Seit Mitte August beobachtet die Polizei in der Oberlausitz eine lange nicht mehr gesehene Form des Diebstahls. Bisher unbekannte Täter versuchen, Geldautomaten so zu manipulieren, dass Kunden nicht an ihr Geld kommen. Anfang der Woche wurden die Täter erstmals auch rund um Cottbus aktiv. Nun gibt es endlich eine Spur.

Fahndung nach einer Frau und drei Männern

Im Zug einer Öffentlichkeitsfahndung hat die Polizei in Görlitz am Freitag Bilder von drei Männern und einer Frau veröffentlicht. Sie wurden bei der Auswertung von Videoaufnahmen aus den betroffenen Banken als mögliche Tatverdächtige ausgemacht werden.Die Kriminalisten wenden sich mit Fotos der Überwachungskameras an die Öffentlichkeit und fragen: „Wer kennt die abgebildeten Personen? Mit welchen Fahrzeugen waren sie unterwegs? In welcher Sprache haben sie sich unterhalten?“

Schon über 30 Fälle – auch rund um Cottbus

Angefangen hat die Wellt der manipulierten Geldautomaten nach Informationen der Görlitzer Polizei Mitte August. „Der Polizeidirektion sind derzeit 28 Fälle in den Orten Görlitz, Kodersdorf, Krauschwitz, Niesky, Reichenbach/O.L., Bautzen, Kubschütz, Obergurig, Großpostwitz, Doberschau-Gaußig, sowie Hochkirch bekannt“, berichtet Polizeisprecherin Katharina Korch.

Hinzu kamen vier Fälle, von denen die Polizei in Cottbus nach dem vergangenen Wochenende berichtete. Zwei davon ereigneten sich in Cottbus, einer in Kolkwitz. Ein weiterer Fall wurde aus Finsterwalde gemeldet.

So gehen die Täter vor

Dabei gehen die Täter in Sachsen wie Brandenburg ähnlich vir. Immer am Wochenende schlagen sie zu. Zunächst entfernen sie die Klappe des Geldausgabeschachts. Anschließend bringen sie eine mit Klebstoff versehene Blende an. „Will nun ein Bankkunde Geld abheben, bleibt das Ausgabefach verschlossen. Die Banknoten gehen zurück in den Automaten. Dabei bleiben alle oder ein Teil der Scheine an dem Kleber hängen“, erläutert Polizeisprecherin Katharina Korch.

Sonderlich erfolgreich war die Methode bisher nicht. die Polizeidirektion in Görlitz meldet eine beute von insgesamt 1400 Euro. Der entstandene Sachschaden liegt deutlich höher. In Brandenburg gingen die Täter bisher offenbar komplett leer aus. „Schäden entstanden nicht“, sagt Polizeisprecher Torsten Wendt.

Wie können sich Bankkunden schützen?

„Zu erkennen ist die Masche der Täter an der aufgesetzten Blende. Diese ist allerdings nicht auf den ersten Blick zu entdecken“, erläutert Polizeisprecherin Katharina Korch. Die Polizei rät daher, beim Abheben von Banknoten genau hinzuschauen. „Sollten Sie unsicher sein, brechen Sie den Vorgang ab. Sollten Ihnen Veränderungen am Geldausgabeschacht auffallen oder erhalten Sie keine Banknoten beim Abhebevorgang, verständigen Sie die sofort die Polizei“, sagt Katharina Korch. Auf gar keinen Fall solle man den Ort verlassen. Denn dann kommen die Täter, die in der Nähe lauern, um ihre Beute einzusacken. „ Bleiben Sie in der Nähe, bringen Sie sich jedoch nicht selbst in Gefahr“, mahnt die Polizei. „Fassen Sie zudem die Blende nicht an. So bleiben mögliche Spuren erhalten.“

Hinweise zu den Tätern nimmt die Polizeidirektion Görlitz unter der Rufnummer 03581 468100 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Die Bilder der vier Tatverdächtigen sind auch auf der Internetseite der Polizei Sachsen zu finden: https://www.polizei.sachsen.de/de/68435.htm