Workshop in Weißwasser
: Mit 3D-Drucker und VR die Stadt der Zukunft bauen

Für drei Tage wird in Weißwasser ein fahrendes Hightech-Labor Halt machen. Wer sich anmeldet, kann in einem Workshop den Umgang mit 3D-Drucker, VR und KI lernen.
Von
Jürgen Scholz
Weißwasser
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Das Innere des Busses ist mit moderner Technik ausgestatet.

Weißwasser: Das Innere des Busses Fabmobil ist mit moderner Technik ausgestattet. In einem Workshop wird hier der Umgang mit Virtual Reality (VR), 3D-Druckern und Künstlicher Intelligenz (KI) beigebracht.

Fabmobil/William Veder

Das fahrende Fabmobil wurde in Weißwasser gebaut. Mitte Juli wird der Bus mit seiner Hightech-Ausstattung auch wieder einige Tage vor Ort sein. Am Jahnbad geht es dann aber nicht nur um 3D-Drucker und Technik-Spielereien. Jugendliche und Erwachsene sollen mitreden, was an Kulturstätten in Weißwasser noch fehlt oder entstehen könnte.

Die Diskussion darüber ist Anfang des Jahres schon einmal kurz aufgeflammt, als es um die weitere Arbeit des Kommunalen Entwicklungsbeirates (KEB) ging. Und generell ist auch im neuen Stadtrat mit einer Grundsatz-Diskussion zu rechnen, welche Kultur sich die Stadt Weißwasser leisten kann und will und wo Schwerpunkte gesetzt werden.

Welche Potenziale für Kultur gibt es in Weißwasser noch?

Ein solcher Schwerpunkt ist das Soziokulturelle Zentrum (SKZ) auf dem Telux-Gelände, das vor allem die Hafenstube, aber auch die Hafenwerkstatt nutzt. Gerade für deren Potenzial wird derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt. Der Hintergedanke: Kann das Gebäude mehr als bisher für Konzerte, Partys, aber auch für Aufführungen des Gerhart-Hauptmann-Theaters genutzt werden? Das Theater mit dem Landkreis Görlitz als Hauptgesellschafter sucht derzeit noch nach Aufführungsmöglichkeiten im Kreis-Norden. Im Gespräch sind auf dem Telux-Gelände der Licht-Saal und die Dannerhalle.

Allerdings gibt es auch immer wieder Stimmen, andere Standorte für Kultur zu stärken. Dessen ist sich auch Sebastian Krüger vom SKZ bewusst. Die Tage des Fabmobils in Weißwasser sind ein Teil des Förderprojekts „Inno Culture Telux“, das mit Unterstützung der TU Dresden der Frage nachgehen soll, was an Kulturräumen angesichts der Angebote und Potenziale in Weißwasser machbar und nötig ist. Welche Möglichkeiten gibt es für großformatige Kultur-Veranstaltungen, Messen und Ausstellungen, Tagungen, Schulungen und Weiterbildungen - könnte es geben? Die Diskussion und die daraus entstehenden Arbeiten im Fabmobil sollen ergebnisoffen sein, betont Krüger.

Neben dem dreitägigen Angebot für Kinder gibt es auch eines an einem Spätnachmittag und am Abend für Erwachsene. Für beides gilt: Die Zahl der Plätze ist beschränkt – wer sich zuerst anmeldet, ergattert einen der begehrten Plätze. Daneben gibt es natürlich auch noch Zeit, die technischen Möglichkeiten auszunutzen, die das Innere des in Weißwasser ausgebauten Doppelstockbusses bietet.

Fabmobil ist fast ständig unterwegs – auch in Weißwasser

Der ist ausgerichtet für mehrtägige Angebot vornehmlich an Schulen und deshalb fast ständig unterwegs, vor allem in ländlichen Gebieten Ostdeutschlands. Die Angebote reichen nach eigenen Angaben von Programmierung, Digitalisierung, 3D-Druck über Kunst und Design bis hin zu Robotik, Creative Technologies, Mikroelektronik, künstliche Intelligenz und Virtual Reality. Dass es gelungen ist, das Fabmobil drei Tage nach Weißwasser zu holen, sieht Sebastian Krüger schon als einen Erfolg an.

Blick in das Innere des Fab-Labors, das in Weißwasser entstanden ist.

Blick in das Innere des Fab-Labors, das in Weißwasser entstanden ist.

Fabmobil/William Veder

Ursprünglich sollte es an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet unterwegs sein, nun habe man sich aber für den Standort am Jahnbad entschieden, so Krüger. Auch wer nicht angemeldet ist, könne einen Blick hineinwerfen. Die Standortwahl überrascht wenig. Das SKZ ist in diesem Jahr auch für das Kulturprogramm am Naturbad in der Stadt zuständig und auch Betreiber des Bistros am Jahnbad.

Eine Gelegenheit, einfach mal so die Möglichkeiten des Busses zu erkunden, gibt es am 18. Juli von 10 bis 15 Uhr auch ohne Anmeldung.

Viele Technik-Angebote auch außerhalb Weißwasser

Wer gerade dann keine Zeit hat, wenn das Fabmobil in Weißwasser ist, der kann auch das normale Angebot des Fab-Labs im Rahmen des SKZ-Programms auf dem Telux-Gelände am 4. Juli, 11. Juli, 25. Juli und am 1. August nutzen.  Auch das Lokallabor bietet verschiedene 3D-Drucker, Laser-Cutter, einen Vacuum-Former oder eine CNC-Fräse zum Ausprobieren an. Dafür kann frei verfügbare Software genutzt werden.

Ohnehin erweitert das SKZ das Angebot auch auf Erwachsene. An drei Tagen - vom 11. bis zum 12. Juli 2024 gibt es einen kostenfreien Film-Workshop für Erwachsene, bei dem es nicht nur um die technischen und handwerklichen Voraussetzungen zur Filmproduktion geht, sondern auch ein Film mit lokalem Bezug entsteht.

Für Workshops sind Anmeldungen zwingend erforderlich, zum Hereinschauen nicht

Für alle drei kostenfreie Angebote im  Fabmobil sind Anmeldungen notwendig - die Plätze werden nach Eingang der Anmeldung vergeben. Beim Fabmobil stehen zwölf Plätze für Kinder und Jugendliche sowie sechs für Erwachsene zur Verfügung. Anmeldung an lokallabor@skz-telux.de. Das Angebot für Erwachsene startet am 18. Juli 2024 um 17 Uhr. Das Angebot für Kinder und Jugendliche findet vom 15. bis 17. Juli 2024 jeweils von 10 bis 15 Uhr statt.

Ohne Anmeldungen kann das Innere des Busses am 18. Juli von 10 bis 15 Uhr erkundet werden.

Die Anmeldungen für den Film-Workshop für Erwachsene sind über info@skz-telux.de oder Telefon 03576 2529675 möglich. In der Regel sollte dort an allen drei Tagen teilgenommen werden, es ist aber auch eine tageweise Teilnahme an dem kostenfreien Angebot möglich (10., 11. und 12. Juli 2024, jeweils ab 15 Uhr).