Gestern, am Mittwoch, den 24.11., lag noch alles ein wenig in der Schwebe, jetzt ist es offiziell. Auch die Weihnachtsmärkte in Erfurt, Eisenach und Weimar sind abgesagt und geschlossen. „Ich bin unfassbar traurig und enttäuscht, aber wir werden die Vorgaben des Landes umsetzen, uns rechtlich allerdings widersetzen“, sagt Oberbürgermeister Andreas Bausewein laut einer Pressemitteilung auf der Website des Erfurter Weihnachtsmarktes. Während die neuen Corona-Regeln für Thüringen bereits am Mittwoch griffen und die Weihnachtsmärkte hätten schließen müssen, waren Erfurt, Weimar und Eisenach noch geöffnet. Heute, am Donnerstag, gehen nun aber die Tore nicht wieder auf.

Absage Erfurter Weihnachtsmarkt: OB Bausewein will rechtliche Schritte gehen

Nachvollziehen kann Erfurts-OB die Entscheidung der Landesregierung nach wie vor nicht: „Auf dem Domplatz hätten die Menschen unter strenger Kontrolle ihren Glühwein getrunken. Nun werden sie es woanders tun, in Partykellern oder auf Privatpartys. Die Ansteckungsgefahr dort ist wesentlich höher, als unter 2G-Bedingungen“, sagte Bausewein und verweist zudem auf Worte des Aerosol-Forschers Gerhard Scheuch (in „Welt“). Im Freien fänden nur sehr wenige Ansteckungen statt. Im Innenbereich sei die Ansteckungsgefahr um das 20- bis 100-fache höher. Bausewein weiter: „Da finde ich es geradezu absurd, dass das Land öffentliche Veranstaltungen in geschlossenen Räumen bis maximal 500 Leute zulassen will, aber Weihnachtsmärkte unter freiem Himmel verbietet.“ Außerdem stoße das Vorgehen auch die Geimpften vor den Kopf: Ihnen hätte die Stadt mit der vorweihnachtlichen Atmosphäre auf dem Domplatz auch Danke sagen wollen.
Auch die Oberbürgermeister von Weimar und Eisenach teilen das Unverständnis. Gemeinsam mit ihnen will Bausewein nun juristische Schritte einleiten. Dafür hat eine Erfurter Anwaltskanzlei heute das Mandat erhalten. Wie genau vorgegangen wird, möchte die Kanzlei in den nächsten Tagen informieren.

Neue Corona Regeln Thüringen: Auf Absage soll Hilfe folgen

Mit der neuen Verordnung schränkt die Landesregierung weite Teile des öffentlichen Lebens in Thüringen ein. Es ist die derzeitige Reaktion auf die hohe Zahl an Corona-Infektionen im Freistaat. Besonders hart trifft es die Händlerinnen und Händler sowie die Veranstaltenden der Weihnachtsmärkte. Ihnen soll laut Bundeswirtschaftsministerium geholfen werden. Der Bund hat sich bereits mit den Landesregierungen auf eine Verlängerung der Überbrückungshilfe III Plus bis Ende März 2022 geeinigt. „Aktuell laufen Gespräche mit dem Bund, um innerhalb der Wirtschaftshilfen möglicherweise zielgerichtete Verbesserungen für die Gruppe der Weihnachtsmarktveranstalter, Marktkaufleute und Standbetreiber zu erzielen“, erklärte der Wirtschaftsminister Brandenburgs.

Weihnachtsmärkte Thüringen: Schon im Entwurf stand das Verbot

Was geschah seit Beginn dieser Woche? Am Morgen des 23.11. wurde bereits der Entwurf der nun ab dem 24.11. geltenden Corona-Verordnung bekannt. In diesem waren Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus in Thüringen aufgelistet, die in den kommenden Kabinettssitzungen beschlossen werden sollten. Eine Maßnahme davon lautete bereits, Volksfeste und Weihnachtsmärkte sollten untersagt werden. Das ist eingetreten.
Während einige Märkte in Thüringen bereits in den vergangenen Wochen und Tagen freiwillig die Absage verkündeten, hielten Städte wie Erfurt, Eisenach und Weimar an der Ausrichtung der Weihnachtsmärkte fest. Sie öffneten auch am Mittwoch noch ihre Tore zu den Weihnachtsmärkten.

Weihnachtsmarkt Thüringen 2021: Diese Märkte wurden bereits von den Veranstaltern abgesagt

  • Wartburg
  • Jena
  • Nordhausen
  • Altenburg
  • Amt Creuzburg
  • Artern
  • Apolda
  • Bad Berka
  • Bad Lobenstein
  • Bad Sulza
  • Eisenberg
  • Heldburg
  • Hildburghausen
  • Kahla
  • Römhild
  • Schmalkalden
  • Schloss Friedenstein, Gotha
  • Saalfeld
  • Bad Frankenhausen
  • Bad Salzungen
  • Suhl
  • Gera

Weihnachtsmarkt Thüringen: Diese Märkte hielten bis zuletzt an Verwirklichung fest - vergeblich

  • Erfurt (2G-Regel)
  • Eisenach (2G-Regel)
  • Meiningen
  • Gotha (Stadt)
  • Weimar
  • Rudolstadt

Erfurter Weihnachtsmarkt 2021: Drei-Fraktionen-Konzept nun hinfällig

Der Erfurter Weihnachtsmarkt wollte bis zum Schluss stattfinden. Dafür hatten sich die Verantwortlichen im Rathaus ein Konzept überlegt, dass statt 2000 Besuchende 6000 Besucherinnen und Besucher gleichzeitig auf dem Domplatz erlaubt. Jetzt ist auch das vom Tisch.