Von Regina Weiß

Der Bau von Mühlrose am neuen Standort in Schleife ist wieder einen Planungsschritt weiter. Einen großen. Am Dienstagabend hat der Gemeinderat die Abwägung zum Bebauungsplan (B-Plan) beschlossen sowie den Satzungsbeschluss auf den Weg gebracht. Ziel des B-Plan-Verfahren ist es, bauplanungsrechtlich die Voraussetzungen für den Neubau der Häuser am Umsiedlungsstandort zu schaffen. Nun muss Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) für das umfangreiche Planungswerk die Genehmigung beantragen. Dann ist die Bauaufsicht des Landkreises gefordert. Bork hofft, im Juli die Genehmigung in den Händen zu halten. Dann kann nämlich erst die Erschließung des Bauareals erfolgen. Diese wird laut Auftraggeber Leag gut ein Jahr in Anspruch nehmen.

Planer Ansgar Kaup erklärt am Dienstag vor dem Beschluss, dass es Anregungen und Hinweise von Behörden und Bürgern gegeben habe. Die Landesdirektion und andere fordern eine Regelung für Grundstücke, damit sich ein Fall Trebendorf (viele freie Bauflächen auf den vormaligen Umsiedlungsstandorten) nicht wiederholt.

Die künftigen Nachbarn am Umsiedlungsstandort haben sich gegen einen Gehweg ausgesprochen. Sie wollen dafür lieber einen Radweg entlang des Groß-Dübener-Weges sehen. Kaup erklärt, dass dafür aber der Platz nicht ausreiche.

Einer dieser betroffenen Anwohner ist Detlef Rakel. Er nutzt die Bürgerfragestunde, um seinem Ärger Luft zu machen. „Nichts gegen die Umsiedlung von Mühlrose“, stellt er vorweg, aber er erinnert auch daran, dass diese keine Nachteile für Schleifer Bürger bringen sollte. „Diese Aussage ist Schall und Rauch“, findet Rakel nach dem Beschluss. Er halte den Gehweg für nicht erforderlich, bringe er für die Anrainer nur eine zusätzliche Belastung (Reinigungs- und Streupflicht). Bürgermeister Reinhard Bork entgegnet, dass der Gehweg für die Sicherheit der älteren Mühlroser gebraucht werde, die auf ihm künftig gefahrlos zum Friedhof laufen können.

Am Umsiedlungsstandort sind 38 Bauparzellen vorgesehen sowie ein Standort für Mietwohnungsbau. Am 14. Februar hatten Vertreter der Leag und die Bürgermeister Waldemar Locke (CDU) und Reinhard Bork den Umsiedlungsvertrag für Mühlrose unterzeichnet. Die Umsiedlung von rund 200 Einwohnern soll am 31. Dezember 2024 abgeschlossen sein.