Die Nachricht, dass sich die Zahlungen des Bergbaubetreibers Leag an die Stadt Weißwasser 2020 erneut verringern, hat für so manches Kopfschütteln unter Weißwasseraner Stadträten gesorgt. Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) hatte berichtet, dass es für die städtischen Vereine 2020 statt 100 000 Euro nur noch 80 000 Euro geben wird. Das bestätigt nunmehr auch Leag-Sprecher Thoralf Schirmer: „Richtig ist, dass wir im Gespräch mit dem Oberbürgermeister den Prozess der Mittelverteilung für die Vereine im vergangenen Jahr angesprochen und deutlich gemacht haben, dass er nicht unserer Vorstellung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit entspricht.“ Der Konzern habe darum gebeten, den Prozess in diesem Jahr möglichst effektiver zu gestalten.

Das immerhin hat sich die Stadtverwaltung auch vorgenommen. So soll schon im Frühjahr über die Verteilung der Mittel diskutiert und entschieden werden. Bis Ende Februar haben Vereine Zeit, die in der Stadt Weißwasser aktiv und gemeinnützig sind, einen Antrag bei der Stadtverwaltung auf Zuwendung zu stellen. Anträge gibt es auf der Internetseite der Stadt.

Tagebau Nochten Grund für Reduzierung der Vereinsmittel

Gegenüber dem Oberbürgermeister soll der Konzern jedoch erklärt haben, dass die „Streiterei“ und die „negative Presse“ der Anlass dafür gewesen seien, die Mittel zu kürzen. Das wiederum will Thoralf Schirmer nicht bestätigen: Dies nämlich sei nicht der Anlass für eine Reduzierung der Mittel zur Vereinsförderung gewesen. Vielmehr verweist der Tagebaubetreiber darauf, dass sich der Tagebau Nochten in den vergangenen Jahren immer weiter von der Stadt Weißwasser entfernt und damit sich auch die Auswirkungen auf Weißwasser verringert hätten. Gleichzeitig habe die Stadt „eine Aufwertung des Stadtrandgebietes durch die Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaft“ – derzeit im Umfeld des Turmes am Schweren Berg – erfahren. „Aufgrund dieser Tatsache und entsprechend der Möglichkeiten des Unternehmens wurde die Unterstützung in den letzten Jahren schrittweise verringert“, erläutert Schirmer. Folglich sei die Entscheidung, die Mittel zu reduzieren, jenem Umstand geschuldet „und nicht dazu, möglicherweise die Stadträte zu disziplinieren“, sagt der Leag-Sprecher.

Ob in Weißwasser dies ebenso gesehen werden kann, darf bezweifelt werden. Schließlich müssen Weißwasseraner noch immer aufgrund des Tagebaus einen Umweg entlang der B 156 machen. Darauf folgt ein längerer Weg zur Autobahn, was möglicherweise Einfluss auf die Ansiedlung von Unternehmen haben könnte. Gegenüber der Rundschau etwa hatte der Geschäftsführer der Tischlerei Nickel, Armin Knaab, darauf abgehoben, dass dem Unternehmen Mehrkosten entstehen, weil der Anfahrtsweg verlängert ist. Zudem komme es, so heißt es aus dem Rathaus, gerade in den Sommermonaten bei Stürmen zu Staubbelastungen durch den Tagebau.