Truppenübungsplatz Oberlausitz: Was es beim Tag der offenen Tür zu sehen gibt

Hereinspaziert auf den Truppenübungsplatz Oberlausitz. Was aussieht, wie ein großer Sandkasten, wird in den nächsten Tagen zur TÜP-Miniatur. Platzkommandant René Pierschel (l.) und sein Stellvertreter Ivo Graf freuen sich auf viele Gäste.
Regina WeißDie Sommerferien sind auch für den Truppenübungsplatz Oberlausitz in Weißkeißel vorbei. Das ist zu hören, denn der Schießbetrieb läuft wieder. Gerade ist ein Aufklärungsbataillon vor Ort und übt in der Lausitzer Sonne.
Dort, wo die Armeeangehörigen ihre Treffsicherheit erhöhen, wird es am Samstag, 24. August, nicht knallen, aber dennoch alles andere als ruhig zugehen. Wie voll es allerdings wirklich wird, das ist etwas, was Platzkommandant René Pierschel und seinem Stellvertreter Ivo Graf regelrecht umtreibt.
Der Truppenübungsplatz Oberlausitz bereitet mit vielen Helfern den Tag der offenen Tür an besagtem Samstag vor. Es ist nicht so, dass man darin nicht versiert wäre. Doch es ist auch so, dass der letzte Tag der offenen Tür im Jahr 2017 stattgefunden hat. Damals waren mehr als 7000 Gäste vor Ort.
Corona und ASP verhindern Tag der offenen Tür
Oberstleutnant René Pierschel hat sich umgehört, was so beim Tag der Bundeswehr am 8. Juni 2024 los war. Im Fliegerhorst Holzdorf beispielsweise kamen an die 40.000 Gäste. Da müssen die Organisatoren in der Kommandantur in Haide tief durchatmen. Mit Parkplätzen für 12.000 Pkw haben sie schon mal vorsorglich im Vergleich zu 2017 aufgestockt.
Eigentlich wollte Pierschel aller drei Jahre den Platz für das interessierte Publikum öffnen. Doch erst Corona und dann die Afrikanische Schweinepest werfen alle Planungen über den Haufen. 2023 wäre es durchaus wieder möglich gewesen, solch ein Event zu organisieren. „Doch der Zeitraum war uns einfach zu kurz“, müssen sie feststellen. Seit November laufen die Vorbereitungen, um den normalen Betrieb sowie das Fest unter einen Bundeswehrhelm zu bekommen. „Wir haben sehr viele Zusagen bekommen.“ Damit meint der Oberstleutnant, dass es Unterstützung sowohl von der militärischen als auch von der zivilen Seite erhält. Nun steigere sich langsam der Stresspegel.
Infrastruktur ist Herausforderung für Truppenübungsplatz
Sicher auch für Hauptmann Ivo Graf, der die Fäden zusammenhält, nachdem Projektoffizier Gunder Kubissa das Militär verlassen hat. 1000 Sachen muss er im Blick haben: Das fängt bei der Zufahrt zum Festgelände an und hört bei genügend Toiletten auf. Gerade diese Infrastruktur sei eine Herausforderung. Graf nennt ein Beispiel – klassisch wird mit Militär der Erbseneintopf aus der Gulaschkanone verbunden. 250 Portionen sind aus einer Feldküche möglich. „Da bräuchten wir ja 20 Feldküchen“, schüttelt Graf den Kopf. Deshalb gibt es von Wild über Fisch bis zum Essen aus dem Smoker vieles, aber keinen Schlag Erbsensuppe.
Neben Essen und Trinken wissen Pierschel und Co., dass die Menschen aus nah und fern an dem interessiert sind, was Bundeswehr ausmacht. Viel Technik zum Angucken und Anfassen wird es geben. Panzer und Gefechtsfahrzeuge sind bei einer Technikschau dabei und in Aktion zu erleben, wie die Fallschirmjäger und die Hubschrauber. Diese werden dafür sorgen, dass die Eröffnung vom Tag der offenen Tür um 10 Uhr nicht zu überhören ist. „Sie werden den Platz überfliegen“, so René Pierschel.
Die Blaulichtmeile der Landes- und Bundespolizei sowie der Feuerwehr, vom Technischen Hilfswerk, vom DRK zeigen sich und ihre Technik. Vor allem die TÜP-Wehr wird ihre neuen Löschfahrzeuge zeigen. Das sind echte Hingucker.
Wer die weiteste Anreise hat
Natürlich darf die Karriereberatung der Bundeswehr nicht fehlen. Der Bundesfrost ist schon dabei, den Truppenübungsplatz in einer Art Miniatur von 30 Mal zehn Metern zu formen, damit alle einen Überblick erhalten. Last but not least zeigen die Zivilbeschäftigten des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums, was es für die Pflege des 16.800 Hektar großen Areals braucht. Hinter allem verbergen sich hunderte Frauen und Männer, die den Tag der offenen Tür mitgestalten. Für einige bedeutet das eine lange Anreise. So kommt der Transporthubschrauber CH 53 aus Holzdorf, die Fallschirmjäger aus Seedorf bei Bremen. Die Panzergrenadierbrigade 37 Freistaat Sachsen kommt mit Truppen, die zwischen Gera und Marienberg stationiert sind.

Der Aufsteller steht an der B115 kurz vor der Einfahrt zur Kommandantur in Weißkeißel-Haide. Dort werden unter anderem Parkplätze für den Tag der offenen Tür auf dem TÜP vorgesehen.
Regina WeißDie weiteste Anreise haben allerdings die Singapurer. Sie befinden sich derzeit auf der Anreise, um wieder auf dem größten Truppenübungsplatz Ostdeutschlands zu üben. Seit 2016 halten sie, Ausnahme die Corona-Jahre dem Platz zwischen Weißkeißel, Rietschen und Boxberg die Treue. Als Gäste beim Tag der offenen Tür werden der stellvertretende Botschafter Singapurs sowie der Militärattaché erwartet. „Das zeigt uns schon, welchen Stellenwert der Platz für die Gäste aus Singapur hat“, so Kommandant René Pierschel. Ebenfalls als Gast wird Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erwartet.
Was beim Tag der offenen Tür zu beachten ist
- Die Organisatoren wollen diesmal den Flaschenhals B115 vermeiden. Dort war es beim letzten Tag der offenen Tür zu Staus gekommen. Deshalb gilt, wer aus dem Nord (Weißkeißel) kommt, wird auf den Parkplatz nach rechts an die Kommandantur Haide geleitet. Von dort fahren Shuttlebusse auf das rund zwei Kilometer große Festgelände.
- Wer aus dem Süden (Rietschen) kommt, der wird ebenfalls nach rechts geleitet. Kurz vor dem Festgelände sind Parkplätze ausgewiesen.
- Anrainer wird die Empfehlung ausgesprochen, mit dem Rad zu kommen.
Bitte an festes Schuhwerk denken. - Tiere haben keinen Zutritt auf das Festgelände. Zum einen, weil Polizei und Zoll selbst Hunde mitbringen, zum anderen geht es um Versicherungsfragen.
Der Kommandant des Truppenübungsplatzes hat das Hausrecht bei der Veranstaltung. Zur Sicherheit der Besucher und Teilnehmer des Tages der offenen Tür und zum störungsfreien Ablauf der Veranstaltung wurde ein umfassendes Sicherheitskonzept erarbeitet. Bei Zuwiderhandlungen gegen die Anweisungen des Sicherheitspersonals beziehungsweise bei Verstößen gegen die gültige Rechtslage wird das Hausrecht durchgesetzt.
Das vollständige Programm ist auf der Internetseite karrierekaserne.de zu finden.


