Verfolgungsjagd in Sachsen
: Autodieb flüchtet von A4 – und wird bei Weißwasser gestoppt

Zwei Autodiebe haben die Polizei beschäftigt. Eine Verfolgungsjagd geht von der A4 bis nach Weißkeißel.
Von
Regina Weiß
Burkau/Weißkeißel
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Polizisten stehen hinter einem sogenannten Stop Stick — einer modernen Art von Nagelsperre. (zu dpa: „Keine Lust auf Kontrolle: Polizei stoppt Auto mit moderner Nagelsperre»)

Polizisten stehen hinter einem sogenannten Stop-Stick — einer modernen Art von Nagelsperre, die die Polizei auch bei Autodieben zum Einsatz bringt.

Sebastian Gollnow/dpa

Ein Stau auf der Bundesautobahn A4 ist ärgerlich. Erst recht, wenn man es eilig hat. Da kann man schon mal vor lauter Verzweiflung ins Lenkrad beißen oder illegale Wege zum Weiterkommen ausprobieren. So ist es in Höhe Burkauer Berg auf der Fahrtrichtung der A4 von Dresden nach Görlitz passiert.

Aber alles der Reihe nach.  Am Donnerstag, 8. August 2024, fällt einer Streife der Gemeinsamen Fahndungsgruppe Dresden (GFG) ein BMW auf der Autobahn 4 am Dreieck Dresden auf, da die Kennzeichen des 328i nicht vergeben waren. Die Polizisten nehmen die Verfolgung auf und informieren ihre Kollegen von der GFG Bautzen. Auch das Autobahnpolizeirevier und ein Hubschrauber der Bundespolizei kommen zum Einsatz.

Autofahrer steht unter Amphetaminen

Am Stauende bei Burkau ist dann die Flucht beendet. Die Polizisten stellten den 38-jährigen Fahrer und nehmen ihn vorläufig fest. Wie sich's herausstellt, steht der polnische Beschuldigte unter dem Einfluss von Amphetaminen.

Ermittlungen ergeben wenig später, dass der BMW im Wert von ungefähr 20.000 Euro am Vortag in Paderborn gestohlen wurde. Die Polizisten stellen das Fahrzeug sicher. Der Fahrer wird in Gewahrsam genommen. Ein Ermittlungsrichter hat dann am Freitagnachmittag (9. August) auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft angeordnet. Mittlerweile sitzt der Mann laut Polizeidirektion Görlitz hinter Gittern.

Doch damit ist der Fall noch nicht vorbei. Noch auf der Autobahn bemerken die Einsatzkräfte einen verdächtigen Audi. Der Fahrer drängelte sich durch den Stau. Dafür nutzt er den Standstreifen. Eine Überprüfung des Kennzeichens ergibt ebenfalls einen Treffer.

Gestohlener Pkw wird an Autobahnabfahrt beschädigt

Die Beamten nehmen sofort die Verfolgung des SQ5 auf, verlieren ihn jedoch zunächst aus den Augen. Derweilen hat es der Fahrer des SUV eilig und prallt beim Abfahren in Uhyst am Taucher gegen die Leitplanke und fährt dann vermutlich über mehrere Dörfer in Richtung Weißwasser.

Auf der B156 in Boxberg stellt eine Streife der GFG das Fahrzeug fest und setzt ihm nach. Auf der S126 nach Weißkeißel legen Polizisten dann einen Stoppstick aus. Diesen ignoriert der Flüchtende und stoppt schließlich auf dem Radweg.  Der Fahrer versucht sein Heil in der Flucht. Doch nach etwa 100 Metern stellen die Beamten den 34-jährigen Polen. Ein Atemalkoholtest ergibt umgerechnet 0,28 Promille. Drogen hat er nicht intus.

Der Audi im Wert von rund 50.000 Euro ist laut Polizei am Vortag im Bereich Dortmund/Kamen entwendet worden. An diesem ist ein Schaden von circa 8000 Euro entstanden.

Auch für den 34-Jährigen ordnet ein Ermittlungsrichter am Freitagnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft an. In dem Fall geht es um einen besonders schweren Fall des Bandendiebstahls, ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen sowie das Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Für Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) ist klar: „Die Zugriffserfolge der Gemeinsamen Fahndungsgruppen der sächsischen Polizei mit der Bundespolizei sind enorm.“ Nun kommt es darauf an, diesen Fahndungsdruck weiter zu erhöhen und dafür die Polizei in den Grenzregionen personell entscheidend zu stärken.