Eine routinemäßige Polizeikontrolle entwickelte sich am Mittwochabend bei Rothenburg zu einer wilden Verfolgungsjagd. Einsatzkräfte einer Verbundgruppe aus Bundespolizei und Zoll wollten gegen 18.30 Uhr einen Audi A6 mit polnischen Kennzeichen unter die Lupe nehmen. Der Fahrer reiste kurz zuvor über den Grenzübergang Podrosche nach Deutschland ein, teilt Michael Schuller, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz, mit. Doch der Fahrer des Audis ignorierte die Anhaltesignale der Beamten und fuhr einfach weiter. Er flüchtete auf der S 127 in Richtung Lodenau.

In der Ortslage Steinbach erfolgte durch die Einsatzkräfte ein weiterer Versuch, den Fahrer zum Anhalten zu bewegen. Auch diesen missachtete der A6-Fahrer. Dabei fuhr er gerade auf den Anhalteposten zu. Einen Frontalzusammenstoß konnte der Beamte noch abwenden, jedoch touchierte der Spiegel den Arm des Polizisten, welcher infolge an der Hand verletzt wurde.

Nagelgurt schlitzt Reifen auf

Zur Verhinderung einer weiteren Flucht wurde in Lodenau dann ein Kontrollpunkt eingerichtet. Doch nachdem der Audifahrer die Einsatzkräfte erkannte, wendete er seinen Wagen wieder und fuhr in Richtung Steinbach. Dort legten die Beamten nun einen Nagelgurt aus, um den Verdächtigen zu stoppen. Dieser beschädigte die Reifen des Audis, doch der Fahrer wollte nicht aufgeben. Er versuchte weiter in Richtung Polen zu flüchten. Noch vor der Überquerung der Staatsgrenze konnte der Pkw gestoppt und der Fahrer vorläufig festgenommen werden. Der verletzte Polizeibeamte begab sich in ärztliche Behandlung.

Verdacht auf Tankbetrug

Wie die Polizei mitteilt, stand der Fahrer des A6 zum Zeitpunkt der Flucht unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln. Im Rahmen von Durchsuchungsmaßnahmen wurden im Auto mehrere leere Kraftstoffbehälter, ein 60 Liter Fass und zwei 20 Liter Kraftstoffkanister aufgefunden und sichergestellt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zum Verdacht des gewerbsmäßigen Tankbetruges und weiterer Delikte übernommen.