Typisierung in Weißwasser
: Baby Miriam aus Niesky braucht dringend Stammzellenspende

Miriam aus Niesky ist erst wenige Wochen alt, doch schwer krank. Auf der Suche nach einem Stammzellenspender hilft auch Weißwasser.
Von
Regina Weiß
Weißwasser/Niesky
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Baby: ARCHIV - 02.02.2020, Baden-Württemberg, Stuttgart: Die Hand eines zwei Wochen alten Neugeborenen liegt in der Hand seiner Mutter. (zu dpa: «75 junge Leute studieren in MV Hebamme») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Hand eines zwei Wochen alten Neugeborenen liegt in der Hand seiner Mutter. Körperkontakt ist für Neugeborene ganz wichtig. Doch im Fall der kleinen Miriam aus Niesky ist genau das das Problem. Sie ist an einem Gendefekt erkarnkt und braucht Hilfe. (Symbolfoto)

Sebastian Gollnow/dpa
  • Baby Miriam aus Niesky hat SCID – lebensbedrohlicher Immundefekt, Klinik Leipzig geplant.
  • Enge Kontakte, Besuche und Ausflüge sind tabu; strenge Hygiene in der Familie.
  • Stammzellspender gesucht: Registrierung über DKMS, „genetischer Zwilling“ erforderlich.
  • Typisierung: 8. März 2026 in Weißwasser (Lausitzer Füchse), 14. März 2026 im JZ H.O.L.Z., Niesky.
  • Spendenaufruf auf gofundme.com: „knochenmarkspende-neugeborenes-baby“ für Familienkosten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist das größte Glück einer Familie, wenn ein Baby gesund zur Welt kommt. Dieses Glück einer Familie aus Niesky bekommt nach nur wenigen Tagen einen kräftigen Dämpfer. Die kleine Miriam ist knapp zwei Wochen alt und muss schon ihren schwersten Kampf im Leben austragen.

Ihr Schicksal bewegt viele Menschen. Nicht nur im Raum Niesky, wo die Familie zu Hause ist, sondern auch darüber hinaus. Es gibt vielfältige Hilfsaktionen, bei denen auch Weißwasser eine Rolle spielt.

Aber erst mal zurück zum Baby und seinem Schicksal. Im Zuge des Neugeborenen-Screenings wurde dem Mädchen Blut an der Ferse abgenommen. Nach wenigen Tagen erfolgte der Anruf: Der Test ist auffällig. Mittlerweile steht fest: Die Kleine ist an SCID erkrankt.

SCID ist eine angeborene Erkrankung des Abwehrsystems. Der Begriff SCID steht für „schwerer kombinierter Immundefekt“ - aus dem Englischen für Severe Combined Immuno Deficiency. „Schwer“ bezieht sich darauf, dass die Erkrankung lebensbedrohlich ist. Bei der SCID-Erkrankung ist das Abwehrsystem so schwach, dass kaum noch Schutz vor Infektionen besteht. So hat es die Uniklinik Freiburg in einer Erklärung zusammengefasst.

Was Baby Miriam aus Niesky helfen soll

„Jedes Virus, jedes Bakterium kann für das Baby potenziell tödlich sein“, erklärt Annett Sebald, eine Freundin der Familie. Alles das, was man mit einem Baby machen möchte: Kuscheln, streicheln, es an sich drücken, küssen, mit dem Kinderwagen durch den Ort fahren, Besuch empfangen. Das alles ist ausgeschlossen.

„Das ist für die Familie eine verdammt schwere Zeit“, sagt Annett Sebald. Für die Mutti und Miriam ist ein Zimmer hergerichtet worden, um Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Für das Zimmer ist auch die Anschaffung eines Filters geplant. Der Gebrauch von Desinfektionsmitteln und absolute Hygieneregeln für die Geschwister im Alter von sieben bis 25 Jahren sowie für den Vater sind unerlässlich. Die Behandlung selbst soll in einer Klinik in Leipzig erfolgen. Denn eine Stammzellenspende ist ihre Überlebenschance.

Und genau an diesem Punkt kommen die Hilfsaktionen ins Spiel. Es gibt gleich drei an der Zahl. Miriam kann die Krankheit nur besiegen, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen passenden Spender gibt, der dieselben Gewebemerkmale hat. Um ihren genetischen Zwilling zu finden, müssen möglichst viele Menschen registriert sein. Deshalb rufen Familie und Freunde gemeinsam mit der DKMS dazu auf, sich als potenzieller Stammzellspender zu registrieren. Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, weltweit so vielen Blutkrebspatienten wie möglich eine zweite Lebenschance zu geben.

Für Miriam findet Typisierungsaktion in Weißwasser statt

Konkret geht es um Typisierungsaktionen. Die erste findet in Weißwasser statt. Das Schicksal des kleinen Mädchens bewegt auch den Verein Herzenswünsche Oberlausitz, wie Vereinschef Silko Hoffmann mitteilt. „Aus diesem Grund haben wir unseren Botschafter, die Lausitzer Füchse, um Unterstützung gebeten, damit wir gemeinsam eine Typisierungsaktion für die kleine Kämpferin durchführen können“, so Hoffmann weiter.

Als die Lausitzer Füchse von dem Schicksal des Kindes erfuhren, war für den Klub schnell klar, dass man helfen möchte. Mit Heimspielen vor mehreren tausend Zuschauern bietet die Eisarena Weißwasser eine besondere Möglichkeit, viele Menschen gleichzeitig zu erreichen. „In Weißwasser kommen bei unseren Heimspielen regelmäßig fast 3000 Menschen zusammen. Diese Aufmerksamkeit und diese Gemeinschaft möchten wir nutzen, um auf das Schicksal von Miriam aufmerksam zu machen und möglichst viele Menschen zur Typisierung zu bewegen“, erklärt Dirk Rohrbach, der Geschäftsführer der Lausitzer Füchse.

Daher wird am Sonntag, 8. März 2026, zum Heimspiel der Lausitzer Füchse gegen Düsseldorf, eine Typisierungsaktion stattfinden. Unterstützt wird der Verein dabei von den Spielerfrauen der Lausitzer Füchse. „Gemeinsam bitten wir daher jede Person zwischen 17 und 55 Jahren, sich typisieren zu lassen. Jede oder jeder einzelne von euch, kann zur Lebensretterin oder zum Lebensretter werden“, heißt es in dem Aufruf. Der Test tue überhaupt nicht weh, sagt Hoffmann und erinnert an gut gelaufene Typisierungsaktionen in Weißwasser.

Die zweite Gelegenheit, sich als Spender registrieren zu lassen, besteht am 14. März 2026 von 10 bis 15 Uhr im Jugendzentrum H.O.L.Z. in Niesky, Gartenstraße 16/18.

Nach Abschluss der Registrierung stehen die personenbezogenen Daten für die weltweite Spendersuche zur Verfügung. Eine Stammzellspende ist ab dem 18. Geburtstag und bis zum 61. Lebensjahr möglich. Besonders wichtig sind junge Spender/Spenderinnen, denn aus medizinischen Gründen werden sie häufiger für eine Stammzellentnahme angefragt, weiß die DKMS.

„Wir wünschen uns nichts sehnlicher, als gemeinsam zu lachen, zu leben und viele unbeschwerte Momente miteinander zu erleben. Bitte registriert euch und helft unserer kleinen Miri“, bittet die Familie.

Auch mit Geld ist Unterstützung möglich

Auf der Spendenplattform gofundme.com wurde ein Spendenkonto eingerichtet. „Dabei geht es nicht um finanzielle Bereicherung“, baut Annett Sebald gleich mal vor. Sondern auf die Familie kommen diverse Belastungen zu, die sie nicht eingeplant hat. So geht es beispielsweise um Fahrten zum Krankenhaus. Der Aufruf ist unter https://www.gofundme.com/f/knochenmarkspende-neugeborenes-baby zu finden.

„Wir sind für alles, was wir bekommen können, unendlich dankbar“, so die Spendeninitiatorin, eine Schwester des kranken Babys.