Wohngeld im Landkreis Görlitz
: So lang sind die Wartezeiten auf den staatlichen Zuschuss

Die Wohngeldreform des Bundes ist gut ein halbes Jahr her. Hat es die erwartete Flut an Anträgen gegeben und was rät die Kreisverwaltung Görlitz Menschen, die Anspruch auf den staatlichen Zuschuss haben?
Von
Regina Weiß
Görlitz
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Der Landkreis Görlitz ist für tausende Wohngeldempfänger die erste Anlaufstelle.

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Auch wenn die Digitalisierung in aller Munde ist, geht doch nichts ohne Papier. In der Wohngeldstelle des Landkreises Görlitz kann man ein Lied davon singen.

Dabei ist es seit dem 1. Juli 2023 nicht nur für Mieter (Mietzuschuss), sondern nun auch für Eigentümer (Lastenzuschuss) und für Heimbewohner möglich, den Antrag über das Amt24 online zu stellen. „Das ist wirklich eine Arbeitserleichterung für unsere Mitarbeiter“, sagt Susanne Lehmann vom Büro des Landrates. Denn die Datensätze landen so automatisch in der Fachabteilung. Aber sie weiß auch, das Verfahren muss sich erst herumsprechen.

Haben sich die Wohngeldanträge im Landkreis Görlitz vervielfacht?

Was „flattert“ also in Papierform in der Kreisverwaltung nach der Wohngeldreform ein? „In der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni sind bei der Wohngeldstelle des Landkreises Görlitz 3830 Erst–, Weiterleistungs– und Erhöhungsanträge eingegangen. Dies entspricht etwa dem doppelten Antragsaufkommen im Vergleich zum Vorjahr“, so die Kreisverwaltung. Wobei ein Antrag einen Umfang von mehreren Seiten hat. Bislang war der Landkreis mit der Einführung der neuen Regelungen von einer Verdreifachung der Antragszahlen ausgegangen.

Die Wohngeldstelle des Landkreises Görlitz ist für die Bearbeitung von Wohngeldanträgen der Einwohner des Landkreises Görlitz, ausgenommen der Städte Görlitz und Zittau, zuständig. Sowohl Görlitz als auch Zittau haben aufgrund ihrer Einwohnerzahlen eigene Wohngeldstellen.

Je nach Komplexität und Vollständigkeit der eingereichten Antragsunterlagen liegt die durchschnittliche Bearbeitungszeit, wie auch zu Beginn des Jahres, bei zwölf Wochen.

Durch die Einstellung zusätzlichen Personals konnte eine Vielzahl von Anträgen seit dem Jahresanfang abschließend bearbeitet werden. Bei monatlich gleichbleibendem Antragseingang ist mit einer sinkenden durchschnittlichen Bearbeitungszeit bis zum Ende des Kalenderjahres zu rechnen, gibt die Kreisverwaltung einen Ausblick.