. Dort begannen 1991 die ausländerfeindlichen Übergriffe in Hoyerswerda. Heute stehen nur noch wenige Aufgänge des „Stadtmauer“ genannten Elfgeschossers.
Sascha Klein
2019: Ein weiterer Teil des Blocks in der Albert-Schweitzer-Straße wird abgerissen. Es sind die Eingänge 23 und 24.
Sascha Klein
Künstler Michael Fischer-Art hat den Giebel des Wohnhauses in der Hoyerswerdaer Albert-Schweitzer-Straße mit einem Kunstwerk versehen. Es ist der neue Hingucker in der Hoyerswerdaer Neustadt.