Wölfe in Sachsen: Rudel frisst Hirsch an – Tier muss in Rohne erlöst werden
Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, ein Dorf in Aufruhr zu versetzen. Im Schleifer Ortsteil Rohne hat es gleich zu Beginn des Jahres einen solchen gegeben.
„Eigentlich ist es Natur pur“, sagt Rohnes Ortsvorsteher Matthias Jainsch. Und doch ist es mehr, als während der jüngsten Ratssitzung die Bilder eines kapitalen Hirschs an die Wand des Sorbischen Kulturzentrums in Schleife „geworfen“ werden.
Das Tier hatte am Neujahrstag auf einem Feld in Rohne gesessen. Nicht weit weg von der Kita Milenka, heißt es. Vermutlich hatte sich der verletzte 16-Ender versucht, so zu retten. Denn bei näherem Hinsehen wurde das ganze Dilemma sichtbar. „Der Hirsch war angefressen worden. Am Waldrand konnten drei Wölfe ausgemacht werden“, schildert Matthias Jainsch weiter. Ein Jäger wurde geholt. Er konnte den Hirsch schließlich erlösen.
Wölfe sorgen die Bewohner in Schleife
Für Bürgermeister Jörg Funda (CDU) ist klar, dass solche Fälle etwas mit den Menschen machen. „Es ist wirklich besorgniserregend“, findet Funda mit Blick auf die Wolfspopulation im Kreis Görlitz. Dort sollen die Wolfsrisse im vergangenen Jahr um das Sechsfache gestiegen sein, sagt der Amtschef weiter.
Mit Blick auf die im Internet abgebildete Schadensgrafik der Fachstelle Wolf im Jahr 2023 kann man das nicht nachvollziehen. Doch diese endet im September bei 663 geschädigten Nutztieren. Im ganzen Jahr 2022 waren es 803 gewesen.
Doch warum fehlen schon seit Monaten die aktuellen Zahlen? „Unsere Fachstelle Wolf befindet sich in einer teilweisen Neuaufstellung, unter anderem mit einer neuen Fachstellenleitung. Eine bereits vollzogene Aufstockung der Rissbegutachtung befindet sich in Teilen noch in der Einarbeitung“, so Karin Bernhardt, Pressesprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.
Die im August und September zum Großteil ausgelagerte Rissbegutachtung muss in Teilen nachbearbeitet und in das verwaltungstechnische Procedere eingespeist werden. Die Abarbeitung dieser Fälle verzögerte sich durch das sehr hohe Rissgeschehen in den letzten Monaten und dem damit verbundenen außergewöhnlich hohen Arbeitsanfall.



